Die rumänische Börse fing sich wieder, nach einer Korrektur-Woche. Die Bukarester Indizes legten in der vergangenen Handelswoche im Durchschnitt 1,7 Prozent zu. Das führte nach dem Rücklauf von durchschnittlich 1,4 Prozent der Vorwoche noch zu keinen neuen Rekordständen für die Indizes. Doch der Finanzwerte-Index – der in der vorvergangenen Woche gegen den allgemeinen Trend 0,99 Prozent zugelegt hat – kam dank eines Zuwachses von 1,33 Prozent in der vergangenen Woche seinem Rekordstand vom 20. Februar (111.563,05 Punkte) etwas näher. Am vergangenen Freitag schloss er bei 110.515,21 Punkten, er ist nur 1047,84 Punkte oder 0,94 Prozent vom Rekordstand entfernt. BET und BETPlus legten in der vergangenen Woche fast gleichauf (1,5 Prozent beziehungsweise 1,53 Prozent) zu und lagen zusammen mit dem ROTX-Index (plus 1,58 Prozent) leicht unter dem Durchschnitt. Der Energiewerte-Index BET-NG stand mit plus 2,45 Prozent – nach der Schlusslichtposition in der Vorwoche – auf Platz eins. Auch er ist bei 2752,19 Punkten (Schlussstand vom Freitag) nur wenig entfernt von seinem Allzeithoch vom 28. Juli (2774,27 Punkte) entfernt. Näher lag es sogar am vergangenen Donnerstag, als er bei 2763,54 Punkten stand. Ähnliches gilt auch für den Hauptindex BET, für den BETPlus sowie für den ROTX.
Umsätze zum dritten Mal in Folge rückläufig
Die Rückkehr der Indizes zur Gewinnzone hatte keinen positiven Effekt auf die Umsätze. Diese gingen im Vergleich zur Vorwoche zum vierten Mal in Folge zurück. Zwar wurde mit 435,18 Millionen Lei nur geringfügig weniger umgesetzt als in der Woche zuvor (459,67 Millionen Lei). Das Minus beträgt 24,5 Millionen oder 5,3 Prozent. Die größten Umsatzbringer waren wie gewohnt die Banca Transilvania S.A. (TLV, 37,3 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) der Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. (SNP, 1,287 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) und der Stromerzeuger S.P.E.E.H. Hidroelectrica S.A. (H2O, 186 Lei, ISIN RO4Q0Z5RO1B6) mit 17,5 Prozent, 13,4 Prozent und 11,8 Prozent.
Berichtssaison in vollem Gange
Derweil ging die Berichtssaison weiter. Der Stromversorger C.N.T.E.E. Transelectrica (TEL, 113 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) meldete einen Gewinnanstieg im ersten Halbjahr gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von knapp 40 Prozent. Die Aktie legte auf Wochensicht 2,7 Prozent zu und notiert zurzeit 6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 119,6 Lei je Aktie.
Dem Erdgaserzeuger S.N.G.N. Romgaz S.A. (SNG, 19,2 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) kam nach den ersten sechs Monaten eine um 76 verringerte Steuerlast zugute, der Konzern meldete fast 5 Prozent mehr Gewinn bei fast 7 Prozent weniger Umsatz – alles im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Kurs klettere in der vergangenen Woche um 4,4 Prozent, die Aktie liegt derzeit nur ein Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Das Romgaz nachgelagerte Unternehmen, der Erdgasversorger S.N.T.G.N. Transgaz S.A. (TGN, 93,8 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) rutschte im zweiten Quartal dieses Jahres überraschenderweise in die Verlustzone (minus 83 Millionen Lei). Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 3 Millionen Lei Gewinn geschrieben. Hohe Abschreibungen und Zinsen drückten das Ergebnis, die Anleger straften die Aktie ein wenig ab. Sie verlor auf Wochensicht fast zwei Prozent, steht aber immer noch etwa 8 Prozent vor dem 52-Wochen-Hoch von 102 Lei je Aktie.
Auch der vor allem im Ausland (Spanien) erfolgreiche Telekom-Konzern Digi Communications N.V. (DIGI, 66,7 Lei, ISIN NL0012294474) rutschte im zweiten Quartal ins Minus. Im Vergleich zu einem Gewinn in Höhe von 1,6 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025, drückten vor allem erhöhte Finanzierungskosten das Ergebnis. Digi Communications N.V. schrieb Ende Juni 31,4 Millionen Euro Verluste. Das Unternehmen ist mit 331 Millionen Euro kurzfristigen und 1,58 Milliarden Euro langfristigen Schulden hoch verschuldet. An der Bukarester Börse legte der Kurs dennoch leicht zu (plus 0,3 Prozent).
Von den 88 im Hauptsegment gehandelten Emittenten verzeichneten 44 in der vergangenen Woche Kursgewinne. Der Hafendienstleister Socep S.A. (SOCP, 2 Lei, ISIN ROSOCPACNOR5) war mit einem Plus auf Wochensicht von 17,6 Prozent Gewinner der Woche. Die Aktie erreichte auch ein neues 52-Wochen-Hoch. 26 Emittenten verzeichneten Kursverluste, der Maschinenbauer UAMT S.A. (UAM, 0,41 Lei, ISIN ROUAMTACNOR1) war mit einem Wochenminus von 10,5 Prozent der größte Verlierer. Die durchschnittliche Marktkapitalisierung, die bereits in der Vorwoche einen Rekordstand erreicht hatte, toppte diesen und kam in der vergangenen Woche auf 719,96 Milliarden Lei.
Devisen
Euro und US-Dollar mussten gegenüber dem rumänischen Leu Einbußen verkraften. Womöglich hat die rumänische Nationalbank BNR die Landeswährung wieder gestützt, derartige Eingriffe werden, wenn überhaupt, nur spät publik. Die europäische Einheitswährung verlor auf Wochensicht 0,0118 Lei oder 0,22 Prozent – eine eher ungewohnt starke Variation. Der US-Dollar ging um 0,0195 Lei oder -0,43 Prozent zurück. Gestern startete der Euro bei 5,2436 Lei in die neue Handelswoche, der US-Dollar bei 4,5389 Lei.
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