Lettenbichler holt siebenten Romaniacs-Titel

Foto: Red Bull Romaniacs

Hermannstadt - Am Ende der 23. Auflage der Red Bull Romaniacs – der als härteste Endurorallye der Welt bekannten Motorradveranstaltung – erklärte Hauptorganisator Martin Freinadametz: „Ich finde, diese Ausgabe war einfach großartig. Wir hatten Glück mit dem Wetter, und das Rennen war unglaublich. Alle Klassen haben einen tollen Job gemacht, und es gab jede Menge glücklicher Gesichter. Außerdem freue ich mich sehr, dass wir nun auch große Motorräder als Teil der Romaniacs haben.“

Das Rennen begann am 27. Juli 2026 mit der schon traditionellen „Parade der Nationen“, bei der die Fahrer dem Publikum vorgestellt wurden. Insgesamt waren heuer 58 Nationen vertreten. Am Dienstag, dem 28. Juli, folgte der legendäre Prolog mitten in Hermannstadt. Die Teilnehmer zeigten ihr Können auf der herausfordernden Strecke von Mastermind Andy Fasekas. Zahlreiche Hindernisse sorgten für eine spektakuläre Show unter den Augen tausender Zuschauer.

Von Mittwoch, dem 29. Juli, bis Samstag, dem 1. August, führte die Rallye alle Fahrer tief durch die Karpaten. Als Favoriten galten in diesem Jahr der Deutsche Manuel Lettenbichler als Titelverteidiger sowie der Bulgare Teodor Kabakchiev. Für eine Überraschung sorgte Graham Jarvis, der aufgrund seiner bisherigen sieben Titel den Beinamen „König der Karpaten“ trägt. Er trat erstmals in der Gold-Klasse mit seinem Elektrobike Jarv-e an. „Die größte Herausforderung bei den Romaniacs ist eigentlich der Fahrer und nicht das Motorrad. Bei der kurzfristigen Weiterentwicklung der Batterien hatten wir bis zuletzt noch einiges an logistischer Arbeit, damit wir die notwendigen Distanzen zuverlässig schaffen. Deshalb wurde es zum Schluss etwas hektisch. Für mich persönlich ist der größte Vorteil des Elektromotorrads, körperliche Kräfte zu sparen. Das wichtigste Ziel ist, das Rennen zu beenden und zu zeigen, dass das Motorrad die gesamte Distanz bewältigen kann. Alles darüber hinaus wäre ein Bonus. Insgesamt möchte ich die Rallye einfach genießen und auf dem Motorrad Spaß haben. Meine Motivation war noch nie so groß“, erklärte er vor dem Start.

Obwohl Kabakchiev den Prolog für sich entscheiden konnte, sicherte sich Lettenbichler an den ersten beiden Tagen jeweils den Etappensieg. Am dritten Tag schlug Kabakchiev zurück: Er war der schnellste Fahrer und nahm Lettenbichler 53 Sekunden von dessen über 19-minütigem Vorsprung ab. Am vierten Tag ging Lettenbichler mit einem komfortablen Vorsprung von 18 Minuten und 44 Sekunden auf seinen härtesten Verfolger Kabakchiev in den letzten Renntag. Nach seinem Tagessieg am Vortag war Kabakchiev hoch motiviert, den Rückstand noch aufzuholen. Doch bereits vom Start des vierten Offroad-Tages an machte Lettenbichler erneut deutlich, dass er derzeit kaum zu schlagen ist. Mit einer fehlerfreien Fahrt baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus und erreichte das Ziel in Hermannstadt als Sieger des diesjährigen Rennens.

Ein früher technischer Defekt kostete Kabakchiev wertvolle Zeit. Dennoch kämpfte er sich unbeirrt zurück auf Rang zwei. Der Rückschlag machte zwar alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg zunichte, doch bis ins Ziel fuhr er weiterhin am Limit und sicherte sich den zweiten Platz auf dem Podium. Damit holte Lettenbichler seinen siebten Sieg bei den Romaniacs und stellte den Rekord von Graham Jarvis ein.

„Ich bin sprachlos. Es ist verrückt, wie sich meine Karriere entwickelt hat. Dieses Gefühl ist einfach unglaublich. Für jeden Sieg investiert man unheimlich viel Arbeit, aber ich hätte nie erwartet, hier bei den Red Bull Romaniacs siebenmal zu gewinnen. Die schweren Sektionen heute haben mir richtig Spaß gemacht. Ich wusste, dass Teo Zeit verloren hatte, deshalb bin ich mein eigenes Tempo gefahren und konnte den Tag wirklich genießen. Der Zieleinlauf hier ist das beste Gefühl überhaupt. Ich liebe dieses Event. Man trifft Fahrer aus der ganzen Welt, und nach einem Renntag sind wir alle gleich erschöpft. Ich bin gerade einfach überglücklich“, erklärte Mani am Ende des Rennens.