ILA 2026: Europas Luft- und Raumfahrt traf sich in Berlin

Rumänien mit repräsentativem Messestand Anlaufpunkt der AKH-Delegation

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2026 Foto: Messe Berlin GmbH

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2026, ILA 2026, dokumentierte vom 10. bis 14. Juni die gesamte Bandbreite der Luft- und Raumfahrt und wurde zum Treffpunkt von Industrie, Politik, Streitkräften, Wissenschaft und Forschung. 750 Aussteller aus 37 Ländern präsentieren am Flughafen BER ihre Innovationen. Rumänien war mit einem repräsentativen Messestand, Hauptanlaufpunkt der von der AHK Rumänien organisierten Wirtschaftsdelegation, an der 14 Repräsentanten aus Wirtschaft und Forschung teilnahmen, vertreten.

Rund 100.000 Teilnehmer frequentierten das Messegelände „Berlin ExpoCenter Airport“ neben dem neuen Flughafen BER Berlin-Brandenburg. Präsentiert wurden 100 Fluggeräte am Boden und teils in der Luft. 330 Delegationen aus 60 Ländern besuchten die ILA 2026. Die erste deutsche Astronautin Rabea Rogge stellte auf der ILA-Bühne SPACE ihr Buch mit Erlebnisberichten über ihre historische Raumfahrtmission 2025 vor.

Zentrales Forum für Luft- und Raumfahrt

Nach coronabedingter Zwangspause wurde aus dem starken Neustart 2022 der ILA 2024 ein Rekord-Comeback: Rund 95.000 Teilnehmende aus etwa 60 Ländern, 600 Aussteller aus 31 Nationen, 350 Redner und 200 internationale Delegationen. Die ILA 2026 hat diesen Kurs noch einmal deutlich ausgebaut: Mehr Teilnehmende, mehr Aussteller, mehr internationale Beteiligung und ein Talent Hub, der sich als Karriereplattform der Aerospace-Industrie etabliert hat. In nüchternen Zahlen: 750 Aussteller aus 37 Ländern, 330 Delegationen aus 60 Ländern, 100.000 Teilnehmende frequentierten das Messegelände Berlin „ExpoCenter Airport“. Die ILA Berlin wächst in jeder relevanten Dimension.

Die ILA Berlin 2026 hat nach fünf intensiven Messetagen Maßstäbe gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, wie relevant der Austausch zwischen Industrie, Politik, Forschung, Streitkräften, Talenten und Öffentlichkeit geworden ist. Die Berlin-Brandenburg hat sich als Standort für Luft- und Raumfahrt etabliert, was gerade die ILA Berlin 2026 untermauert hat. Berlin-Brandenburg zählt zu den Kompetenzzentren der deutschen Luft- und Raumfahrt. Global agierende Konzerne, hochspezialisierte Mittelständler, innovative Startups sowie renommierte Forschungseinrichtungen und Hochschulen entwickeln hier Zukunftstechnologien für Luftfahrt, Raumfahrt und Sicherheit. Die ILA entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Forum für Luft- und Raumfahrt, Sicherheit und technologische Souveränität in Europa. 

An den drei Fachbesuchertagen vom 10. bis 12. Juni standen für die Experten aktuelle Entwicklungen in Aviation, Space und Defence im Mittelpunkt. Am Wochenende öffnete die ILA ihre Tore zudem für das private Publikum und machte die Faszination der Luft- und Raumfahrt erlebbar. Zahlreiche Flugzeuge, Helikopter und Drohnen sowie technische Innovationen wurden für die Fach- und Privatbesucher aus nächster Nähe erlebbar. Die ILA hat das Image als Europas führende Plattform für Raumfahrtthemen. Im Zentrum stehen Satelliten, Raketen, Erdbeobachtung und nicht zuletzt: die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

Europa als Kontinent der Luftfahrt 

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die Internationale Luft- und Raumfahrt-Ausstellung, ILA, die unter dem Motto „Pioneering Aerospace“ stand. Er betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Deutschland immer ein Pionier der Luftfahrt war und stellte die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung für einen starken Luftfahrtstandort Deutschland vor. „Im Zentrum unserer Strategie stehen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in einer der Zukunftsbranchen unseres Landes“, betonte der Kanzler. Zu den Schwerpunkten der neuen Luftfahrtindustrie zählen:

Luftfahrtstandort sichern: Die neue Luftfahrtstrategie löst die alte Strategie von 2014 ab. Sie ziele darauf ab, so der Kanzler, Deutschland als einen starken Luftfahrtstandort zu sichern und weiterzuentwickeln. Deutschland und Europa sollten weltweit „führende Luftfahrtnationen und ein Kontinent der Luftfahrt bleiben können“. Die Strategie denke Luftverkehr, Luftfahrtindustrie und militärische Luftfahrt erstmals zusammen, identifiziere und benenne die wichtigsten Maßnahmen, so der Kanzler.

Strategische Schlüsselbranche: „Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine strategische Schlüsselbranche“, sagte der Bundeskanzler. Die Branche verzeichnete 2025 ein Wachstum von 19 Prozent und einen Rekordwert von 130.000 Beschäftigten. Der Erfolg beruhe auf Innovationen, die auch immer „Souveränität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit“ bedeuten, so Kanzler Merz.

Luftverkehr stärken: Gegen die Herausforderungen der Luftverkehrswirtschaft hat die Bundesregierung ein Paket geschnürt, das den Luftverkehr um 500 Millionen Euro entlastet – darunter die Streichung der E-Kerosin-Quote, die Senkung der Flugsicherungsgebühren sowie der Luftverkehrssteuer. Der Kanzler sagte, auch die Kosten für die Flugsicherung der deutschen Regionalflughäfen werde übernommen.

Im Zentrum der Luftfahrtstrategie: Wettbewerbsfähigkeit

In seiner auch international viel beachteten Rede nannte der Bundeskanzler auch weitere Herausforderungen und Ziele. So verwies er darauf, dass die vorige Luftfahrtstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2014 stammt, nicht mehr up to date sei und betonte: „Unsere neue Luftfahrtstrategie zielt darauf ab, dass wir Deutschland nicht nur als einen starken Luftfahrtstandort sichern und weiterentwickeln. Im Zentrum unserer Strategie stehen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in einer der Zukunftsbranchen unseres Landes, damit wir in Deutschland und  Europa weltweit führende Luftfahrtnationen und ein Kontinent der Luftfahrt bleiben können. Wir denken dabei Luftverkehr, Luftfahrtindustrie und militärische Luftfahrt zusammen, und wir identifizieren Handlungsfelder und benennen die wichtigsten Maßnahmen.“ Die Luftfahrtstrategie sei ein Signal an uns alle, die Luft- und Raumfahrt eine strategische Schlüsselbranche. 

Die Erfolgsgeschichte der Airbus-320-Flugzeugbauer-Familie (Deutschland, Frankreich Spanien, Vereinigtes Königreich) nannte der Kanzler als ein Beispiel für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland und Europa. Er wolle die europäische Zukunfts- und Erfolgsgeschichte von Airbus fortschreiben. Um auch diese Herausforderung zu meistern, will die Bundesregierung dafür auch am Luftfahrtforschungsprogramm festhalten und die Möglichkeiten der Hightech Agenda nutzen. Die Luftfahrtstrategie weist genauso in diese Zukunft: Digitalisierung und Dekarbonisierung, eine emissions- und lärmarme Luftfahrt mit klimaneutralen Kraftstoffen sowie elektrischen und auf Wasserstoff basierenden Antrieben. Die ILA 2026 machte einmal mehr deutlich, dass die Luftfahrtindustrie eben eine Innovationsindustrie ist, eine Wachstumsbranche wie zurzeit keine andere in Deutschland und in Europa. Laut eines von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Expertengremiums werde sich der Luftverkehr bis zum Jahr 2050 noch einmal verdoppeln. Deren Schätzungen zufolge sollen 40.000 neue Flugzeuge dazukommen.

Deutsche Astronautin Rabea Rogge als Gast auf der ILA

Zu sehen waren über 100 Flugzeuge und Hubschrauber auf dem Boden und teils auch in der Luft, darunter ein „Airbus A380“ der Fluggesellschaft Emirates, ein „Eurofighter“, ein „Bombardier Global 6000“ (der Langstreckenjet der Bundeswehr), ein „Airbus Beluga ST“, der Militärtransportflieger „Airbus A400M Atlas“ und der Airbus 320neo in der Sonderlackierung „100 Jahre Lufthansa“ sowie das Forschungsflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für Parabelflüge. Zum Flugprogramm zählten unter anderem ein „Airbus A350-1041“, der Hubschrauber „EC665 Tiger“ und ein „Eurofighter“, sowie der Überflug eines „Airbus A321“, ergänzt durch eine Luftparade mit punktgenauen Landungen von Fallschirmspringern. Die Bundeswehr war größter Einzelaussteller der Messe. 

Auch das Rahmenprogramm der ILA 2026 mit Diskussionen, Vorführungen und Vorträgen auf drei Bühnen fand regen Zuspruch. Dabei erwies sich die erste deutsche Weltraumfahrerin Rabea Rogge (30), die ihr Buch „Ein (bisschen) Weltraum für Alle. Gedanken einer Astronautin zu Expeditionen, Robotern und Zukunftsvisionen“ vorstellte, als besondere Zugnummer. Im Rahmen der Fram2-Mission mit der SpaceX-Falcon-9-Rakete, die am 1. April März 2025 vom Kennedy Space Centers in Cape Canaveral ins Weltall abhob, nahm die in Berlin geborene Rabea Rogge an dem vom 1. bis 5. April 2025 dauernden Weltraumflug teil, kreiste als Mitglied der vierköpfingen Crew in der Dragon-Kapsel in einer Polarbahn 55 Mal um die Erde. Dabei führte die Elektroingenieurin, die unter anderem an der Technischen Universität Berlin studierte, 22 wissenschaftliche Untersuchungen durch. Sie untersuchte etwa Lichtphänomene, die ähnlich wie Polarlichter aussehen. 

Die erste deutsche Astronautin ist keine ausgebildete Astronautin im klassischen Sinn, vielmehr ein Sinnbild für eine neue Generation von Astronautinnen, deren Karriereweg nicht über Militärakademien, sondern über Forschungslabore, Polarstationen und akademische Erfolge führte. Mit ihrem Erlebnisbericht über ihre historische Mission als erste deutsche Weltraumfahrerin sowie über persönliche Erlebnisse mit Wissenschaft  möchte sie insbesondere Frauen Mut machen, gerade in technischen Berufen, die von Männern noch dominiert werden, Fuß zu fassen. Nach ihrem Weltraumflug ist Rabea Rogge zurück zur Forschung in der Ozeanrobotik gegangen. Aber sie würde sich auch nochmals auf den Weg in den Weltraum machen. 

Teilnahme der AHK Bukarest mit Wirtschaftsdelegation

Gleich am ersten Tag der ILA traf sich die von der AHK Rumänien in Partnerschaft mit OPIAR (Arbeitgeberverband der rumänischen Luftfahrtindustrie) organisierte Wirtschaftsdelegation, der 14 Repräsentanten von Unternehmen angehörten, am Messestand Rumäniens, der acht Unternehmen sowie den rumänischen Arbeitgeberverband der Luftfahrtindustrie (OPIAR) und  das Nationale Institut für Turbomotorenforschung und -entwicklung (COMOTI) als Einzelaussteller umfasste. 

Herzlich begrüßt wurde die Delegation von der rumänischen Botschafterin in Deutschland, Adriana Stănescu, und vom Direktor der ARICE, der rumänischen Agentur für Investitionen und Außenhandel, Stelian Samson. Das Programm umfasste auch Besuche an den Ständen globaler Akteure wie Rheinmetall, Diehl Aviation, Fraunhofer-Gesellschaft, Bavaria Cluster und Airbus. Durch den Besuch der ILA als enorm wichtige Plattform der Luft- und Raumfahrt konnte die Vernetzung mit internationalen Branchenführern und Unternehmen ausgebaut und Einblicke in die neuesten Technologien gewonnen werden. Die Teilnahme an der nächsten ILA in zwei Jahren ist schon vorgemerkt. Die ILA 2028 findet vom 17. bis 21. Mai statt.