Bukarest – Die rumänische Straßenbaubehörde CNAIR hat in fast 150 Ortschaften sogenannte „Bildungsradare“ installiert: Geräte, die die Geschwindigkeit vorbeifahrender Autos messen und den Fahrern per Anzeigetafel signalisieren, ob sie zu schnell unterwegs sind – ein grünes Lächeln bei Einhaltung des Tempos, ein rotes, grimmiges Gesicht bei Überschreitungen. Da die Daten nicht an die Polizei übermittelt werden, drohen keine Bußgelder. Die Investition, inklusive rot eingefärbter, rutschfester Fahrbahnabschnitte, belief sich auf rund 18 Millionen Lei (etwa 3,5 Millionen Euro). Parallel soll die CNAIR den Einbau von rund 400 klassischen, bußgeldfähigen Radarkameras auf National- und Autobahnstraßen vorbereiten.
Ähnliche „Dialog-Displays“ sind in Deutschland seit Jahren verbreitet und funktionieren nach demselben Prinzip: Lob statt Strafe. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sinkt die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen an solchen Standorten dauerhaft um rund 50 Prozent; andere Untersuchungen sprechen von einer durchschnittlichen Temporeduktion von 5 bis 6 km/h, was 67 bis 72 Prozent weniger Rasern entspricht. Auch auf deutschen Autobahnen kommen Smiley-Symbole zum Einsatz – dort auf Wechselverkehrszeichen an Baustellen, wo sie laut Betreiberangaben die Unfallzahlen um bis zu ein Drittel senken.
Ein wichtiger Unterschied liegt in der Dauerhaftigkeit: Deutsche Kommunen setzen die Displays häufig mobil und rotierend ein, da der psychologische Effekt an einem festen Standort mit der Zeit nachlässt – Wiederholungsfahrer gewöhnen sich nach einiger Zeit an das Gerät und regeln ihr Tempo bereits im Vorfeld. In Rumänien wurden die Anzeigen dagegen überwiegend fest installiert, was langfristig zu einem ähnlichen Gewöhnungseffekt führen könnte.
Gemeinsam ist beiden Ländern die Einschätzung, dass solche Systeme vor allem als Vorstufe zu schärferen, bußgeldbewehrten Kontrollen dienen: In Deutschland ergänzen Dialog-Displays klassische Blitzer, in Rumänien sollen die „lächelnden Radare“ die Fahrer laut CNAIR gezielt auf die kommenden 400 sanktionsfähigen Radarkameras vorbereiten.




