Stromkrise: Notfall-Mechanismus der Regierung tritt in Kraft

Spar-Aufruf des Interims-Premiers hat eher bescheidene Folgen

Interims-Regierungschef Ilie Bolojan | Foto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Der wiederholte Appell von Interims-Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) an Behörden, Unternehmen und private Haushalte, wegen der kritischen Lage bei der Energieversorgung nach Möglichkeiten Strom zu sparen, hat bisher eher wenig gefruchtet – nach Angaben des staatlichen Übertragungsnetzbetreibers Transelectrica wurden in den letzten Tagen gegenüber dem prognostizierten Bedarf bloß etwa 300 MW Strom gespart, während der Verbrauch vor dem Hintergrund der jüngsten Hitzewelle zu abendlichen Spitzenlastzeiten auf knapp 7700 MW anstieg. Transelectrica zufolge lag der landesweite Stromverbrauch am Mittwochabend bei 7675 MW, wobei 5321 MW aus der Eigenproduktion stammten und die restlichen 2353 MW – immerhin knapp 31 Prozent – importiert werden mussten. Laut Transelectrica können einzelne Stromausfälle zurzeit nicht ausgeschlossen werden, zu einem größeren Blackout werde es jedoch nicht kommen. 

Die Regierung beschloss daher auf ihrer Sitzung von Donnerstag, den von Interims-Premier Bolojan bereits angekündigten Notfall-Mechanismus in Kraft treten zu lassen, der u. a. vorsieht, dass Transelectrica Energiegroßabnehmer unter Berücksichtigung ihres spezifischen Produktionsprofils vorübergehend vom Netz trennen kann. Wie Bolojan nach der Regierungssitzung mitteilte, wurde zudem die Einberufung einer operativen Krisenzelle beschlossen, der sowohl Vertreter der großen Stromhersteller im Land als auch der -lieferanten angehören sollen. Besagter Krisenstab werde Transelectrica letztlich zur Abschaltung großer Verbraucher nach deren Vorabwarnung befugen. Private Haushalte und Krankenhäuser würden von den verschärften Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs nicht betroffen, betonte der Regierungschef dabei ausdrücklich.