Drohender Wassermangel im Banat

In die Temesch müssen fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde umgeleitet werden, um Temeswar, Lugosch und Karansebesch versorgen zu können

Temeswar/Reschitza – Die Durchflussmenge der Banater Flüsse sei um durchschnittlich 30 Prozent geringer, als im Vieljahres-Durchschnitt, gibt die Gewässerverwaltung ABA Banat bekannt. Dies sei auch eine Vorwarnung an alle Benutzer, mit dem Wasser besser hauszuhalten. Von den 80 Wasserbeobachtungsstationen/hydrologischen Messstellen, die von der Verwaltung der Banater Sammelbecken der Gewässer betrieben werden, melden rund ein Fünftel – 20 – dass die fließenden Gewässer zum Stehen gekommen sind, bestenfalls noch Lachen im Flussbett vorhanden seien.

Derartige zum Stehen gekommene Gewässer gibt es in den Sammelbecken der Temesch/Timiș, der Bega, der Alten Bega (die auch in diesem Sommer, wie im Vorjahr, ausgetrocknet ist), der Bersau/Bârzava, des Morawitza-Bachs und der Zuflüsse der Karasch von unterem Semenic-Hochplateau. „Einstweilen hat dieses Phänomen noch keinen spürbaren Einfluss auf die Wasser-Stauwerke, von welchen aus die Versorgung der Bevölkerung in den Ortschaften des Südbanats mit Trinkwasser gesichert wird“, heißt es.

Die Verwaltung der Sammelbecken der Bana-ter Gewässer, ABA Banat, gab weiters bekannt, dass gegenwärtig, infolge der anhaltenden Dürre, aus den Nordbanater Stauwerken Poiana Mărului, Rusca und Zervești pro Sekunde fünf Kubikmeter Wasser in Richtung des Sammelbeckens der Temesch abgelassen werden, womit für die Städte Temeswar, Lugosch und Karansebesch eine konstante Trinkwasserversorgung gesichert werden kann. Man werde weiterhin aufmerksam den Wasserhaushalt des Großraums Banat unter Beobachtung halten, um prompt auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagieren zu können. Die seit mehr als einem Jahrhundert im Banat durchgeführten Wasserbauarbeiten – auch betreffs Regulierungsmöglichkeiten der Wasserführung einzelner Gewässer – ergäben gute Möglichkeiten einer Lenkung des Verfügbaren dorthin, wo der größte Bedarf besteht.

Dieselben Maßnahmen gelten auch für die Wasserversorgung von Reschitza, wo man in engem Kontakt zum Besitzer der Stauseen an der Bersau, dem tschechischen Energiekonzern CEZ, stehe, durch welchen die Stauseen am Oberlauf der Bersau kontrolliert werden. Auch die Trinkwasserversorgung von Reschitza sei einstweilen nicht gefährdet, zumal es im Südbanat doch noch gelegentlich regnete.

Zur Beruhigung der Bevölkerung vermeldete ABA Banat, dass man dauernd aktiv sei im Bereich des Ausgleichs der Durchflussmengen der für die Versorgung der Bevölkerung wichtigen Gewässer. Laut Gesetz habe die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung vor allem anderen Vorrang. Alle anderen Nutzungen der natürlichen Gewässer seien dem hintangestellt, inklusive Bewässerung von Gärten, Rasen, Plantagen oder landwirtschaftlichen Kulturen.

Dass auch die Biodiversität unter dem durch die Dürre verursachten akuten Fließendwassermangel leidet, ist in diesen europäischen Dürrewochen seltener zu hören, auch, wenn es um die Probleme mit dem Niedrigwasser an Rhein oder Donau geht. Erfreulicherweise nicht so bei ABA Banat. Man unterziehe die „ökologisch nötigen minimalen Durchflussmengen“ einem aufmerksamen Monitoring auch im Hinblick auf die Beibehaltung der noch vorhandenen Biodiversität. In Vertiefungen der Flussbetten aufgestaute Gewässer oder zurückgebliebene Wasserlachen in den Bachbetten erhitzen sich stark und verlieren dadurch viel Sauerstoff, was zum Fischsterben führt. Auch aus diesem Grund appelliere man an die Bevölkerung, möglichst kein Wasser für Bewässerung aus den kleineren Gewässern abzuzapfen.

In allen Wirtschaftszweigen und Lebensbereichen tue gerade jetzt höchste zivile Verantwortlichkeit im Umgang mit dem noch verbliebenen Wasser not. Die Lage sei ernst.