Randbemerkungen: Rumänien unattraktiv für Rumänen


Jedes Wahljahr erinnert an die rumänische Diaspora. An ihre Extrem-Rechts-Wahl. Es irritiert, wieso Auslandsrumänen die Macht haben, das Leben der im Land Verbliebenen zu bestimmen. Wo sie selber mit keinem Deut die Folgen ihrer –  wie immer gefällten - Wahlentscheidungen auszuleben haben. „Uns“ quasi Zukunft diktieren.

Statistiken zeigen, dass Rumänien von allen EU-Staaten den größten Diasporaanteil hat, gemessen am Gesamtbevölkerungsanteil: 5,7 bis sechs Millionen Auslandsrumänen – gegenüber 18.847.234 am 26. Januar 2026. Jeder vierte Staatsbürger Rumäniens lebt folglich im Ausland. Selbstredend handelt es sich um den im Sozial- und Wirtschaftsleben aktivsten Bevölkerungsanteil. Demselben Statistikinstitut gemäß arbeiten heute in Italien rund 1,07 Millionen Auslandsrumänen, in Großbritannien zwischen 900.000 und einer Million, in Deutschland 800.000, in Spanien 600.000, 140.000 in Österreich, (nur?!) 120.000 in Frankreich, 100.000 in Belgien, 450.000 in den USA und 250.000 in Kanada. Im Großraum der EU leben rund 2,7 Millionen rumänische Staatsbürger, außerhalb desselben weitere drei Millionen – oder mehr...

Den Grund für die lockere Bindung an ihr Geburtsland und – von außen betrachtetet – die Leichtigkeit der Verwindung des Heimatverlusts durch ein durch und durch sentimentales und ortsgebundenes Volk hat unseres Wissens bisher niemand tiefgehend soziologisch untersucht. Sozio-statistisch werden als Gründe für die Auswanderung vor allem vier angegeben: besser bezahlte Arbeitsplätze, das höhere Lebensniveau, auf das man gern ohne einen eigenen Beitrag umsteigen möchte (den zweiten Teil dieser Aussage erwähnt niemand...), die besseren Bildungsaussichten für die Jugend sowie die bessere Gesundheitsversorgung im Alter, und viertens, überraschend, aber nicht zufällig: eine neue Welle der Familienzusammenführung.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist gegenwärtig (Zeitspanne 2022-2025) die Zahl der Aus- und Rückwanderung der Staatsbürger Rumäniens nicht erheblich, spricht aber Bände: die Zahl der Rückwanderer (von der Statistik als „Immigranten“ geführt) unterliegt kläglich der Zahl der Auswanderer (statistisch, die „Emigranten“), wobei die Statistik korrekterweise immer den Status als „rumänischer Staatsbürger“ im Auge hat, auch wenn sie nicht alle Länder einzeln betrachtet (es scheint deswegen vielen Beobachtern ein Manko, dass gerade Spanien als ehemals hochbegehrtes Emigrationsland der Rumänen, das inzwischen viele der Immigranten, der Rückwanderer stellt, nicht als Einzelland in den rumänischen Statistiken aufscheint, obwohl die Statistiken Spaniens international als sehr probat gelten.

Wie dem auch sei: Zwischen 2022 und 2025 „lieferte“ Deutschland, aufgeschlüsselt auf diese Jahre, 550-483-495 und 458 Rückwanderer. Italien 638-483-443-348, Frankreich 213-143-159, 112 und Österreich 133-87-95-65. Insgesamt waren es in diesen Jahren 54.839-29.830-28.431 und 19.637. Emigriert sind in denselben Jahren zwischen 2022-2025 nach Italien 8412-9950-11.055-11.245 Personen. Nach Deutschland 7642-8001-10.578-8626. Nach Österreich: 3415-2685-2424-2157; nach Frankreich 1635-1733-1723-1932 und nach Spanien 7342-6724-4467-4562. Einen Sonderfall bilden die Bewegungen mit Ziel oder aus Ungarn, infolge der Orbánschen Politik der Staatsbürgerschaftsverleihung, in den Jahren der Betrachtungszeitspanne kamen aus Ungarn zurück 160-150-134-107, ausgewandert nach Ungarn sind 334-261-273-261. Aus den USA gab es 581-584-602-508 Rückwanderer und 1349-1088-943-945 Hinwanderer, aus Kanada 519-490-468-418 Rück- und 1972-1276-1088-1293 Hinwanderer.

Insgesamt sind zwischen 2022-2025 ausgewandert: 48.438-48.612-51.062-54.966 Bürger. Letztere Zahl ist schlimm, stellt man sie den 19.637 Rückwanderern von 2025 gegenüber.
In Rumänien stimmt was nicht!