Gestank über Bukarest: Umweltgarde verhängt Geldstrafen

Bukarest – Nach über 1300 Beschwerden über starken Gestank Mitte August hat die Nationale Umweltwache (GNM) eine Kontrollaktion mit 55 Überprüfungen abgeschlossen. Als wahrscheinliche Quellen gelten die Mülldeponie Vidra und die Kläranlage Glina.

Die Behörde verhängte Geldstrafen von insgesamt 795.000 Lei, stellte den Betrieb dreier Anlagen vorübergehend ein, erstattete eine Strafanzeige und beschlagnahmte ein Gerät. Zusätzlich wurden 22 Auflagen angeordnet, deren Umsetzung regelmäßig kontrolliert werden soll.

In Vidra wurde eine unzureichende Verdichtung des Abfalls festgestellt, wodurch Deponiegas unkon-trolliert entweichen konnte. Der Betreiber erhielt eine Strafe von 40.000 Lei und es wurden elf Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften ausgestellt.

Deutlich umfangreicher fielen die Mängel in Glina aus: Die Entwässerungshallen für Klärschlamm standen offen, wodurch Gerüche ungehindert austreten konnten. Am 18. August liefen zeitweise alle drei Zentrifugen gleichzeitig – im selben Zeitraum, in dem die meisten Beschwerden eingingen. Zudem wurde nicht entwässerter Schlamm transportiert, die Füllstände der Biogasspeicher fielen unter die Mindestwerte, ohne dass Alarme ausgelöst wurden, und zwei von vier Geruchsneutralisierungsanlagen waren außer Betrieb.

GNM-Generalkommissar Andrei Corlan betonte, dass die offiziellen Messwerte trotz der Beschwerdewelle keine Grenzwertüberschreitungen zeigten. Das verdeutliche eine Lücke im geltenden Recht: Geruchsbelästigung werde bislang rein als Umweltfrage behandelt, obwohl sie primär ein Gesundheitsthema sein könne. Die GNM hat den Bericht an das Gesundheitsministerium übermittelt und fordert eine gemeinsame Anordnung mit dem Umweltministerium, um künftig Gesundheitsbehörden in solche Kontrollen einzubinden.