1967 zum ersten Mal gewagt, und noch lange nicht ausverkauft

Hermannstädter Töpfermarkt auf dem Großen Ring

Schüsseln mit einem Durchmesser von bis zu 40 Zentimetern haben Vitalie und Victoria Parlui aus der Republik Moldau nicht immer in Hermannstadt am Töpfermarkt dabei, doch auf ihre Kunstfertigkeit ist auch bei kleineren Maßen Verlass. Foto: Klaus Philippi

Hermannstadt – Das Wohnhaus mit Parterre und Garten vom Ende 2014 verstorbenen Keramik-Sammler Horst Klusch ist leider im Herbst 2024 einschließlich des Fundaments abgerissen worden und längst schon der Baustelle einer mehrstöckigen Immobilie für Gewerbezwecke gewichen, deren Höhe dem klobigen und großen Einkaufszentrum „Promenada“ an der direkt gegenüberliegenden Straßenseite in nichts nachsteht. Keinen Schaden genommen aber hat der seinerzeit von Horst Klusch gegründete „Hermannstädter Töpfermarkt/Târgul Olarilor de la Sibiu“, der aktuell genau eine Woche auf das „Pfauenauge/Ochiul de Păun“ am letzten August-Wochenende in Rădăuți folgt, und glücklicherweise von Samstag, dem 5. September, bis zum Abend des Sonntags danach auf dem Großen Ring/Piața Mare zum 60. Mal gefeiert wird. Obschon sich auch an der langlebigsten Großveranstaltung in Hermannstadt die seit Jahren allgemeine Teuerung ablesen lässt, steht er unverändert fest auf dem Geschäfts- und Reiseplan von Handwerkerinnen und Handwerkern aus sämtlichen Landesteilen Rumäniens und ihrem regionalen Publikum. Zuschauen und natürlich das Töpfern unter professioneller Anleitung sind auch diesmal zusätzlich zum Messe-Angebot gegeben. Das Rathaus, der Kreisrat, das ASTRA-Museum und das kreisweite Zentrum für den Erhalt und die Bewahrung von traditioneller Kultur „Cindrelul -Junii“ wissen den Töpfermarkt am Großen Ring eben gebührend zu schätzen, statt den Verzicht darauf ähnlich unkritisch wie im Punkt des Umgehens mit dem Wohnhaus von Markt-Urheber Horst Klusch gewähren zu lassen.