Weiterhin „Stadtregeneration“ in Reschitza

Zentrum der Neustadt und Ausfahrtstraße Richtung Karansebesch kommen jetzt dran

Der Tricolorului-Park, das Herzstück der Neustadt, soll komplett umgestaltet werden. Im Hintergrund, halbrechts, die zweite orthodoxe „Kathedrale“ von Reschitza (errichtet nach 1990). Foto: Rathaus Reschitza

Reschitza/Temeswar – Am 20. März unterzeichneten Vertreter des Reschitzaer Rathauses und der Regionalentwicklungsagentur West in Temeswar den Finanzierungsvertrag für eine erste Komponente der nächsten Etappe des weiteren Umbaus von Reschitza. Es handelt sich um die Neustadt, die als Wohnstadt von Reschitza ab 1960 in Angriff genommen wurde und wo bis 1990 rund 60 Prozent der Stadtbewohner lebten. Und zwar werden jetzt drei der vier Mikrorayons (Nr. 2, 3 und 4) sowie die Ausfahrtstraße Richtung Karansebesch, zu der auch die ehemaligen Jugendheime der Reschitzaer Werke gehören – die zum Teil zu Slums verkommen sind – neugestaltet.

Komplett umgestaltet wird in erster Linie der „Tricolorului“-Park, der an der Kreuzung der Hauptverkehrsadern der Neustadt liegt und einst zu dessen Zentrum ausgebaut werden sollte – was 1990 aus Geldmangel gestoppt wurde. Heute stehen dort nur eine neue rumänisch-orthodoxe Kirche – „Kathedrale“ – (finanziert nach 1989...), die zweite römisch-katholische Kirche der Stadt (in den 1990er Jahren hauptsächlich gebaut mittels Spenden der Gläubigen von Graz, Pfarrgemeinde rechtes Mur-Ufer), das Lyzeum für Musik und bildende Kunst „Sabin Păutza“ mit einem von Hans Fackelmann entworfenen Konzertsaal, das Museum des Banater Montangebiets (das einzige Museumsgebäude, das im kommunistischen Rumänien als Neubau – ein Projekt des Bukarester Architekten [erban Antonescu – realisiert wurde; ab diesem Jahr muss es renoviert werden) und ein Carrefour-Großhandelsgeschäft.

Bei der Umgestaltung sollen Kinderspielplätze und Fitness-Räume entstehen, ein Parkplatz mit 126 Stellplätzen wird unterirdisch realisiert, Pavillons entstehen, die als verstellbare Module realisiert werden und u. a. Kleinhandel dienen sollen, Fahrradwege werden angelegt, 500 Bäume gepflanzt. Vorgesehen ist, dass im neugestalteten Zentralpark der Neustadt „kulturelle und bildnerisch-erzieherische Ereignisse“ stattfinden sollen, Ausstellungen und Freiluft-Vorstellungen organisiert werden können. Die Grünflächen werden um 6700 Quadratmeter auf 30.000 erweitert. Alles, um einem aktiven, gesünderen Lebensstil Vorschub zu leisten und die soziale Interaktion zu fördern. Entstehen sollen „nachhaltige öffentliche Räume, die jederzeit funktional sind und zugänglich für die gesamte Einwohnerschaft“.
Durch Mittel desselben Regionalprogramms West (sämtlich: EU-Mittel) soll Reschitza attraktiver, grüner werden und über möglichst viele der Ausstattungen einer modernen Stadt verfügen. Insgesamt stehen für dieses urbane Regenerationsprojekt rund elf Millionen Euro zur Verfügung.

Parallel mit diesem Vorhaben geht die Neu- und Umgestaltung der beiden Bersauufer weiter – diesmal entlang ihres Laufs in der Neustadt. Und in diesem Jahr noch soll auch die Neugestaltung der ehemaligen Industriebrache Mociur, beidseitig der neuen Verbindungsstraße zwischen Verwaltungszentrum und Zentrum der Neustadt (die kürzlich für den Verkehr freigegeben wurde – ADZ berichtete), fertiggestellt werden. Und die Immobilienbranche von Auchan dürfte dann auch endlich mit ihren seit fast sieben Jahren angesagten Bauvorhaben beginnen – ein Ensemble von Wohnbauten, Freizeiteinrichtungen inklusive Aquapark, eine Mall für Hobbyhandwerker etc. (ADZ berichtete).