In einer der (wenigen) Publikationen, die von Donald Trump gelesen werden, publizierte Präsident Nicușor Daniel Dan am 1. Juli unter dem Vorwand, das 250. Gründungsjubiläum der USA mitzuzelebrieren, einen arschleckenden Jubelbeitrag zu Ehren des europafeindlichen, arg ergomanen, wetterwendischen und konzeptlosen US-Präsidenten. Sämtliche Kommentatoren aus dem rumänischen Inland sehen darin die Krönung der Involution des Herrn Dan, die bereits vor fast einem Jahr ihre Talfahrt begann. Nun stehe er „im Schatten der MAGA-Oligarchie“, unter den Beknieern des reaktionären Trump-Regimes aus Washington.
Der (auf gekauftem Veröffentlichungsraum publizierte) Beitrag sei auch eine Folge des sündhaft teuren Vertrags vom 25. Mai 2025, den die Präsidialverwaltung mit einer US-Lobbyfirma abschloss, zwecks „Erreichung von Zielen von nationalem Interesse“ und „Vertiefung der strategischen Beziehung zu den USA, in allen Bereichen“. Der Präsident habe mit seiner Geste „der Erwartung einer Mehrheit unserer Bürger“ entsprochen, hämmerte uns die Präsidialverwaltung ein. Was eigentlich der Wahrheit nahekommt, denn laut Umfragen gehört Rumänien zu den wenigen europäischen Ländern, wo es Mehrheiten (na ja, über 40 Prozent ...) gibt von begeisterten Trump-Anhängern (was alles aussagt über das Niveau von deren politischem Denken...).
N. D. Dan macht in seinem Jubelbeitrag eine „historische“ Anspielung auf eine Episode des antikommunistischen Widerstands in den Fogarascher Bergen in den 1950er Jahren, als die CIA ins Ausland geflüchtete Ex-Mitglieder der „Legion des Erzengels Michael“ per Fallschirm zur Unterstützung der kämpfenden Antikommunisten absetzte. Dan spricht`s ohne jede Nuancierung an, ohne die auch durch rumänische Gesetze geforderte Distanzierung zu den Faschisten. Ist er bereits deren geheimer Sympathisant? Genauso, wie er ohne jedwelche Distanzierung auf Nähe zu MAGA drängt?
Vielleicht erklärt das auch seine Nähe zum radikalen Flügel der PSD – N. D. Dan hat sich überhaupt seit Monaten ganz in den Dienst einer ums Überleben kämpfenden PSD gestellt und zeigt offen Missachtung für jede für Staatspräsidenten verpflichtende Äquidistanz – genauso wie er offenbar mit Sympathie wahrgenommen hat, wie die Rechtsextremen von AUR gemeinsam mit der PSD die pro-europäische Regierung Bolojan gestürzt haben. Er hat aktiv und entschlossen versucht, die PNL zu zerschlagen, indem er jenen ominösen PNL-Spaltling Ve{tea mit dem Regierungsauftrag betraute. Seine „pro-westliche“ (lies: Pro-USA-)Haltung zuungunsten der „pro-europäischen“ tritt immer klarer zutage, was sich auch im Abdriften seines (nicht gerade reichen) Wortschatzes äußert. Inzwischen ist er der einzige Offizielle der EU in Trumps schlummerndem (eingeschläfertem?) Board of Peace. Nie ein Wort von ihm zum Aufflammen des Neofaschismus in Trumps Amerika. N. D. Dan ist „auf Linie“!
Nicht zu übersehen: die US-Ideologie der am 3. Juli in Washington aufmarschierenden neofaschistischen Patriotischen Front, unterstützt von der petro-digitalen Oligarchie und den in der Weltgeschichte vergleichslos dastehenden Super-Milliardären, passt perfekt zum mittelalterlichen imperialen Autoritarismus Putinscher Prägung – und der vergleichweise unbedeutende Präsident Rumäniens, dazwischengequetscht, wird zum Janus-Kopf, sollte er seine politische Schizophrenie jemals einsehen (können).
Dass er sich gefälligerweise zum Werkzeug der Entmachtung letzter Reste demokratischer Regimes mausert, quittiert er mit hilflosem Lächeln. Dass er der Hauptverantwortliche an der Dauer-Regierungskrise in Rumänien ist – obwohl er sich zum Meister des Zeigefingerhinweises auf alle anderen wandelte! – korrelativ mit seiner untertänigen Toleranz dem Justizsystem – und dem „System“ – gegenüber, setzt ihn, hilflos, selber der Gefahr aus, vom „System“ zerrissen zu werden.





