Mit dem Forum nach Saturn!

313 Personen reisten mit, um ihre deutsche Kultur zu feiern / Regionalforum stellt Weichen für die Zukunft

Der Abgeordnete Ovidiu Ganț neben Carmen Cobliș (von links) im Kulturpalast in Mangalia | Fotos: Valentin Brendler

Christian Töpfer (stehend) wurde gerade zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er erklärte, dass er insbesondere die Jugend ansprechen möchte.

Am letzten Abend gab es beim Restaurant in Venus, wo das Abendessen stattfand, ein Lagerfeuer.

Nach der Ankunft am Donnerstagabend im Restaurant in Venus stürmten die Gäste auf das Buffet.

Der ehemalige Vorsitzende Dr. Klaus Fabritius im Gespräch mit dem neuen Vorsitzendem Christian Töpfer (von links).

Fotos von Dr. Klaus Fabritius

Ein Teil der Malereiausstellung

Die Sängerin Anna Schaal aus Deutschland, die stimmgewaltig und beeindruckend sang.

Die Kindertanzgruppe „Meereswellen aus Constanța.

Der Kinderchor „Meeresglöckchen“ ebenfalls aus der Küstenstadt.

Die Tanzgruppe „Enzian“ Aus Jassy/Iași, die sich nach ihrem Auftritt wohlverdienten Applaus abholt.

Die Musikgruppe „Intermezzo“ aus Reschitza, die natürlich, wie für die Reschitzaer üblich, eine Flagge mit dabei hat.

Die Jugendtanzgruppe „Edelweiss“ aus Oberwischau/Vișeu de Sus

Der Chor „Donaustimmen“ aus Galați

Der Chor „Heilige Anna“ aus Oberwischau/Vișeu de Sus

Ovidiu und Mihaela Șwarț

Das Trio Saxones mit Band, das nach längerer Zeit wieder auftrat.

Erneut die Jugendtanzgruppe „Enzian“ gemeinsam mit der Erwachsenengruppe

Die Musikgruppe „Edelweiß Rarău“ aus Kimpolung/Câmpulung Moldovenesc

Die Musik- und Tanzgruppe „Eichenwälder“ aus Bukarest

Der Chor „Franz Stürmer“ aus Reschitza (natürlich mit Flagge)

Die Gruppe „Edelweiß“ aus Piatra Neamț

Die Gruppe „Edelweiss“ aus Oberwischau

Die Band „Resicza“ natürlich aus Reschitza (mit Flagge)

Der Musiker Doru Sascău aus Bacău

Die Tanzgruppe „Sonnenschein“ aus Moinești

Zum Abschluss war nochmal „Ederlweiss“ aus Oberwischau auf der Bühne.

Fabritius, Cobliș und Töpfer posieren gemeinsam (von links)

Im beschaulichem Touristenort Saturn an der Schwarzmeerküste fuhren vor Kurzem zahlreiche Busse zum frisch renovierten Hotel „Atena“. In diesen saßen: Zipser, Banater Berglanddeutsche und viele  Angehörige der deutschen Minderheit im Altreich und im Buchenland. Insgesamt 313 Personen zählte die Gästeliste des Treffens des Regionalforums „Altreich“ vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien. Das Regionalforum hatte ein wirklich umfangreiches Kultur- und Tourismusprogramm für die Teilnehmer von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen auf die Beine gestellt. Außerdem wurden dabei auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Es gibt nun einen neuen Vorstand und sogar einen neuen Namen.

Von nun an heißt das Regionalforum nämlich „Altreich & Buchenland“.  Dies war unter anderem der Wunsch der drei Filialen im Buchenland, erklärt die Geschäftsführerin des Regionalforums Carmen Cobliș. Dabei geht es um die Lokalforen Suceava, Kimpolung/Câmpulung Moldovenesc und Dorna-Watra/Vatra Dornei. „Es ist keine Absorption, sondern eine Zusammenlegung“, machte Cobliș darüber hinaus klar. „Keine der Filialen wird mehr oder weniger als eine andere sein und keine der lokalen Gemeinschaften wird ihre Persönlichkeit und lokale Eigenschaften verlieren!“

Eine finanzielle und administrative Entscheidung

„Die Finanzen von beiden Regionen wurden schon seit Jahren gemeinsam verwaltet“, erklärt auch Christian Töpfer, der Vorsitzende des Zentrumsforums Bukarest. Das sei logistisch sinnvoll, insbesondere da die Minderheit im Altreich und dem Buchenland kleiner ist als in Siebenbürgen oder dem Banat und es zwischen den einzelnen Gemeinschaften große geografische Abstände gibt. Auch die zweijährigen Treffen des Regionalforums, wozu die Fahrt nach Saturn zählte, soll künftig abwechselnd im Buchenland und im Altreich sein.

Dies wird von nun an der neue Vorstand gemeinsam mit der Geschäftsführerin Carmen Cobliș organisieren. Der neue Vorsitzende ist zudem der eben zitierte Christian Töpfer. Er übernimmt die ehrenamtliche Position von Dr. Klaus Fabritius, der sie jahrzehntelang inne hatte. Töpfer bekleidet die neue Position, „um meine Vorfahren zu ehren und die deutsche Gemeinschaft zu stärken.“ 

Unterstützt wird er dabei im Vorstand von Mihaela Brunhuber (Vorsitzende Zentrumsforum Bacău), Dan Matzner (Vorsitzender Ortsforum Piatra Neamț), Corina Derla (Lokalforum Suceava), Richard Wagner (Vorsitzender Ortsforum Tulcea) und Hermine Pal-Kwirsfeld (Vorsitzende Lokalforum Vatra Dornei), die einstimmig gewählt wurden. 

Außerdem ist auch Fabritius weiterhin Teil des Vorstandes. Er tritt also etwas mehr in den Hintergrund, wird die deutsche Minderheit jedoch weiterhin tatkräftig unterstützen. Für seinen jahrelangen Einsatz wurde ihm in diesen Tagen mehrmals gedankt, unter anderem von Erwin Josef Țigla (Vorsitzender Ortsforum Rechitza), der als Gast aus dem Banat vor Ort war, sowie vom Abgeordneten Ovidiu Ganț. 

Der politische Vertreter der deutschen Minderheit war weit angereist, trotz seines vollen Terminkalenders, um Fabritius zu danken und Töpfer alles Gute zu wünschen. Außerdem hatte er auch eine politische Botschaft für die anwesenden Gäste: „Die Fraktion der Minderheiten hat dafür gesorgt, dass die finanziellen Mittel für dieses Jahr gesichert sind! Alle Projekte, die Sie sich vorstellen können und vorgeschlagen haben, werden auch umgesetzt.“ Trotz politischen Trubels solle das deutsche Gemeinschaftsleben normal weitergehen.

Traditionen und Kultur im Fokus

Und die deutsche Minderheit definiert sich durch ihre Traditionen und Kultur! Deswegen war dies neben der politischen und organisatorischen Ebene das Zentrum des mehrtägigen Ausflugs. Cobliș und ihr Team haben dafür ein wirklich umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.

Los ging es am Freitagmorgen, wo ein Buch vorgestellt wurde. Dieses heißt „Willkommene Gäste“ und ist ein Fotoalbum von Dr. Klaus Fabritius und Eduard Duldner. Fabritius hat im König-Michael-Park, früher Herăstrău-Park, in Bukarest über lange Zeit verschiedenste Tiere fotografiert und die wirklich gelungenen Schnappschüsse in einem Buch verewigt. 

Darüber hinaus gab es eine Malereiausstellung von Doina Hlinka (Reschitza), Elena Oboroceanu (Piatra Neamț), Mihaela Buruiană (Piatra Neamț), Annemarie Marina-Czernak (Konstanza) und Robert Perko (Mangalia, in memoriam) im Foyer des frisch renovierten Hotels, das fast vollständig von der deutschen Minderheit bewohnt wurde. Dazu gab es Fotos von Klaus Fabritius, Dr. Adina Meșter (Konstanza) und Toni Pal (Vatra Dornei/Bistritz) zu sehen.

Die Minderheit zeigt, was sie drauf hat

Der Höhepunkt des Kulturprogramms fand dann jedoch am Nachmittag desselben Tages statt. Dafür reisten alle zum Kulturpalast nach Mangalia. Und wenn die Gemeinschaft in diesen Tagen irgendwo hinreiste, bedeutete das, dass sich ungefähr sieben bis acht Busse und einige Autos in Bewegung setzen mussten. 

In diesem Kulturpalast traten dann insgesamt 19 Gruppen auf. Zahlreiche Chöre, Tanzgruppen und Bands, die zur deutschen Minderheit gehören und ihre Kultur feierten. Die Veranstaltung dauerte zwar durchaus etwas lang, jedoch war jede Aufführung gekonnt, mitreißend und auch das Publikum war nach Stunden noch motiviert und klatschte mit. 

Auf der Bühne standen (in Auftrittsreihenfolge): Anna Schaal, die Kindertanzgruppe „Meereswellen aus Konstanza“, der Kinderchor „Meeresglöckchen“ aus derselben Stadt, die Tanzgruppe „Enzian“ aus Jassy/Iași, die Musikgruppe „Intermezzo“ aus Reschitza, die Jugendtanzgruppe „Edelweiß“ aus Oberwischau/Vișeu de Sus, der Chor „Donaustimmen“ aus Galatz, der Chor „Heilige Anna“ aus Oberwischau, Ovidiu und Mihaela Șwarț, das „Trio Saxones“ mit Band, die Jugendtanzgruppe „Enzian“ gemeinsam mit der Erwachsenengruppe, die Musikgruppe „Edelweiß Rarău“ aus  Kimpolung, die Musik- und Tanzgruppe „Eichenwälder“ aus Bukarest, der Chor „Franz Stürmer“ aus Reschitza, die Gruppe „Edelweiß“ aus Piatra Neamț, die Gruppe „Edelweiß“ aus Oberwischau, die Band „Resicza“ natürlich aus Reschitza, der Musiker Doru Sascău aus Bacău und die Tanzgruppe „Sonnenschein“ aus Moinești. 

Eine enorme organisatorische Leistung

Moderiert wurde das Kulturprogramm von Carmen Cobliș, welche insgesamt den Ausflug beeindruckend organisierte. Schließlich waren 313 Leute da! Diese hatten alle Hotelzimmer, mussten an zwei Abenden mit Bussen zum Abendessen,  nach Mangalia und für einen Tagesausflug nach Baltschik gefahren werden (dieser wird demnächst in einem Tourismus-Artikel separat behandelt). Dazu organisierte sie die Forumssitzungen, am letzten Abend ein Lagerfeuer und alles weitere. 

Da dies reibungslos funktionierte, konnten sich die Gäste auf das Wichtigste des Ausflugs konzentrieren: den Austausch und das aktive Ausleben der deutschen Kultur der einzelnen Gruppen.

Stets gab es freundliche Gespräche, Austausch, es wurde an den Abenden gemeinsam getanzt, spontan gesungen und es kam ein wirkliches Gemeinschaftsgefühl auf. Und das, obwohl im Altreich und im Buchenland auch viele Menschen, die sich zwar als Teil der Minderheit sehen, selbst nicht Deutsch sprechen. Deswegen wurde natürlich auch oft Rumänisch gesprochen und auch auf Rumänisch gesungen. Dennoch feierten alle zusammen, in einer großen Gemeinschaft, bei der die deutsche, die rumänische und die eigene Kultur der deutschen Minderheiten miteinander verschmolz.