Bukarest/Budapest (ADZ) – Als politische Vertretung der ungarischen Minderheit in Rumänien ist der UDMR unbestrittener Platzhirsch. Doch nun formiert sich nach Berichten des Internetportals telex.hu eine neue politische Kraft der Magyaren.
István Kátai, vor Kurzem als Urheber eines mutmaßlich der ungarischen Tisza-Partei nahestehenden Vereins in Siebenbürgen in Erscheinung getreten, kündigte jetzt die Gründung einer politischen Partei nach dem rumänischen Verfahren an. Die Organisation ist noch nicht registriert, das Verfahren läuft. Kátai betonte, es handle sich nicht um einen Ableger der ungarischen Tisza-Partei. Auch der Sprecher des Ungarnverbands UDMR, Botond Csoma, äußerte die Hoffnung, dass es keine Verbindung zur Partei von Péter Magyar gebe. Gleichzeitig sprach ein Mitgründer der Tisza-Initiative in Großwardein/Oradea von einer Partei „aus dem Umfeld der Tisza“.
Die Namenswahl – Romániai Magyar Egységpárt (Partei der Ungarischen Einheit in Rumänien) deutet auf einen landesweiten Ansatz. Die neue Partei will alle Ungarn in Rumänien vertreten – nicht nur in Siebenbürgen oder im Szeklerland, sondern auch in anderen Regionen, so Telex.
In einem ersten Programm griff Kátai die Politik des UDMR in den vergangenen zwei Jahrzehnten scharf an. Es habe sich ein System entwickelt, das zu oft auf Loyalität, Abhängigkeiten und lokale Machtstrukturen setze. Themen der neuen Partei sollen unter anderem Bildung in der Muttersprache, wirtschaftliche Stärkung, funktionale Autonomie und Korruptionsbekämpfung sein.




