Temeswar – Ein internationales Archäologenteam hat in diesem Sommer die Forschungen in der Höhle von Românești im Kreis Temesch fortgesetzt. Das vom Banater Nationalmuseum initiierte Grabungsprojekt wird von dessen stellvertretendem Direktor Andrei Bălărie wissenschaftlich koordiniert.
An den Forschungen beteiligen sich inzwischen mehrere Einrichtungen aus Rumänien und Deutschland.
Zur diesjährigen internationalen Mannschaft gehörten nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts neben Andrei Bălărie auch Dorel Micle von der West-Universität Temeswar sowie Prof. Elke Kaiser von der Freien Universität Berlin, Dr. Ewa Dutkiewicz vom Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und Juniorprofessor Beniamin Schürch von der Universität Erlangen. An den Arbeiten beteiligten sich außerdem Studierende der West-Universität Temeswar und der Freien Universität Berlin sowie Studierende mit Spezialisierung auf Grabungstechnik und Nachwuchswissenschaftler aus Berlin und Tübingen.
Die systematischen Untersuchungen in der Höhle wurden 2023 wieder aufgenommen. Die bisherigen Grabungen haben vor allem eine außergewöhnliche bronzezeitliche Nekropole ans Licht gebracht. Bei drei Feldkampagnen zwischen 2023 und 2025 wurden mindestens 130 Gräber festgestellt. Dazu gehören steinbedeckte Gruben mit Einzel- und Kollektivbestattungen, Knochenablagerungen in Wandnischen und mindes-tens ein Hügelgrab. Radiokarbondatierungen weisen einen Teil der Funde in das 15. bis 13. Jahrhundert vor Christus.
Die Untersuchungen sollen neue Erkenntnisse über die Menschen liefern, die vor mehr als 3000 Jahren die Höhle nutzten. Dabei inte-ressieren sich die Wissenschaftler unter anderem für Herkunft, Ernährung, Mobilität, Verwandtschaftsverhältnisse und soziale Strukturen. Neben klassischen archäologischen Methoden kommen dafür anthropologische, archäogenetische und Isotopenanalysen zum Einsatz.
Für die weitere Erforschung der bronzezeitlichen Höhlennekropole hat die Fritz-Thyssen-Stiftung in diesem Jahr ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt bewilligt. Verantwortlich dafür sind Elke Kaiser und Ewa Dutkiewicz. Auch am Geogenomic Archaeology Campus Tübingen laufen Untersuchungen zu den Funden aus Românești, darunter Analysen stabiler Isotope zur Ernährung der bronzezeitlichen Bevölkerung.





