Bukarest (ADZ) – Der designierte Premier Adrian Veștea gibt trotz der Weigerung der PNL, USR und des UDMR, ihm und seinem Kabinett das Vertrauen auszusprechen, nicht auf und scheint bereit, die Brandmauer um das ultrarechte Lager einzureißen. Der 52-Jährige hofiert neuerdings nämlich die rechtspopulistischen Parlamentarier der AUR, POT und SOS sowie die ultrarechten Splitterfraktionen – er sehe kein Problem darin, dies zu tun, solange sie „aus Patriotismus“ für ihn stimmen würden, sagte Veștea dem Sender Realitatea TV. Der designierte Premier deutete zudem an, dass Staatschef Nicușor Dan, der die Brandmauer um AUR, POT und SOS bisher um jeden Preis aufrecht erhalten wollte, keine Einwände gegen diesen seinen Vorstoß gehabt habe – Dan habe ihn ermutigt, nicht aufzugeben. Ob die Ultrarechten nach dem Willen des designierten Regierungschefs und vor allem der PSD Veșteas Kabinett bloß aus dem Parlament heraus dulden oder auch mit Regierungsämtern beglückt werden sollen, bleibt vorerst unklar.
Nach wie vor gibt sich Veștea erfolgssicher – neben der PSD seien ihm „Dutzende Stimmen“ der Liberalen sicher, weitere seitens der USR, der Splitterfraktionen und der AUR, behauptete der Kommunalpolitiker. AUR-Fraktionschef Petrișor Peiu dementierte prompt: Seine Partei bleibe konsequent und werde unter keinen Umständen eine Regierung absegnen, an der sie nicht beteiligt sei –Veștea gebe bloß groß an.
Der 52-Jährige wollte zwar am Mittwoch die Liste seiner Kabinettsmitglieder und sein Regierungsprogramm dem Parlament zukommen lassen, vertagte den Schritt jedoch letztlich, da er trotz aller Bemühungen keine Mehrheit hinter sich hat. Sein Wunsch, sich noch diese Woche vom Parlament bestätigt zu sehen, dürfte sich entsprechend zerschlagen.





