Hugo d’Alési – Der Vater des Reiseposters

Ausstellung in Hermannstadt widmet sich Leben und Werk des Künstlers

Hermannstadt – Am 10. Februar 1849 wurde in Hermannstadt/Sibiu Frédéric Alexianu, der später als Hugo d’Alési bekannt werden sollte, als Sohn eines Kapellmeisters geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung in Hermannstadt und Schäßburg arbeitete er als Kaufmannsgehilfe in Kronstadt und danach als Buchhändler in Bukarest. 1873 reist er nach Istanbul, wo er für drei Jahre als Zeichner im Hafen von Smyrna arbeitet. Nach seiner künstlerischen Ausbildung in Italien kommt er in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Paris. Hier arbeitet er für die bekanntesten Eisenbahngesellschaften in der französischen Hauptstadt. Seine hier durch Chromolithografie und Dreifarbdruck hergestellten Plakate erwarben ihm den Ruf als Gestalter werbewirksamer Plakatgrafik. Sein bekanntestes Werk „Maréorama“, eine monumentale Darstellung des Mittelmeers, wurde 1900 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt. Um den spektakulären visuellen Effekt seiner Werke zu erzielen, wandte der Künstler eine eigene Technik an, die als „aquarellähnlich“ beschrieben wird und es ihm ermöglichte, auf einem einzigen Blatt bis zu etwa 20 Farbnuancen darzustellen. Sein Stil, bekannt als „Landschaftsstil“, sollte zu einer der prägenden Formen des Tourismusplakats werden. Das Plakat war nicht mehr nur ein Werbeträger, sondern ein Bild, das Emotionen wecken und vor allem den Traum von einer Reise verkaufen konnte. Sein Einfluss reichte über die Welt der Werbung hinaus, und sein Name ist bis heute mit den Anfängen des modernen Reiseposters verbunden. Paul Cézanne soll sogar gesagt haben: „Ich möchte dekorative Landschaften, so wie Hugo d’Alési, malen“.

In Hermannstadt wird am Dienstag, 1. September um 18:00 Uhr in der Heartfully-Galerie der Stiftung Polisano in der Elisabethgasse/str. 9 Mai Nr. 44 eine Ausstellung eröffnet, die dem Leben und dem Werk des Künstlers gewidmet ist. „Hugo d’Alési ist der Beweis dafür, dass Hermannstadt der Welt nicht nur einen Ort zu besuchen geschenkt hat, sondern auch denjenigen, der Europa gelehrt hat, wie man sich diesen Ort vorstellen kann. Das ist genau die Art von Geschichte, für deren Vermittlung die Heartfully-Galerie geschaffen wurde“, sagt Adrian Oprea, Leiter der Galerie.

Die Ausstellung ist Teil eines größeren Projekts: Im Rahmen eines Wettbewerbs sind Illustratoren und Grafiker aus aller Welt aufgerufen, Hermannstadt anhand eines zeitgenössischen Plakats als Reiseziel zu präsentieren und dabei die Bildsprache neu zu interpretieren, die Hugo d’Alési vor mehr als einem Jahrhundert geprägt hat. Das Projekt wird von dem Verein Ille et Vilaine Sibiu durchgeführt und aus Mitteln der Stadt durch die Kulturagenda finanziert.

Die Ausstellung kann kostenlos täglich zwischen dem 1. und dem 14. September besucht werden.