Arad – Das Demokratische Forum der Deutschen aus Arad und die Leitung des Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeums laden Mitte April zum Jubiläumfeiern ein: 300 Jahre deutschsprachiges Schulwesen in Arad. „Es ist ein bedeutendes Ereignis, das nicht nur die Geschichte unserer Stadt, sondern auch die kulturelle und bildungspolitische Entwicklung unserer Region geprägt hat“, heißt es in der Einladung seitens der Geschäftsführerin Adelheid Simon. Die Einladung unterstreicht: Im Laufe der vergangenen drei Jahrhunderte hat das deutschsprachige Schulwesen in Arad einen unverwechselbaren Beitrag zur Bildung und Kultur geleistet.
Die Festtage vom 9. bis 12. April sollen einerseits die Traditionen ehren und zugleich einen Blick in die Zukunft werfen. Den Auftakt macht ein Public-Speaking-Wettbewerb im Arader Marionetten-Theater, am Mittwoch, dem 9. April, um 17.30 Uhr. Am Donnerstag, 10. April folgt das traditionelle AM Frühlingsfest in der Schule am Vormittag, die Enthüllung der Gedenktafel am Schulgebäude in der Calea Timi{orii 67, ergänzt von der Buchvorstellung „Deutsches Schulwesen in Arad“ – überarbeitete und ergänzte Ausgabe von Bettina Nicoar˛-Szellner im Festsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Arad/Banat-JA um 17.30 Uhr mit anschließender Festlichkeit und Empfang. Der Festakt wird begleitet von musikalischen Darbietungen, Reden und der Präsentation historischer Rückblicke.
Zum Rundtischgespräch „Deutschsprachiger Unterricht in Rumänien. Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft“, gefolgt von einer Vortragsreihe zum deutschen Schulwesen in Neu-Arad ist man am Freitag, dem 11. April, im Sala Marii Uniri „Iuliu Maniu“ eingeladen. Fürs leibliche Wohl ist mit einer Weinverkostung des Maximarc-Weinguts Freitagabend sowie einem Gulasch-Fest im Arader Dorf Camna am Samstag, dem 12. April gesorgt.
Der deutschsprachige Unterricht in Neu-Arad hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1725 zurückreicht. Bereits kurz nach der Ansiedlung deutscher Kolonisten zwischen 1720 und 1722 begann der Schulmeister Anton Nick, die Kinder der Gemeinde in deutscher Sprache zu unterrichten. Ein bedeutender Meilenstein folgte im Jahr 1768, als der damalige Oberlehrer Adam Lévay einen Schulgehilfen erhielt. Die wachsende Schülerzahl verdeutlicht die Bedeutung des Unterrichts in der Region: Im Schuljahr 1778/1779 wurden bereits 466 Kinder in einem einzigen Klassenraum unterrichtet. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, entstand 1823 das erste Schulgebäude aus Stein in der damaligen Schul- bzw. Kirchengasse.