Siegerehrung der „Auslandsdeutschen des Jahres“ am 18. Juli in Bayern

Die Ungarndeutsche Erika Rierpl wird in Moosburg bei München geehrt

Foto: Internationale Medienhilfe (IMH) www.medienhilfe.org

Berlin/München (IMH) - Die Wahl der Donauschwäbin Erika Rierpl aus Ungarn zur „Auslandsdeutschen des Jahres 2025/2026“ am Ende des vergangenen Jahres machte international Schlagzeilen. Neben der größten Zeitung Ungarns berichteten zahlreiche Medien zwischen New York und Tokio ausführlich über diese weltweit bedeutendste deutsche „Damenwahl“. Es ist die fünfte Runde dieses einzigartigen Wettbewerbs der Internationalen Medienhilfe (IMH).

Am 18. Juli 2026 findet nun die feierliche Siegerehrung der donauschwäbischen Ungarndeutschen Erika Rierpl im Rahmen des Bundestrachtenfestes der Donauschwaben ab 17 Uhr in der Schäfflerhalle von Moosburg an der Isar (bei München) statt. Nach der Laudatio von Wettbewerbsinitiator und IMH-Leiter Björn Akstinat wird die Siegerurkunde überreicht. Anschließend wird Erika Rierpl mit ihrer ungarndeutschen Tanzgruppe aus Sankt Martin bei Budapest auftreten und lebendige donauschwäbische Kultur präsentieren. Auch Tanzgruppen aus Brasilien und Kanada werden am bunten Bundestrachentenfest der Donauschwaben am übernächsten Samstag in der Schäfflerhalle Moosburg teilnehmen.

Die Schirmherrschaft hat der bayrische Ministerpräsident Markus Söder übernommen. Der stv. bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist persönlich vor Ort.

Interessierte Bürger sind willkommen. Sie müssen sich jedoch hier vorher anmelden: info@medienhilfe.org. Die Platzzahl ist begrenzt.

Björn Akstinat, Leiter des Netzwerks der deutschsprachigen Auslandsmedien (IMH-Internationale Medienhilfe) und Ideengeber des Wettbewerbs: „Es ist erfreulich, dass über 10.000 Menschen die vier Finalistinnen der Wahl aus Ungarn, Argentinien, Polen und Kirgisistan mit einer Stimmabgabe unterstützten – so viele wie nie zuvor. Das Interesse an Auswanderern und deutscher Kultur im Ausland steigt merklich. Mit der Aktion sollen speziell die weiblichen Mitglieder der deutschen Gemeinschaften und Minderheiten rund um den Globus für ihre bisherigen Aktivitäten belohnt bzw. für ein Engagement in deutschen Vereinen, Schulen, Tanzgruppen, Chören und sonstigen Institutionen motiviert werden. In vielen deutschen Institutionen im Ausland sind Frauen noch unterrepräsentiert. Dass die Siegerehrung der ungarischen Donauschwäbin bei den Donauschwaben stattfinden kann, die nach der Vertreibung aus Südosteuropa in Bayern eine neue Heimat gefunden haben, passt besonders gut.“

Die engagierte ungarndeutsche Wettbewerbssiegerin Erika Rierpl ist studierte Chemikerin sowie Umweltschutz-Juristin. Ihre Vorfahren mütterlicher- und väterlicherseits sind deutschstämmig. Sie wurden von der österreichischen Kaiserin Maria Theresia vor rund 300 Jahren mit vielen anderen aus dem Süden des deutschen Sprachraums über die Donau nach Ungarn geholt, um dort weitgehend menschenleere und verwilderte Gebiete zu besiedeln. Daher stammt die Bezeichnung „Donauschwaben“ für diese deutsche Siedlergruppe. Seit ihrer Jugend setzt sich Erika für ihre donauschwäbische bzw. ungarndeutsche Gemeinschaft ein, die in kommunistischen Zeiten unter Deportationen und Unterdrückung zu leiden hatte. Erikas Einsatz ist außergewöhnlich vielseitig. Sie leitet nicht nur mehrere Volkstanzgruppen, sondern auch die Verwaltungsbüros der ungarndeutschen Minderheit für ihren Heimatort und die ganze Region Nordungarn. In diesen Funktionen kümmert sie sich beispielsweise einerseits um Chöre, Kapellen oder Frauengruppen und andererseits um Jugendtreffen, Musikwettbewerbe, neue Denkmäler oder Vorträge zur Geschichte der Donauschwaben. Die Arbeit mit und für Frauen in der ungarndeutschen Gemeinschaft liegt Erika besonders am Herzen. Zur deutschen Minderheit gehören heute etwa 200.000 Menschen, die über eine beeindruckende Infrastruktur mit deutschsprachigen Kindergärten, Schulen, Studiengängen sowie rund 100 Zeitschriften und Zeitungen auf Deutsch verfügen. In Ungarn geht es Minderheiten so gut wie in nur wenigen Ländern Europas. Seit einigen Jahren dürfen die Ungarndeutschen einen eigenen Vertreter ins Budapester Parlament entsenden. Obendrein wurde von der Regierung sogar ein spezieller Gedenktag für die Vertreibung vieler Donauschwaben nach 1945 eingerichtet – der erste und bislang einzige Tag zum Gedenken an die gewaltsame Vertreibung der Deutschen in einem osteuropäischen Staat.

Die Internationale Medienhilfe (IMH) ist das Netzwerk der deutschsprachigen Medien im Ausland. Außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz existieren über 2000 Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogramme auf Deutsch. Sie unterstützen sich innerhalb des Netzwerkes gegenseitig und veranstalten gemeinsame Aktionen wie die Wahl zur „Auslandsdeutschen des Jahres“. Schon beim ersten Wettbewerbsdurchlauf erhielt eine Ungarndeutsche die meisten Stimmen. Beim zweiten Mal gewann eine Rumäniendeutsche, beim dritten Mal holte eine Namibiadeutsche den Titel und die vierte Wahl entschied eine Elsässerin für sich. 

Mehr zur Wahl der „Auslandsdeutschen des Jahres 2025/2026“ und zu allen vier Finalistinnen aus Ungarn, Kirgisistan, Schlesien/Polen und Argentinien finden Sie hier: medienhilfe.org/auslandsdeutsche-des-jahres-2025-26