Kronstadt in einem Dialog vorgestellt

Nach drei Jahrzehnten Manuskript als Buch erschienen


Eingeleitet wurde das Jahr 2025 von der Kronstädter Kreisbibliothek „George Bari]iu“ mit einer Neuerscheinung in Buchform dessen Manuskript seit Anfang 1990 in dem Archiv lag und nun veröffentlicht werden konnte. Derartige Bücher benötigt Kronstadt, da es auf die Geschichte dieser Stadt im 20. Jahrhundert eingeht und ausführlich auch Bezug auf die Verteidigungsanlagen als Bauwerke des Mittelalters vorstellt. Ein solches Buch hat die Stadt unter der Zinne benötigt, da es von zwei rumänischen Bürgern der Stadt, die dieser tief verbunden waren, verfasst wurde, und somit die Mehrheitsbevölkerung landesweit vertraut mit dieser ehemals sächsichen Siedlung macht. Über Kronstadt und deren Geschichte, der der Baudenkmäler sind im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche monografische Arbeiten bekannter, nicht nur hiesiger Autoren erschienen. Erinnert sei an u.a. Gernot Nussbächer, Heinrich Wachner, Ernst Kühlbrandt, Maja Philippi und in letzten Jahren an Peter Simon, an Forschungsbeiträge, veröffentlicht von der Heimatgemeinschaft der Kronstädter in Deutschland. Der Mitte Januar in der Kreisbibliothek von deren Direktor Daniel Nazare und Ruxandra Nazare vorgestellte Band, erschienen unter dem Titel „Acest domn [erbu din Bra{ov...“ (Dieser Herr Șerbu aus Kronstadt) und von Mircea Valeriu Diaconescu gezeichnet, bietet das Gespräch in Aachen in Deutschland von den beiden Freunden geführt, nachdem sie sich dort ansiedelten. Es wird von einem ebenfalls aus dem Kronstädter Gebiet stammenden internationalen Wirtschaftsberater, Uwe Konst, eingeleitet, der das Manusript durch Zufall in der hiesigen Kreisbibliothek einsehen konnte und zu dessen Druck anregte, und nun unter besten drucktechnischen Voraussetzungen im Verlag Magic Print One{ti (MGP) 2024 erschienen ist. Auch Ruxandra Nazare bietet ein Vorwort zu dem Band der leider vorläufig in einer kleinen Auflage erschienen ist, doch vermittels dieser Institution in der Kreisbibliothek erworben oder bestellt werden kann. Der Preis beträgt 85 Lei. Kurz zu den beiden Autoren, von denen keiner in Kronstadt geboren ist, doch da lebten sie mehrere Jahre und Kronstadt wurde  zu ihrer Herzensstadt. Mircea Valeriu Diaconescu, Arzt, Dirigent, Komponist,wurde 1929 in Târn˛veni geboren und verbrachte mehrere Jahre, bis er vor der Wende im Westen blieb. David [erbu, Athlet, bildender Künstler wurde 1911 in Tulghe{ jenseits der Karpaten geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Kronstadt und heiratete auch da. Die beiden trafen sich dann in Aachen, wobei sie eine langjährige Freundschaft verbunden hat, und es auch zu diesem Gespräch über ihre zeitweilige Heimatstadt kam. Gegliedert ist der sehr reich illustrierte Band in fünf Teile. Der erste umfasst kurze biographische Daten über David [erbu (1911- 2009). Im zweiten Teil gehen die beiden in ihrem Gespräch auf alte Bücher und Postkarten ein. Alte Ansichten vom Breiten Bach, der Schwarzen Kirche, dem Weißen und Schwarzen Turm, dem Schlossberg mit der Festung, dem Arpad-Denkmal auf der Zinne, vom Anger oder dem Honterushof, den Stadttoren, von Rathausplatz aber auch aus der Langgasse, dem Einmarsch rumänischer Truppen 1916 in Kronstadt gehören zu den Abbildungen. Dazu werden ausführliche geschichtliche Daten geboten. Im dritten Teil folgen dann Daten über das wirtschaftliche  und Handelsleben in der Stadt in den Jahren 1920 - 1940 reich mit Beispielen illustriert. Diaconescu und Francisek Patakfalvi stellen Geschäfte aus dem Bereich im späteren Jahr 1993 vor. Der Herausgeber geht dann in einem letzten Teil auf die Straßenbenennungen in der Stadt und auch ehemaligen Warenangebote ein. Besonders nützlich ist für die Stadtbewohner und nicht nur diese, dass die Straßennamen dreisprachig angegeben werden:rumänisch – deutsch – ungarisch. Auch wird Bezug auf die ersten bei Johann Gött erschienen Publikationen „Kronstädter Zeitung“ 1849 als Nachfolgerin des Siebenbürger Wochenblatts, der Gazeta de Transilvania und der Brassoi lapok. genommen. Eine ausführliche Vorstellung wird auch von der Kronstädter Synagoge gemacht, dem Zusammenleben zwischen den da lebenden Ethnien. Nicht zu übersehen sind auch die Bezugnahmen auf das kulturelle Leben in der Stadt im 20. Jahrhundert, da lebende Persönlichkeiten vorgestellt. Abschließend sind in Kleinformat 135 Gebäude der Inneren Stadt in Farbdruck abgebildet. Der Band der beiden Autoren findet sicher einen positiven Anklang nicht nur bei Stadtbewohnern, was der bei der Buchvorstellung anwesende Peter Simon besonderes hervorgehoben hat.