Bukarest (ADZ) – Der designierte Regierungschef Eugen Tomac will drei Schlüsselministerien seines Kabinetts mit PSD-nahen Experten besetzen – wenig überraschend handelt es sich dabei um die Lieblingsressorts der PSD, nämlich jene für Entwicklung, Verkehr und Landwirtschaft, die die Partei schon seit Jahren bei allen Regierungsbildungen stets für sich beansprucht. Besagte drei Ministerien verfügen über großzügige Budgets, aus denen sowohl die eigenen Bürgermeister als auch die Parteiklientel bedient werden können.
So soll nach dem Willen des designierten Premierministers der Rektor der Bukarester Akademie für Wirtschaftswissenschaften (ASE), Nicolae Istudor, dem Agrarressort vorstehen, der in Zeiten des vorbestraften Ex-Premierministers Adrian Năstase (PSD) bereits das Amt eines Staatssekretärs im Agrarministerium bekleidet hatte. Entwicklungsminister soll derweil der Soziologe Vladimir Ionaș von dem der PSD nahestehenden Meinungsforschungsinstitut Avangarde werden. Ionaș verfügt zwar über keinerlei Verwaltungserfahrung, war jedoch 2017 Berater des damaligen Regierungs- und gegenwärtigen PSD-Chefs Sorin Grindeanu gewesen. Für das Amt des Verkehrsministers fasst Tomac indes Ionuț Laurențiu Mașala ins Auge – ein von Ex-Ressortminister Grindeanu beförderter Direktor der Straßenverwaltung CNAIR.
Entsprechend warf PNL-Vize Ciprian Ciucu dem designierten Premier in einem offenen Schreiben vor, auf „klammheimliche Vorab-Verhandlungen“ mit der PSD gesetzt zu haben – Tomac sei ersucht, die Liberalen „nicht für dumm zu verkaufen“, schrieb der amtierende Bukarester Oberbürgermeister.
Als Retourkutsche legte Tomac seinen Kritikern daraufhin ans Herz, „nicht katholischer als der Papst“ zu sein – das Land benötige dringend eine neue Regierung.





