Bukarest (ADZ) – PNL-Vize Adrian Veștea ist nach eigenen Angaben „zu beschäftigt“ gewesen, um Parteispitze und Kollegen über seine anstehende Designierung zum Regierungschef zu unterrichten. Nichtsdestotrotz hatte Veștea, der dem sogenannten „Putschisten“-Flügel um Interims-Innenminister Cătălin Predoiu, dem Ilfover Kreisratschef Hubert Thuma und dem früheren SRI-Chef Eduard Hellvig angehört, naiverweise bis zur Sitzung des PNL-Vorstands eine „einstimmige Unterstützung“ der Liberalen erwartet. Dem Nachrichtensender Antena 3 sagte der 52-Jährige, sich „weder als Putschist noch als Verräter“ zu erachten und darauf zu bauen, dass die PNL seinen Affront durch „Dialog und Vernunft bewältigen“ werde. Veștea versicherte zudem, das Regierungsprogramm seines Parteichefs und Amtsvorgängers Ilie Bolojan „bis auf das letzte Komma übernehmen“ zu wollen – ein leeres Versprechen, da die PSD Bolojans Sparmaßnahmen bekanntlich aufweichen will.
Im Gespräch mit dem TV-Sender Euronews eröffnete Veștea zudem, dass Staatspräsident Nicușor Dan ihm den Auftrag zur Regierungsbildung bereits „Mitte letzter Woche“ in Aussicht gestellt habe – mit anderen Worten zu einem Zeitpunkt, als Dans erster designierter Premier, Eugen Tomac, noch verzweifelt bemüht war, eine Mehrheit zusammenzukratzen. Informelle Verhandlungen mit den Fraktionen habe es keine gegeben, Gespräche habe er einzig mit Staatschef Dan und Eugen Tomac geführt. In puncto Investiturabstimmung gab sich Veștea erfolgssicher – Präsident und Tomac hätten ihm versichert, dass er auf „mindestens 240 Stimmen“ bauen könne.
Veștea erklärte zudem, nicht lange fackeln und sich und sein Kabinett, dessen Besetzung noch unbekannt ist, bereits am Mittwoch vom Parlament bestätigen lassen zu wollen.





