Lehrreiche Begegnungen zwischen Geschichte, Kultur und Sprache

„Buntes Sträußchen“ kehrt mit vielen Eindrücken aus Deutschland zurück

Die Midi-Tanzgruppe „Buntes Sträußchen“ aus Großsanktnikolaus erlebte einen lehrreichen Aufenthalt in Deutschland. Ihnen zur Seite stand der Geschäftsführer des St. Gerhards-Werks Stuttgart, Prof. Dr. Rainer Bendel. Foto: privat

Großsanktnikolaus – Eine Woche voller Begegnungen, neuer Eindrücke und gemeinsamer Erlebnisse liegt hinter der Tanzgruppe „Buntes Sträußchen“ des Demokratischen Forums der Deutschen in Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare aus dem Kreis Temesch. 16 Mitglieder der Midi-Tanzgruppe nahmen gemeinsam mit ihren Begleiterinnen Helena Comloșan und Adina Talpoș am Schülerkurs „Sprache und Kultur intensiv“ des St. Gerhards-Werks Stuttgart, der vom 20. bis zum 26. Juli stattfand, teil. Das Seminar führte die Jugendlichen an bedeutende Orte deutscher und europäischer Geschichte und Kultur und verband theoretisches Wissen mit unmittelbarem Erleben.

Gleich zu Beginn des Aufenthalts stand ein Besuch im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen auf dem Programm. Dort präsentierten die jungen Tänzer ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Volkstänzen, Liedern und Gedichten. Die Vorführung wurde von den anwesenden Gästen, die meisten mit banatschwäbischen Wurzeln, mit großem Interesse aufgenommen und bot Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Begegnungen. Für die Jugendlichen war es eine besondere Erfahrung, ihre Kultur und Traditionen einem deutschen Publikum näherzubringen.

Anschließend erkundete die Gruppe die Universitätsstadt Tübingen. Eine Bootsfahrt auf dem Neckar ermöglichte den Teilnehmern einen besonderen Blick auf die historische Altstadt. Ebenfalls auf dem Programm stand ein Besuch der Ritter-Sport-Schokoladenfabrik in Waldenbuch, wo die Jugendlichen Einblicke in die Herstellung der bekannten Schokolade erhielten.

Der zweite Seminartag führte die Gruppe nach Straßburg. Während einer Stadtbesichtigung lernten die Teilnehmer die elsässische Metropole kennen, die seit Jahrhunderten als Brücke zwischen Deutschland und Frankreich gilt. Bei einer Schiffsrundfahrt auf der Ill bot sich ihnen außerdem ein Blick auf die wichtigsten europäischen Institutionen. Ein Höhepunkt war der Besuch des Europäischen Parlaments, bei dem die Jugendlichen die Arbeit einer der zentralen Institutionen der Europäischen Union aus nächster Nähe kennenlernen konnten. Auch die regionale Küche kam nicht zu kurz: Mit einem traditionellen Flammkuchen konnten die Teilnehmer eine typische elsässische Spezialität probieren.

Am dritten Tag stand der Bodensee auf dem Programm. In Konstanz erkundete die Gruppe die historische Altstadt und gewann weitere Einblicke in die Geschichte und Kultur der Bodenseeregion.

Der vierte Seminartag führte die Jugendlichen nach Stuttgart. Dort besuchten sie zunächst die Wilhelma, den artenreichsten Zoo Deutschlands mit angeschlossenem Botanischen Garten. Anschließend waren die Mitglieder der Tanzgruppe im Caritas-Pflegeheim „Adam Müller-Guttenbrunn“ zu Gast. Mit ihren Volkstänzen bereiteten sie den Bewohnerinnen und Bewohnern große Freude und wurden für ihre Darbietungen mit herzlichem Applaus belohnt. Die Begegnung zwischen den jungen Gästen aus dem Banat und den Senioren hinterließ bei beiden Seiten bleibende Eindrücke.

Zum Abschluss der Reise stand ein Besuch in Ulm auf dem Programm. Bei einer Stadtführung lernten die Jugendlichen die historische Donaustadt kennen und besichtigten das imposante Ulmer Münster sowie das malerische Fischerviertel. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Donauschwäbischen Zentralmuseums. Dort erfuhren die Teilnehmer viel über die Geschichte der Donauschwaben – von ihrer Auswanderung aus den deutschen Ländern entlang der Donau bis zu ihrer Ansiedlung im südosteuropäischen Raum. Damit schloss sich der Kreis einer Reise, die den Jugendlichen ihre eigenen historischen Wurzeln auf eindrucksvolle Weise näherbrachte.

Während der gesamten Reise wurden die Teilnehmer nahezu überall von Prof. Dr. Rainer Bendel begleitet. Der Geschäftsführer des St. Gerhards-Werks vermittelte den Jugendlichen auf den Fahrten und bei den einzelnen Programmpunkten zahlreiche historische, geografische und ortsspezifische Informationen. Seine Erläuterungen trugen wesentlich dazu bei, die besuchten Orte besser zu verstehen und die Zusammenhänge der europäischen Geschichte anschaulich nachzuvollziehen.

Das Fazit der Reise fiel durchweg positiv aus. Die Teilnehmer erlebten einen abwechslungsreichen und äußerst lehrreichen Aufenthalt, bei dem Geschichte, Kultur und Sprache nicht nur theoretisch vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar wurden. Die während der Exkursion gewonnenen Kenntnisse werden den Jugendlichen vermutlich nachhaltiger in Erinnerung bleiben als ein ausschließlich schulischer Unterricht.

Gleichzeitig bot die gemeinsame Woche Gelegenheit, die Mitglieder der Tanzgruppe auch außerhalb der Proben besser kennenzulernen und den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu stärken.