Reschitza – Im Beisein des Präsidentenberaters für Angelegenheiten des Bereichs Kommunalverwaltung, Mihai Jurca (der ehemalige City-Manager von Großwardein/Oradea) sowie des Managers der Entwicklungsagentur ADR West, Sorin Maxim (herkunftsmäßig ein Reschitzaer) haben am Dienstag Bürgermeister Ioan Popa (PNL) und Kreisratsvorsitzender Silviu Hurduzeu (PSD) gemeinsam die symbolische Geste des Abschlusses einer Stadtumgestaltungsetappe vollzogen. Eingeweiht wurde die neue Straßenverbindung zwischen dem Verwaltungszentrum von Reschitza und des Landeskreises Karasch-Severin und der Reschitzaer Neustadt am rechten Ufer der Bersau/Bârzava, durch die Industriebrache Mociur und über eine neue Bersaubrücke, sowie der neue Sitz des Nahverkehrsunternehmens TUR, wobei auch der neue Wahlspruch der Stadt, „Reschitza – Stadt für die Menschen, Flamme und Sauerstoff/Oxygen“, offiziell lanciert wurde.
Bei den Einweihungszeremonien waren nahezu alle Leiter von Firmen zugegen, die am 110-Millionen Euro Etappenprojekt beteiligt waren, aber auch Präfekt Ioan Dragomir (PSD), der sich allerdings diskret im Hintergrund hielt. Reden schwang man nur in der Empfangshalle des neuen TUR-Sitzes. Mit diesem Festakt schloss man symbolisch die nahverkehrsmäßige Um- und Neugestaltung der Talstadt Reschitza ab, einschließlich der Wiedereinführung des Straßenbahnverkehrs und der Umstellung der Transportmittel des Nahverkehrs auf elektrischen Antrieb.
Der Effekt dieser Maßnahmen war bereits Monate vor dieser Einweihung messbar: Reschitza ist seit Frühjahr 2024 wiederholt von der Nationalen Agentur für Umweltschutz zur Stadt Rumäniens mit der saubersten Luft erklärt worden. Bedenkt man, dass Reschitza mal eine Schwerindustriestadt mit einem Eisenerz-Verhüttungswerk, Walzstraßen und einem Stahlwerk, alles mitten in der Stadt, war, ist das allerhand…
Sämtliche Einweihungen moderierte der Präsident des Instituts für Visionäre Städte, Felix Tătaru, dessen Institut auch den Stadtslogan/Brand der Stadt vorgeschlagen hat: „Die Symbolworte entspringen der Geschichte dieser Stadt und der Stadtkultur, wollen eine Stadt mit Vergangenheit und Zukunft charkterisieren, mit dem Fokus auf die Menschen, die sie bewohnen.“
Mit den 110 Millionen Euro – EU-Mittel – sind eigentlich vier Projekte in Reschitza realisiert worden: die Rekonfiguration der Hauptachse der Stadt entlang des Laufs der Bersau, durch Verdoppelung der Straßenverbindungen, mit Gestaltung von Spazierwegen und Alleen, Fahrradstreifen und Grünflächen, der Neubau der Straßenbahngleise, der Ankauf von 13 Straßenbahnzügen, die keine Umkehrschleifen benötigen, von zehn Großraum-Nahverkehrs-E-Bussen und rund 20 elektrisch betriebenen Kleinbussen.
Das größte innerstädtische Straßenbauprojekt von Reschitza seit 1960 (als der Bau der Neustadt begann) – Kostenpunkt rund 63 Millionen Lei, finanziert aus Mitteln des „Anghel Saligny“-Fonds – der Bau der Alternativverbindung zwischen Verwaltungszentrum und Neustadt durch die Industriebrache Mociur am rechten Ufer der Bersau, wurde ebenfalls hauptsächlich vom Straßenbauunternehmen Strabag realisiert. Neben der neuen Bersaubrücke mussten drei weitere Brücken gebaut werden über Bäche, die rechtsseitig in die Bersau münden. Auch sonst, so Bürgermeister Popa, war die Verwirklichung der Verbindungsstraße „ziemlich kompliziert“ (Richard Mihai, Strabag-Direktor: „Wir haben Katakomben entdeckt, zugeschüttete Betonfundamente, Wasserinfiltrationsstellen usw.“). Die neue Straße fungiert auch als Aufschluss-Schlüssel für die weitere Erschließung der Industriebrache. Denn die zugesagten Projekte der Immobilienbranche des französischen Handelsriesen Auchan (ursprünglicher Name: CEETRUS, jetzt IMMACHAN) – ein Wohnkomplex mit 1500 Appartements, eine Mall, Cash&Carry-Zentrum für Heimwerker und Bastler, ein Freizeitkomplex vom Typ Aqualand – hingen bisher von der Fertigstellung dieser Straße ab. Zudem hat sich IMMACHAN indirekt am Bau dieser Straße beteiligt, indem die Franzosen sämtliche unterirdisch zu legenden Leitungen und Kanäle zeitgleich realisiert haben, damit später die Straße nicht mehr aufgebrochen werden muss. Das Ganze habe auch Auchan bereits mehrere Millionen Euro gekostet, sagte Bürgermeister Popa.