Reschitza – Erst reagierte Bürgermeister Ioan Popa (PNL) auf das Angebot, das der Minister für Entwicklung, öffentliche Arbeiten und Verwaltung, Cseke Attila (Ungarnverband UDMR), allen Bürgermeistern Rumäniens unterbreitet hatte, indem er sagte, seiner Meinung müssten Glücksspielsäle und -stuben von den Hauptboulevards der Stadt verschwinden (dieselbe Reaktion hatte er vor zwei Jahren, als er verkündete, die Second-Hand-Läden von den Hauptverkehrs- und -Flanieradern der Stadt auszuschließen – was letztendlich allerdings nicht geschah).
Minister Cseke Attila hatte vor etwa sechs Wochen den Vorständen der Kommunen Rumäniens anheimgestellt, selber zu entscheiden, ob sie in den von ihnen verwalteten Ortschaften Stätten für Glücksspiele dulden wollen oder nicht. Die Erstreaktion aufs Angebot seitens des Reschitzaer Bürgermeisters war die Obige. Jetzt kam er aber auf jene Aussage zurück: „Ich glaube, wir werden Glücksspiele ganz aus der Stadt verbannen, nicht nur von den Boulevards“, sagte er am Dienstag.
Wettstuben und Glücksspielsäle sollen in Reschitza Geschichte werden, meinte er noch. Das Grünlicht seitens des Ministers für Entwicklung kommt im Zusammenhang mit den Reformbestrebungen der Bolojan-Regierung, die u. a. auch in der (vieldiskutierten, von allen Regierungen vollmundig versicherten, von keiner bisher entschlossen angesetzten) Dezentralisierung Ressourcen zum effektiven Sparen sieht.
Auch Bürgermeister Popa fordert schon lange eine Verwaltungsreform, ebenso eine Territorial-Reform mit dem Zusammenschluss zu Regionalverwaltungen der exzessiv das Territorium zersplitternden mehr als 40 Verwaltungskreise mit ihren jeweils aufgebauschten Apparaten und dazugehörigen Institutionen. Selbst über das Vorhandensein oder Verbot von Glücksspielen zu entscheiden sei ein zögerlicher Anfang, immerhin aber ein Anfang. Andrerseits winke ihm aber auch die jetzt gebotene Möglichkeit, dass die Kommune die Gebühren für das Betreiben der Glücksspiele festlegt. „Sondergebühren“ klinge nicht schlecht, sei aber problematisch, denkt man an die Spielsüchtigen.
Auf alle Fälle: „Den Beschluss bezüglich Spielhöllen muss der Stadtrat fassen. Vorher muss die Aussage des Ministers Gesetz werden. Ist das Gesetz verabschiedet, werden alle Kommunalverwaltungen Rumäniens das Thema binnen sechs Monaten auf die Tagesordnung ihrer Legislativen setzen müssen. Wollen wir oder wollen wir keine Glücksspiele in unserer Ortschaft, und wenn ja, wo dürfen die angesiedelt sein und wo nicht. Das sind die Entscheidungsfragen. Zu Antworten darauf haben die Kommunalräte im Rahmen ordentlicher Tagungen. Ginge es nach mir, wären alle Fragen bereits entschieden: Glücksspiele raus aus Reschitza! Das werde ich ihnen vorschlagen. Aber sie müssen entscheiden. Es genügt die einfache Mehrheit der anwesenden Stadtratsmitglieder. Mein Bauchgefühl sagt mir beruhigend, dass meine Stadtratsmitglieder genau so denken wie ich.“