Temeswar – 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Rumänien ist übergewichtig oder fettleibig – so die Statistiken. In Temeswar/Timișoara wurde in dieser Hinsicht vergangene Woche das erste integrierte Adipositas-Managementzentrum Rumäniens eröffnet. Das Zentrum ist innerhalb des Temescher Kreiskrankenhauses in Betrieb, wobei die Untersuchungen mit einer Überweisung des Hausarztes vollständig abgerechnet werden.
Das Zentrum bringt Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, die in der Lage sind, eine genauere Diagnose zu stellen und für jeden Patienten eine individuelle Behandlung zu entwickeln. Es ist ein multidisziplinäres Team tätig, bestehend aus Diabetologen, Spezialisten für Ernährung und Stoffwechselerkrankungen, sowie Fachärzte für Endokrinologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Diätetik, Psychologie, Pneumologie, medizinischer Rehabilitation und Stoffwechselchirurgie.
„Dieses Zentrum reagiert in der Tat auf ein dringendes Bedürfnis, das wir auf gesellschaftlicher Ebene haben, denn Fettleibigkeit und Übergewicht sind Krankheiten, die auf dem Vormarsch sind. Statistiken zufolge sind derzeit 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung unseres Landes übergewichtig oder fettleibig, mit besonders schwerwiegenden Folgen, denn Fettleibigkeit kommt nie allein. Ziel des Zentrums ist es, Spezialisten aus allen Bereichen, die sich mit der Behandlung von Fettleibigkeit befassen, zusammenzubringen, um eine konkrete Lösung für den Patienten zu finden. Eine Person mit Fettleibigkeit ist nicht nur fettleibig, sie hat auch oft metabolische Komplikationen. Fettleibigkeit macht wahrscheinlich 75-80 Prozent aller Fälle von Diabetes Typ 2 aus. Dazu gibt es endokrinologische, kardiologische und gastroenterologische Komplikationen“, sagt Dr. Bogdan Timar, der Vorsitzende der Rumänischen Gesellschaft für Diabetes, Ernährung und Stoffwechselkrankheiten.
Im Kreis Temesch leben etwa 253.000 Menschen, die an Fettleibigkeit leiden, und die Zahl der Diabetiker beträgt 49.528. Der Patient, der in diesem neuen Managementzentrum ankommt, wird von einem Fachmanager empfangen – dieser wird eine erste Beurteilung vornehmen und erste Empfehlungen aussprechen und den Patienten auf der Grundlage der Ergebnisse der ersten Beurteilung an die anderen an diesem Zentrum beteiligten Spezialisten überweisen.
„Bei Übergewichtigkeit handelt es sich um ein komplexes Problem, das eine komplexe Herangehensweise erfordert. Der Patient wird über einen umfassenden, komplexen Maßnahmenplan verfügen können, da es leider kein einziges Medikament gibt, das das Problem löst. Und dann benötigt er möglicherweise zusätzlich zu einer medikamentösen Behandlung einen angemessenen Ernährungsplan, vielleicht braucht er einen Genesungsplan, körperliche Aktivität, Physiotherapie, nicht selten einen psychologischen Dienst, um die He-rausforderungen zu bewältigen, vielleicht braucht er einen chirurgischen Eingriff, Labortests, alles wird integriert und kostenlos für unsere Patienten angeboten“, sagt Dr. Dorel Săndesc, Manager des Notfall-Kreiskrankenhauses „Pius Brînzeu“ Temeswar.
Im Rahmen des Integrierten Zentrums für Adipositas-Management Temeswar können sich Patienten auf der Grundlage der Überweisung des Hausarztes kostenlos beraten lassen, wobei die Kosten von der Nationalen Krankenversicherung (CNAS) getragen werden.