Batteriespeicher immer wichtiger für Stromversorgung

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Bukarest (ADZ) - Rumänien hat am Mittwochabend kurz nach 21 Uhr rund 7000 Megawatt (MW) Strom verbraucht und knapp 6300 MW produziert, die Lücke wurde durch Importe gedeckt. Eine Momentaufnahme um dieselbe Uhrzeit zeigt, dass ein wichtiger Teil des Verbrauchs zu der Spitzenkonsumzeit während einigen Stunden auch aus Batteriespeichern gedeckt werden kann – zwischen 20 und 22 Uhr wurden jeweils rund 400 bis 650 MW Strom ins Netz eingespeist. Zum Vergleich: der am Mittwoch noch laufende zweite Reaktor des AKW Cernavodă produzierte über den ganzen Tag konstant etwa 680 MW. 

Die Wirtschaftspresse hat in den vergangenen Wochen wiederholt darauf hingewiesen, dass Rumänien tagsüber, besonders an sonnigen Tagen, deutlich mehr elektrische Energie produziert als im Land verbraucht werden und billigen Solarstrom exportiert, um anschließend abends teurer zu importieren. Die Batteriespeicher Bulgariens sind dabei in den Vordergrund gerückt. 

Rumänien hinkt bei Batteriespeichern Bulgarien hinterher

Die Akkuspeicher in Rumänien haben sich einerseits schnell entwickelt – laut der Nachrichtenplattform e-nergia.ro, welche sich auf Daten des Netzbetreibers Transelectrica vom 1. August bezieht, liegen landesweit Leistung und Speicherkapazität bei 989 MW beziehungsweise 1975 Megawattstunden (MWh). Aufgrund dieser Daten könnte also bei voller Auslastung während fast zwei Stunden jeweils knapp ein Gigawatt Strom aus Batterien ins Netz eingespeist werden – etwa ein Siebtel des Verbrauchs während zwei Stunden zur Spitzenkonsumzeit am Abend. Im Juni lag die Speicherkapazität laut derselben Quelle noch bei 1630 MWh und die Leistung bei 878 MW, erst im April waren es noch rund 1100 MWh bzw. 600 MW. 

Ein Blick auf Bulgarien zeigt aber auch auf, dass der Ausbau deutlich schneller gehen kann. Laut der Nachrichtenagentur Novinite kamen die Batteriespeicher im Nachbarland Mitte Juni auf rund 14.000 MWh Speicherkapazität bzw. 4800 MW Leistung – theoretisch könnten damit rund zwei Drittel des Stromverbrauchs Rumäniens zu den Spitzenkonsumzeiten zwischen 20 und 23 Uhr abgedeckt werden. Laut Novinite hatte Bulgarien vor zwei Jahren lediglich ein Speicherkapazität von 200 MWh installiert, der exponentielle Ausbau gehe auf ein Regierungsprogramm, welches auch durch knapp 600 Millionen Euro EU-Gelder gestützt wurde, zurück. 

Produktionskapazität Rumäniens rund 20.000 Megawatt 

In Rumäniens Energiemix spielten am Mittwochabend Wasserkraft und Gasverbrennung mit rund 1500 MW bzw. 1400 MW die wichtigste Rolle. Windkraft überschritt am Abend die meiste Zeit auch 1200 MW und erreichte kurzzeitig sogar 1500 MW, um in der Nacht mehrere Stunden 1700 bis 1800 MW zu produzieren; Donnerstagvormittag waren es aber wieder deutlich unter 1 Gigawatt  (GW). Aus Kohlekraft wurden Mittwochabend konstant um die 800 MW ins Netz eingespeist. 

Die installierte Produktionskapazität in Rumänien liegt laut Transelectrica bei etwa 20 GW. Mit 6,7 GW liegt Wasserkraft an erster Stelle, gefolgt von Fotovoltaikanlagen (4,2 GW), Windkraft (3,3 GW), Gaskraftwerken (2,9 GW), Kohle (1,6 GW) und Atomkraft (1,4 GW). Inwieweit die jeweiligen Produktionsanlagen genutzt werden können, hängt auch von verschiedenen Umweltfaktoren ab.