Tivat (ADZ) – Staatspräsident Nicușor Dan hat am Freitag an einem in Montenegro gestiegenen Gipfel der Europäischen Union und der Westbalkanstaaten teilgenommen – die Staats- und Regierungschefs der EU wollten bei dem Treffen im Küstenort Tivat das „uneingeschränkte und klare Bekenntnis“ zur EU-Beitrittsperspektive der sechs Westbalkanländer bekräftigen. Auf der Agenda des Gipfels stand des Weiteren auch eine verstärkte Kooperation im Verteidigungsbereich.
Eine EU-Betrittsperspektive für die Westbalkanstaaten gibt es zwar schon seit dem Jahr 2003, allerdings verläuft die Annäherung aufgrund von Reformstaus in den Kandidatenländern, nationalen Vetos sowie der Erweiterungsskepsis innerhalb der EU äußerst schleppend. Die EU hatte daher im Jahr 2023 einen Wachstumsplan für den Westbalkan initiiert, um diesen mittels Fördermitteln in Milliardenhöhe für Reformen zu motivieren.
Nun soll es auch Unterstützung aus der Europäischen Friedensfazilität geben, auch soll die Verteidigungskooperation über entsprechende Dialoge und Partnerschaften gestärkt werden. Angesichts der russischen Bemühungen, europäische Staaten mit verschiedenen Mitteln zu unterwandern, soll zudem die Widerstandsfähigkeit der Westbalkanstaaten gegen Cyberbedrohungen, hybride Bedrohungen und Desinformation aus dem Ausland gestärkt werden.
Drei der sechs Westbalkanländer, nämlich Albanien, Montenegro und Nordmazedonien, sind NATO-Mitglieder, während Serbien und Bosnien-Herzegowina bündnisfrei sind und sich den europäischen Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Krieg nicht angeschlossen haben. In Bosnien-Herzegowina ist eine EU-geführte Friedenstruppe präsent. Sie soll wie die KFOR im Kosovo ein Wiederaufflammen der kriegerischen Konflikte der 1990er-Jahre verhindern.





