Februar ist Faschingszeit! Und nicht nur Kinder haben ihren Spaß mit den bunten Kostümen. Letzte Woche haben im Kreis Kronstadt gleich mehrere Faschingsfeste stattgefunden. Während das Kronstädter Jugendforum zum ersten Mal Fasching feierte, sind die Karnevals-Veranstaltungen in Neustadt oder Seligstadt zur Tradition geworden.
Alle Veranstaltungen wurden aus Mitteln des Departments für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens über das Demokratische Forum der Deutschen in Kronstadt gefördert.
Karneval in Seligstadt
Am 16. Februar organisierte das Demokratische Forum der Deutschen in Fogarasch den alljährlichen Fasching. Wie auch in den letzten Jahren, fand dieser in dem Seligstädter Kultursaal statt. Begonnen hat die Feier mit einem leckeren Mittagessen, danach gab es ein von Freiwilligen organisiertes Programm für Kinder und Erwachsene, wobei es sich im Programm hauptsächlich um das Thema Karneval handelte. Zufrieden und voller Energie endete der Sonntagnachmittag und die Teilnehmer des Faschings sind nach Hause gegangen.
Neuer Beginn mit Maskenumzug
Die Gemeinschaft junger Leute, die sich für die Kultur der deutschen Minderheit in Rumänien interessieren und sich deshalb entschieden haben beim Deutschen Jugendforum mitzumachen, organisierte am Donnerstag, dem 20. Februar, ihre erste Veranstaltung nach einem halben Jahr Pause. Die Teilnehmer an der Veranstaltung waren Lyzeaner und Gymnasiasten aus mehreren Kronstädter Schulen: Honterusgymnasium, Me{ot˛-Nationalkolleg, Grigorie Moisil-Informatik-Kolleg oder vom Technischen Transportkolleg. Sie kamen begleitet von Geschwistern, Eltern Großeltern oder Freunden.
Die neue Kulturreferentin Pe-tra A. Binder, die Anfang Januar 2025 die Koordination des Deutschen Jugendforums übernahm, begrüßte die relativ zahlreichen Anwesenden aller Altersgruppen im Festsaal des Forums und bemerkte, dass der Fasching die beste Aktivität für einen Neuanfang sei, insofern eine derartige Veranstaltung zum offenen Charakter des Jugendforums sehr gut passen würde. Sie sprach kurz über die Absicht, neue Ansätze und Aktivitäten zu bieten und lud alle ein, weiterhin mitzumachen. Zwei der neun neuen Mitglieder stellten sich kurz vor und gaben die Gründe an, um beim Deutschen Jugendforum mitzumachen: hauptsächlich die Möglichkeit mitzuwirken, Neues zu erfahren und aktiv zu bleiben, dabei aber unter Gleichaltrigen Spaß zu haben. Am Ende der Veranstaltung zählte das DJF dann insgesamt 17 neue Mitglieder, was davon spricht, dass die Veranstaltung und die geschaffene Gemeinschaft Erfolg hatten.
Mit offenem Büfett, Maskenumzug, Stafetten und Kennenlernspielen, einer Maskenvorstellung, einem kleinen Elektrogitarren-Konzert und einer Tombola dauerte das von den Organisatoren vorbereitete Programm etwa zwei Stunden. Die Teilnehmer stellten ihre Masken einfach, durch Tanz, mit Dialog, durch Witze oder auch durch lustige Tricks, die die anderen Teilnehmer zum Mitmachen bewegen sollten, vor. Die beste Maske wurde von einer gemischten Jury gewählt und der Pokal, ein riesiges Finetti-Glas, wurde feierlich verliehen. Anschließend wurde bis in die Nacht getanzt.
Lustige Schildbürger-Szenen
Ein besonderes Highlight war die von den Mitgliedern des Jugendforums vorbereitete moderne Neuinterpretation einiger Szenen aus den berühmten Schildbürgertexten. Die Vorführung galt als deren Maskenpräsentation. Der Charakter der Schelmen-Geschichten wurde durch das Einbauen des Unerwarteten verstärkt: die Lichter gingen aus, Tanzbewegungen, die jetzt online sehr gängig sind, wurden eingebaut und Regenschirme begleiteten den kurzen, teilweise absurden Dialog. Repetitive, koordinierte Bewegungen, die von der Sinnlosigkeit der Massenmentalität sprachen, und Improvisation, die auf Chaos und Einsamkeit in der Menge deuteten, spielten sich wie in einer Spiegelung der modernen Gesellschaft ab. Allerdings blieben dabei die berühmten Schwänke erkennbar und Dank der Expressivität und der teilweise improvisierten Reaktionen wurde die Maskenvorstellung zu einer sehr gelungenen Darbietung.
Das Jugendforum trifft sich zwei Mal pro Woche und hat bereits drei Aktivitäten auf der Vorbereitungsliste: einen Schreibwettbewerb, eine Interviewreihe mit Mitgliedern der deutschsprachigen Gemeinschaft in Kronstadt und eine Aktion, durch die man junge Leute in den Handarbeitskreis miteinbeziehen will. Die Aktivitäten werden weiterhin Veranstaltungen zu Kultur, Kunst, Geschichte, Sozialarbeit, Umwelt und Kommunikation umfassen und beabsichtigen, die eigenen Initiativen im allgemeinen Veranstaltungskalender des Forums bzw. der deutschsprachigen Gemeinschaft einzubauen und dabei zur Förderung der siebenbürgischen Kultur und der deutschen Sprache beizutragen.
Polizisten und Vampire in Neustadt
Die Einrittskarten für den traditionellen Burzenländer Fasching in Neustadt vom 22. Februar waren heuer wieder bereits mehrere Tage vor der Veranstaltung ausverkauft. Und das mit gutem Grund. Die Veranstaltung ist allen Mitgliedern der deutschen Minderheit im Burzenland gewidmet, die aus Neustadt, Zeiden, Brenndorf, Kronstadt, Petersberg, Wolkendorf, Heldsdorf, Honigberg, Marienburg, Tartlau oder Weidenbach im Neustädter Festsaal zusammenkommen. Ihnen haben sich Freunde angeschlossen und auch Gäste aus Deutschland waren wieder dabei. Beim Maskenaufmarsch wurden die kreativen Masken bewundert, Polizisten, Vampire, Kämpfer, Clowns und Märchengestalten haben das Publikum beeindruckt. Besonders kreative selbstgemachte Kostüme wie unter anderem Obelix, ein Türkenpaar oder die Shrek-Familie wurden ausgezeichnet. Unter Applaus aller Anwesenden wurde der Geburtstag des Veranstalters des Faschings, Manfred Copony, verkündet, der ganze Saal sang Geburtstagslieder. Die Zeidner Tanzgruppe, die Jugendblaskapelle und die Burzenländer Partyband haben für viel Unterhaltung gesorgt, Spiele, Tombola und Überraschungen haben das Programm abgerundet und manch partylustige Gäste bis gegen Mitternacht wach gehalten.