Der Horizont von Trump und seines Vizes J. D. Vance malt unser aller Weiß eigentlich Schwarz und sieht Schwarz im Grunde immer blühend Weiß. Was wir alle seit dem Einmarsch der Russen in der Ukraine erlebten, ist folgerichtig ein Angriffskrieg der Ukraine gegen Putin-Russland.
Trump, im Juli 2016, in vollem US-Wahlkampfgetöse, war für seinen heutigen Famulus „ungeeignet für das höchste Amt der USA“. Trump habe nie im Detail erklärt, wie seine populistischen Pläne funktionieren sollen – weil Trump das einfach gar nicht könne. Trump sei „kulturelles Heroin“, schrieb Vance damals. Sein heutiges Idol sei ein „Idiot“, er, der Philosophieabsolvent und Anwalt Vance, schwanke, Trump als „zynisches Arschloch, wie Nixon“ oder als „Amerikas Hitler“ einzustufen, der verachtenswerte und absurde politische Vorstellungen habe.
Sechs Jahre später machte er den bei Politikern nicht unüblichen Schwenk: „Ich habe nicht geglaubt, dass er ein guter Präsident sein würde. Er war ein großartiger Präsident. Und das ist einer der Gründe, weshalb ich so hart daran arbeite, dass er eine zweite Amtszeit bekommt.“
Der vom Milliardär Peter Thiel unterstützte James David Vance (frühere Namen: geboren 1984 als James Donald Bowman, nach dem dritten Mann seiner drogenabhängigen Mutter: James David Hamel, seit seiner Ehe mit der aus Indien stammenden Rechtsanwältin Usha Chilikuri: James David Vance) hat auch glaubensmäßig keine Zurückhaltung vor Purzelbäumen: aufgewachsen als Protestant, konvertierte er 2019 zum Katholizismus. Als solcher gebiert er sich wie ein „theology bro“, im Rahmen der amerikanischen christlichen „Einmaligkeit“ (im Sinne von A. de Toquevilles „Die Demokratie in Amerika“). Während sein Idol Trump seit Jahrzehnten dem Ideal nachhetzt, „Good TV“ zu bieten – und diesem Ideal alles (außer Geld) opfert – was er sogar durchblicken ließ, als er Selenskyj im Oval Office (mit tatkräftiger Hilfe von Vance) abmurkste, müht sich Vance (auch in München) ab, guten Eindruck durch „Bildung“ zu erwecken. Schließlich hat er Politologie und Philosophie summa cum laude absolviert und ist danach noch Yale-Rechtsanwalt geworden.
Passend dazu lateinische Zitate, möglichst von Kirchenvätern entlehnt. So kommt es, dass Vance in der Giftküche der freien Welt, zu der Trump&Vance das Weiße Haus binnen Wochen machten, einen Thomas von Aquino (1225–1274) mit dessen „ordo amoris“ (im Kontext der Trump-Furor auf Migranten) zitiert. In hartem Kontrast zum „Doctor Angelicus“, der betont, dass eine Rangordnung in der Liebe nicht von Emotionen (im Fall Vance: Solidarität mit Trump im Hass auf Migranten) beeinflusst sein sollte (der Heilige Thomas: „…die Liebe eines Menschen zu sich selbst oder die Liebe zu den ihm Nahestehenden ist nicht verdienstvoller als die Liebe zu ihm fremden Menschen…“), sondern sich an der Liebe zu Gott auszurichten habe, wobei Liebe auch Mitleid, Empathie einschließe.
In der „Philosophie“ des Polit-Rowdy-Tandems Trump-Vance hingegen orientiert sich die „Liebesordnung“ in ihrer Intensität von der Nähe zur Ferne: zuerst hat der Christ nach Vance´s ordo amoris seine Familie zu lieben, seine Nachbarn, sein Land, und (aber nur, wenn noch etwas Rest-Gefühl bleibt) zuletzt die übrige Welt. So rechtfertigt der Philosoph in spe Vance die MAGA-Politik Trumps. Der/dem er dient, Thomas von Aquins Ruf ruinierend. Bereits auf X riefen die „Überlegungen“ von Vance einen Proteststurm hervor, was ihn genauso wenig beeindruckt haben dürfte wie das Trump-Bonmot über ihn, von 2022, als Vance um einen Senatssitz kämpfte: „J. D. küsst mir den Arsch, so dringend heischt er meine Unterstützung!“
Der Vatikan, durch Papst Franziskus, reagierte auf die MAGA-Ausschweifungen des Neo-Katholiken Vance: „…die wahre ordo amoris entdecken wir, wenn wir über die Parabel des guten Samariters nachdenken…“