Bukarest (ADZ) - Ein rassistisch motivierter Angriff in der Hauptstadt sorgt landesweit für Aufsehen: Am Montagabend schlug ein 20-jähriger Rumäne einem Lieferfahrer aus Bangladesch mit der Faust ins Gesicht, während dieser auf einem Motorroller an einer Kreuzung wartete. Der Täter, der den Angriff mit dem Smartphone aufnahm, beschimpfte das Opfer auf Englisch: „Geh zurück in dein Land! Du bist ein Invasor!“ Ein Polizist außer Dienst beobachtete die Szene, griff sofort ein und überwältigte den Angreifer, der zu fliehen versuchte. Kollegen brachten ihn zur Wache. Der Mann wurde festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft für 30 Tage in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorsätzliche Körperverletzung aus fremdenfeindlichen Beweggründen vorgeworfen.
Thematisiert wird nun ein Zusammenhang zwischen der Attacke und dem Aufruf des AUR-Abgeordneten Dan Tănasă, Lieferungen von ausländischen Zustellern abzulehnen. Rechtsextremistisches und fremdenfeindliches Gedankengut greift offenbar immer stärker um sich und führt zu Spannungen in der Gesellschaft. Vergangene Woche gerieten beim Möbelhersteller Aramis in Neustadt/Baia Mare, der ausschließlich den Ausstattungskonzern IKEA beliefert, rumänische und nepalesische Arbeiter aneinander. Sicherheitskräfte griffen ein und verständigten die Polizei. Hintergrund sind nach Berichten der Lokalpresse Unzufriedenheit mit Löhnen und das Gefühl, dass ausländische Arbeitskräfte, die schlechtere Bedingungen akzeptieren, den Druck auf die Gehälter erhöhen.