Im Garten zeitgenössischer Kunst

Eröffnung des Sibiu Contemporary Art Festivals

Eröffnung des Sibiu Contemporary Art Festivals Foto: Aurelia Brecht

Hermannstadt – Bereits das siebte Sibiu Contemporary Art Festival (SCAF) konnte am Freitagabend, den 4. September, seine Tore öffnen. Das vom „Verein Brukenthal von Studio“ organisierte Event steht diesmal unter dem Titel „Der Garten der Entropie – Krieg/Apfel“/„Grădina Entropiei – War/Măr“.

Gastländer sind in diesem Jahr Deutschland und Frankreich. Mehr als hundert Künstler aus dem In- und Ausland stellen in diesem Rahmen ihre Werke aus.

Im Innenhof des Ursulinenklosters eröffnete Ruxandra Cibu Deaconu, Mitglied des rumänischen Senats, die Veranstaltung: Sie freue sich über das Interesse an zeitgenössischer Kunst, betonte sie in ihrer Eröffnungsrede. Deaconu ging zugleich auf die Problematik rund um den Verkauf des Ursulinenklosters ein: Im August war bekannt geworden, dass das römisch-katholische Erzbistum zu Karlsburg/Alba Iulia das Gebäude zum Verkauf freigibt. Daraufhin bekundete Radu Hanea, Leiter der „Therme Group“, Interesse, das Gebäude für 40 Millionen Euro zu erwerben und es in ein regionales Zentrum für Kunst, Kultur und Bildung umzuwandeln. Sie hoffe, so Diaconu, dass dieses beliebte Gebäude ein strahlender Ort der Stadt werde: „Ich hoffe, dass die Person, die das Gebäude übernimmt, die Traditionslinie von Kunst und Kultur, die hier existiert, weiterführt“, so die Senatorin. In ihrer Rede kritisierte Diaconu außerdem die geringe Summe, die Rumänien derzeit für den Kulturbereich investiert: „Investition in Kultur ist genauso nötig wie Kleidung und Nahrung“. Für das Festival sieht Diaconu ein großes Potenzial. Das „SCAF“ könne zu einem signifikanten Bestandteil des Kulturlebens in Hermannstadt werden, ähnlich dem Theaterfestival (FITS) oder dem Astra-Dokumentarfilmfestival.

Florin Ștefan, Rektor der Universität für Kunst und Design in Cluj-Napoca, wirkt seit Jahren beim Festival mit und signalisierte die Bereitschaft für einen längerfristigen Vertrag mit dem „Verein Brukenthal von Studio“.

Petru Lucaci, Vorsitzender des Verbandes der bildenden Künstler Rumäniens, der auch selbst im Rahmen des Festivals ausstellt, freute sich über die Tatsache, dass das Festival über die Jahre nach und nach zu einer Institution geworden sei. Auch Hermannstadt werde innerhalb Rumäniens immer mehr zu einem Bezugspunkt für zeitgenössische Kunst.

Raluca Teodorescu, Direktorin des Brukenthalmuseums, betonte ihre Unterstützung für das Ursulinenkloster und die Zukunft des hier entstandenen künstlerischen Raums.

Noch bis zum 8. November sind die Ausstellungen zu sehen. Das Festival findet an drei Orten in der Stadt, im Museum für zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums, im Brukenthalpalais und im Ursulinenkloster statt.

Die Ausstellung im Ursulinenkloster „Der Garten der Entropie – Krieg/Apfel“ möchte einen konzeptuellen Raum der Spannung zwischen Begierde und Zerstörung, Wissen und Strafe bieten – in einer Welt, die geprägt ist von technologischer Beschleunigung und geopolitischen Brüchen. Außerdem wird hier die Ausstellung „Die Schule von Baia Mare – 130 Jahre künstlerischer Geist aus Baia Mare“ zu sehen sein: Sie umfasst Werke von Mircea Bochiș, Mihai Ciplea, Paul Covaci, Barbu Crăciun, Cristina Cucu, Aurel Cucu, Kinga Györi, Alina Herțeg, Lavinia Mihuț, Gheorghe Mureșan, Ana Maria Nagy, Edita Oșan, Greti Adriene Papiu, Zsolt Pintér und Mirela Stan. Ergänzt wird das Programm durch die Einzelausstellung „Robert Lörincz. Noonday Demon/Streams of Akedia“. Am 11. September um 19 Uhr findet hier das Konzert „Echos aus dem Garten der Entropie“ mit dem „Intermezzo-Quartett“ statt.

Im Museum für zeitgenössische Kunst (Quergasse 6/Strada Tribunei 6) werden zwei Ausstellungen zu sehen sein: „The Unfathomable Shape of Persistence“ (Kuratorin: Iris Ordean) zeigt die Arbeiten von zehn Künstlerinnen aus Rumänien und Deutschland: Paula Anke, Marlene Herberth, Friederike Jokisch, Adina Mocanu, Marina Oprea, Raluca Paraschiv, Renée Renard, Semra Sevin, Lucy Teasdale und Anja Teske. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt umgesetzt. Hier findet auch die Ausstellung „Emerging Me II: Black Diamonds“ statt, die künstlerische Newcomer präsentiert – kuratiert von Gilda Ghinoiu.

Im Museum für Pharmaziegeschichte ist die Ausstellung der Gruppe „Cercul Contemporan de Podoabe“ zu sehen – eine Auswahl zeitgenössischer Schmuckstücke. Alle Informationen zum Festival sind einsehbar unter brukenthalmuseum.ro/scaf.