Temeswar – Nach einer umfassenden Sanierung hat das Mocioni-Gutsherrenhaus in Feny/Foeni am Freitag seine Tore für Besucher geöffnet und bietet einen neuen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen. Das denkmalgeschützte Bauwerk steht nun für Ausstellungen, Konferenzen und Bildungsaktivitäten zur Verfügung.
Die Öffentlichkeit hat werktags von 10 bis 18 Uhr freien Zugang, an den Wochenenden ist ein Besuch nach vorheriger Vereinbarung möglich. Im Inneren des Gutsherrenhauses erwartet die Gäste ein Museumsbereich mit authentischem Mobiliar, eine digitale Bibliothek mit einem interaktiven Tisch sowie eine zeitweilige Ausstellung des Künstlers Silviu Oravitzan, die für zwei Monate zugänglich sein wird. In naher Zukunft soll zudem ein Kulturcafé eröffnet werden, für dessen Betreiber die Kreisverwaltung ein Auswahlverfahren organisieren wird.
Parallel zur Inbetriebnahme gehen die Modernisierungsmaßnahmen weiter. Geplant sind die Erneuerung der Pflasterung der beiden Innenhöfe, die Fertigstellung der Umzäunung sowie die Sanierung der historischen Holztreppe im Inneren. Zudem werden die bei früheren Arbeiten freigelegten Marmortreppen restauriert, die in der kommunistischen Zeit mit Beton überdeckt worden waren. Außerdem entstehen ein Unterkunftsraum und eine professionelle Küche, wobei alle laufenden Arbeiten aus dem Haushalt des Temescher Kreisrats finanziert werden.
Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wurde durch den Temescher Kreisrat in Zusammenarbeit mit North Consulting ehf Iceland und dem Miltonia-Verein durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des Programms Ro-Cultura mit EU-Fördermitteln für den Zeitraum 2014-2021 finanziert, wobei die Finanzierung 19,2 Millionen Lei übertraf.
Das 1750 errichtete Mocioni-Herrenhaus hat über die Jahrhunderte zahlreiche Umnutzungen erfahren – unter anderem als Getreidespeicher, Gemeinschaftsbad, Bäckerei, Diskothek, Kulturzentrum und Kindergarten. Diese vielfältigen Zwecke beeinträchtigten die Integrität des Gebäudes erheblich. Ziel der Sanierung war es, die ursprüngliche Architektur wiederherzustellen und denkmalgeschützte Elemente zu bewahren. Neben strukturellen Verstärkungen wurden dekorative Elemente restauriert, sodass das Gebäude nun in neuem Glanz erstrahlt.
Am Tag der feierlichen Eröffnung des Mocioni-Gutsherrenhauses wurde zudem festgestellt, dass die Gruft der Familie Mocioni auf dem Friedhof von Feny geschändet wurde. Bei einer ersten Überprüfung vor Ort stellte die Polizei fest, dass die Wand eines Grabes in der Kapelle zerstört worden war. Die Ermittlungen laufen.