Temeswar – Der Nutella- und „Kinder“-Hersteller Ferrero soll demnächst eine Fabrik in Temeswar eröffnen. Der italienische Süßwarenkonzern hat bestätigt, dass er seine erste Produktionsstätte in Rumänien in der Banater Großstadt eröffnen will. Nach Angaben des Unternehmens steht Ferrero kurz vor dem Abschluss der Übernahme einer bereits bestehenden Industrieanlage. Giu-seppe Pana, Geschäftsführer von Ferrero für Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Republik Moldau, erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“, das Projekt stehe für die Absicht des Unternehmens, in Rumänien eine moderne Produktionsstätte aufzubauen. Dabei wolle Ferrero die industrielle Tradition des Landes, seine strategische Lage und die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte nutzen.
Weitere Einzelheiten nannte das Unternehmen zunächst nicht. Offen blieben unter anderem der Wert der Investition, die Zahl der künftigen Beschäftigten und der Name des Unternehmens, von dem Ferrero die Fabrik übernimmt. Auch auf die Frage, ob der Konzern staatliche Beihilfen beantragen wolle, antwortete Pana nicht direkt. Ferrero werde weiter eng mit den zuständigen nationalen und lokalen Behörden zusammenarbeiten, um in Rumänien eine nachhaltige und langfristige industrielle Partnerschaft aufzubauen, erklärte er.
Ferrero gehört zu den größten Süßwarenherstellern der Welt. Zu seinen bekanntesten Marken gehören Nutella und Kinder. In Rumänien ist Ferrero bereits im Import und Vertrieb tätig. Diese Aktivitäten erreichten zuletzt einen Umsatz von fast zwei Milliarden Lei, umgerechnet rund 400 Millionen Euro. Die Geschäfte legten im vergangenen Jahr um 23 Prozent zu. Bisher beschäftigte das Unternehmen in Rumänien 119 Mitarbeiter.
Die geplante Produktion in Rumänien gilt auch aus wirtschaftlicher Sicht als wichtig. Sie könnte dazu beitragen, das Handelsdefizit im Bereich Süßwaren und Snacks zu verringern. Dieses Segment trägt nach Angaben von „Ziarul Financiar“ mit rund einer Milliarde Euro zum rumänischen Handelsdefizit bei und zählt damit zu den größten Schwachstellen der heimischen Lebensmittelindustrie.




