Temeswar – Nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Wartezeit soll die umfassende Sanierung des Hunyadi-Schlosses, des ältesten Gebäudes der Stadt Temeswar/Timișoara, das zwischen 1308 und 1315 unter König Karl Robert von Anjou errichtet wurde, nun endlich beginnen. Der Vorsitzende des Temescher Kreisrats, Alfred Simonis, unterzeichnete vorige Woche den Vertrag mit der Bauunternehmensgemeinschaft Construcții Erbașu S.A. (Leiter) und EURAS. Die Finanzierung erfolgt größtenteils über EU-Mittel.
„Das Hunyadi-Schloss, das älteste und eines der schönsten Gebäude in Temeswar, tritt nun in den umfangreichsten Restaurierungs- und Konsolidierungsprozess seiner Geschichte ein. Heute habe ich den Ausführungsvertrag unterzeichnet, das dafür bereitgestellte Budget liegt bei fast 150 Millionen Lei“, erklärte der Kreisratsvorsitzende Alfred Simonis. Er erinnerte daran, dass seit fast 30 Jahren verschiedene Verwaltungen versucht hätten, das historische Monument wiederzubeleben – erfolglos, behindert durch Bürokratie, fehlende Mittel, unzuverlässige Bauunternehmen und politische Inkompetenz.
„Bei Amtsantritt habe ich klar gesagt: Das Hunyadi-Schloss muss aufgewertet und der Gemeinschaft zurückgegeben werden. Jetzt können wir loslegen. Die Finanzierung steht, Ausschreibung und Einsprüche sind abgeschlossen, die Planung ebenfalls. In drei Jahren möchte ich, dass wir gemeinsam die Schönheit dieses Schlosses genießen, das wieder das Zuhause des Banater Museums sein wird“, so Simonis weiter.
Das Projekt sieht die strukturelle Sicherung, vollständige Restaurierung und museale Aufwertung des Bauwerks vor. Dabei sollen historische Elemente erhalten, die Fassade originalgetreu rekonstruiert und moderne Einrichtungen für Ausstellungen, Veranstaltungen und digitale Angebote geschaffen werden. Auch die Innenhöfe und archäologischen Fundstellen im Gebäude werden neugestaltet.
Das Hunyadi-Schloss, dessen Mauern fast sieben Jahrhunderte Geschichte bergen, ist seit 19 Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen. Die Sammlungen des Nationalmuseums des Banats sind derzeit in der Mansarde der Theresienbastei und in Depots untergebracht.