Bukarest (ADZ) - Die jährliche Inflationsrate hat im Mai dieses Jahres erneut zugelegt und einen Wert von 10,9 Prozent erreicht – im April lag sie bei 10,7 Prozent, in den Monaten davor unter zehn Prozent. Entsprechend am Freitag vom Nationalen Statistikamt (INS) veröffentlichten Daten sind die Verbraucherpreise von April 2026 auf Mai um weitere 0,58 Prozent gestiegen.
Gegenüber demselben Monat im Vorjahr haben sich im Mai am stärksten Dienstleistungen (+13,5%), gefolgt von Waren (+12,5%) und Lebensmittel (+6,8%) verteuert. Energiepreise sind dabei besonders stark gestiegen, Strompreise haben 55,5 Prozent zugelegt, Diesel 36,9 Prozent und Benzin 30,6 Prozent. Außerdem haben im Vorjahresvergleich Mieten im Durchschnitt um 43,6 Prozent zugelegt (wobei im April dieses Jahres besonders die Mieten für einen Teil der Immobilien im Staatsbesitz deutlich erhöht wurden), außerdem waren Preise für Kakao und Kaffee mit plus 21,1 Prozent deutlich höher.
Kaufkraft im April 6,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr
Am Freitag hat INS auch Durchschnittslohndaten für den Monat April veröffentlicht. Demnach ist der monatliche Durchschnittslohn von 5647 Lei netto im April 2025 auf 5843 Lei im April dieses Jahres gestiegen, unter Berücksichtigung der Inflation ist allerdings die Kaufkraft um 6,5 Prozent gesunken. Auch nominell gesunken sind dabei die Löhne im Erziehungswesen, von durchschnittlich 5924 Lei netto vor einem Jahr auf 5679 Lei monatlich im April dieses Jahres, und in der öffentlichen Verwaltung (von 7176 Lei auf 6868 Lei), außerdem im Immobilienwesen (von 5632 auf 5429 Lei), im Kohlebergbau (von 7596 auf 7305 Lei), in der Möbelherstellung (von 3832 auf 3693 Lei) oder in der Fischerei (von 3425 auf 2915 Lei; dieses ist auch der Berufsbereich mit dem niedrigsten Durchschnittslohn).
Nominell so gut wie unverändert geblieben, und damit unter den Inflationsbedingungen einem hohen Kaufkraftverlust ausgesetzt, sind die monatlichen Einkommen unter anderem im Gesundheits- und Sozialhilfewesen (5443 Lei im April 2026; wobei in der Sozialhilfe ohne Unterkunftsdienste der Durchschnittslohn mit 2955 Lei besonders niedrig war), in der Kleiderherstellung (3432 Lei), bei Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen (4681 Lei) oder Ermittlungs- und Bewachungsdiensten (3210 Lei).
Um rund 250 bis 350 Lei haben sich Löhne unter anderem in der Industrie insgesamt (5702 Lei netto im April 2026), im Handelswesen (5387 Lei) oder im Bauwesen (5199 Lei) erhöht. Das Hotel- und Gastgewerbe verzeichnet mit 3578 Lei weiterhin eines der niedrigsten Durchschnittseinkommen, während die monatlichen Nettolöhne unter anderem in der Luftfahrt (10.458 Lei), im Finanz- und Versicherungswesen (11.130 Lei) oder im IT-Bereich (14.249 Lei) besonders hoch sind. Der höchste Durchschnittslohn wurde im April in der Öl- und Gasförderung (15.429 Lei) verzeichnet, allerdings liegt hier ein sprunghafter Anstieg um 4000 Lei gegenüber den ersten Monaten dieses Jahres vor, was wahrscheinlich auf außergewöhnliche Bonizahlungen zurückzuführen ist.





