Temeswar – Das Nationale Kunstmuseum Temeswar/Timișoara (MNArT) und der Temescher Kreisrat eröffneten am Donnerstag, dem 10. September, die Ausstellung „LIMINAL. Memoria apei și a pietrei.
Alterări și recuperări expresive“ (Deutsch: „LIMINAL. Die Erinnerung des Wassers und des Steins. Ausdrucksvolle Veränderungen und Wiedergewinnungen“). Die Ausstellung der Künstlerin Bianca I. Bondoc entstand in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Kunst und Design sowie der Kunst-Doktorandenschule der West-Universität Temeswar (UVT).
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Erinnerung, Materie und Transformation. Ausgangspunkt ist die Lithografie, die in der künstlerischen Arbeit von Bianca I. Bondoc eine zentrale Rolle einnimmt. Die Künstlerin untersucht dabei, wie sich ein Bild durch experimentelle Eingriffe verändern, beschädigen und anschließend in neuer Form wiedergewinnen lässt.
Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der künstlerischen Forschung, die Bondoc im Rahmen ihres Doktoratsstudiums im Bereich der Bildenden Künste an der Kunst-Doktorandenschule der West-Universität Temeswar entwickelt hat. Betreut wurde die Forschung von Prof. Dr. Adriana Lucaciu. Grundlage bildet eine Untersuchung zur rumänischen Lithografie im europäischen Kontext.
„LIMINAL“ beschäftigt sich insbesondere mit den Möglichkeiten der Transformation, Alteration und Rekonstruktion des Bildes durch experimentelle Eingriffe in den lithografischen Stein. Wasser und Stein sind dabei nicht lediglich materielle Elemente. Sie werden zu Symbolen für Erinnerung und Veränderung und markieren einen künstlerischen Prozess, der sich zwischen Forschung, Experiment und Ausdruck bewegt.
Kuratiert wird die Ausstellung von Doz. Dr. Daniel Apostu-Teodorescu. Die Besucher erhalten Einblick in verschiedene Phasen des künstlerischen Entstehungsprozesses – von ersten Skizzen und der Vorbereitung der lithografischen Steine bis zur eigentlichen Herstellung und zum Druck der Arbeiten.
Der Ausstellungsparcours macht damit nicht nur die fertigen Werke sichtbar, sondern auch den Weg ihrer Entstehung. Wiederkehrende introspektive und existenzielle Fragestellungen werden durch eine Reihe von Elementen und Symbolen mit hoher semantischer Bedeutung zum Ausdruck gebracht.
„Das MNArT unterstützt die zeitgenössische künstlerische Forschung und Kreativität und widmet den Projekten aus dem akademischen und künstlerischen Umfeld Temeswars kontinuierlich Aufmerksamkeit.
Mit dieser Ausstellung möchten wir dem Publikum nicht nur das künstlerische Ergebnis näherbringen, sondern auch die Ideen, die Forschung und die Prozesse, aus denen es hervorgeht“, so Filip Petcu, Leiter des Nationalen Kunstmuseums Temeswar. Die Ausstellung „LIMINAL“ ist bis zum 26. September in der Galerie L des Barockpalastes zu sehen.




