Es ist ein warmer Pfingstmorgen. Die Sonne fällt durch die bunten Tücher, die zwischen dem Altenheim Blumenau und der riesigen Platane im Hof gespannt sind und so etwas Schatten spenden. Langsam wärmt sich auch das Holz der in mehreren Reihen aufgestellten Bänke. Kinder laufen lachend umher; Familien, Freunde und Bekannte stehen beisammen, begrüßen einander herzlich und kommen lebhaft ins Gespräch. Über dem ganzen Hof liegt eine offene, festliche Atmosphäre. Es ist nicht nur Pfingsten – zugleich feiert die Honterusgemeinde ihr Gemeindefest, zu dem am Sonntag, dem 24. Mai, viele Menschen zusammengekommen sind.
Der Gottesdienst stand unter der Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“. In seiner Predigt sprach Stadtpfarrer Christian Plajer darüber, wie Kirche zwischen Tradition und Erneuerung lebt. Ausgangspunkt war die Pfingstgeschichte: Schon die ersten christlichen Gemeinden hätten lernen müssen, unterschiedliche Menschen, Sprachen und Traditionen zusammenzubringen. Besonders anschaulich wurde dies in dem Anspiel einiger Kinder, die das Pfingstgeschehen aufführten. Auch gab es einen dialogischen Predigtteil, in dem zwei fiktive Figuren – Daniel aus Jerusalem und Andrea aus Antiochia – miteinander über Glauben, Tradition und Veränderungen ins Gespräch kamen. Dabei wurde deutlich, dass christliche Gemeinschaft immer wieder neu danach fragen muss, was verbindet und was bewahrt werden soll. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Kinderchor, angeleitet von Gabriela Schlandt. Einen besonderen Moment bildete die Segnung der Kinder, die im Herbst eingeschult werden. Mit einem bunten Regenschirm veranschaulichte Pfarrer Valentin Claudiu Riemer Gottes Schutz und Begleitung auf dem neuen Lebensweg der Kinder. Außerdem wurde die neue Leitung des Blumenauer Altenheims vorgestellt und willkommen geheißen.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedene Spiele, Gesprächsangebote und Begegnungsmöglichkeiten vorbereitet. Auf einem Flohmarkt konnte allerhand erworben werden. Auch für das leibliche Wohl war mit gemeinsamem Mittagessen, Kaffee und Kuchen bestens gesorgt. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer trugen dazu bei, dass das Fest in einer offenen und herzlichen Atmosphäre stattfinden konnte. Das Gemeindefest bot nicht nur Gelegenheit zum Feiern, sondern auch zum Austausch, zum gemeinsamen Nachdenken und zur Begegnung über Generationen hinweg.





