Börse rutscht tiefer in die roten Zahlen, Verluste trotz guter Jahresergebnisse

Die renommierte Rating-Agentur Moody’s sorgte sich in der vergangenen Woche öffentlich um die Kreditwürdigkeit Rumäniens und stufte das Land ab. Dies und Sorgen an den internationalen Kapitalmärkten trübten in Bukarest die Lage, weswegen die rumänischen Indizes im Durchschnitt um 1,4 Prozent zurückgingen. Der Finanzwerte-Index BET-FI nahm sich von dieser Entwicklung selbst aus, er legte – wie üblich in jüngster Vergangenheit – entgegen dem Markttrend einen Gewinn von 0,6 Prozent hin. Der BETPlus wies mit minus 1,86 Prozent das zweitbeste Ergebnis auf, der Hauptindex verlor immerhin schon 1,91 Prozent und ROTX sowie der Energiewerte-Index BET-NG jeweils zwei Prozent.

Der Umsatz ging im Vergleich zur Vorwoche um etwas mehr als 16 Prozent zurück und betrug nur noch 209,4 Millionen Lei. Den teilten sich vor allem wieder die Bank Transilvania (TLV, 28,2 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit einem Wochenvolumen von 74,2 Millionen Lei, der Stromerzeuger Hidroelectrica (H2O, 118,1 Lei, ISIN RO4Q0Z5RO1B6) mit 29,2 Millionen Lei und der Treibstoffkonzern OMV Petrom (SNP, 0,731 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit 20,5 Millionen Lei. Alle drei Emittenten wiesen Kursverluste zwischen 2,4 und 2,7 Prozent aus. 32 weitere Emittenten erlitten an der Börse in der vergangenen Woche ebenfalls Kursverluste.

Andere waren glücklicher. So legte die Aktie des IT-Dienstleister Bittnet Systems (BNET, 0,1725 Lei, ISIN ROBNETACNOR1) immerhin 0,3 Prozent auf Wochensicht zu, weil das Unternehmen ein hervorragendes Jahresergebnis gemeldet hat: plus 1023,84 Prozent beim Reingewinn auf 9,26 Millionen Lei, im Vergleich zum Vorjahr (0,82 Millionen Lei). Dies aber erkaufte sich das Unternehmen teuer über die Abtretung der Cybersecurity-Spalte, was eine Umkehr von Verlusten beim Finanzgebaren in die Gewinnzone bewirkte.

Auch das IT-Systemhaus, Arobs Transilvania Software (AROBS, 0,672 Lei, ISIN ROWMR49B0RG5) meldete Quartals- und Jahresergebnisse. Auch hier spielten einmalige Effekte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Finanzergebnisses, welche die stets rückläufige Entwicklung des Absatzes auffingen, die wiederum zu einer geringeren Steuerlast führten. Ein nun positives Finanzergebnis (plus 859 Prozent) und eine deutlich niedrigere Gewinnsteuer (minus 45 Prozent) führten gemeinsam zu einem Reingewinn von 21,9 Millionen Lei – ein Rückgang um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktie verlor auf Wochensicht 1,47 Prozent und notiert derzeit nur 8 Prozent vom 52-Wochen-Tief entfernt.

Das Ergebnis des Franchisegebers Sphera Franchise Group (SFG, 40,5 Lei, ISIN ROSFGPACNOR4) brach im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ein. Nicht nur legte der Absatz im so wichtigen Quartal eines Geschäftsjahres nur um 2,7 Prozent zu, das Unternehmen wurde gewinnsteuerpflichtig und die Abgaben stiegen auf das Dreifache. Der Reingewinn ging aus Quartalssicht um 41,3 Prozent zurück. Auf Jahressicht allerdings legte das Unternehmen ein Plus von 30,3 Prozent hin, nachdem die Steuerlast um 77 Prozent gestiegen war. Der Aktienkurs ging auf Wochensicht um fast 2 Prozent zurück, liegt aber nur 4 Prozent vom jüngsten 52-Wochen-Hoch von vorvergangener Woche entfernt.

Der Stromversorger Transelectrica (TEL, 45,1 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert beim Reingewinn. Dieser stieg, im Vergleich zum Vorjahr, auf 597,13 Millionen Lei, von 213,61 Millionen Lei in 2023. Es ist der höchste Gewinn in der Geschichte des Unternehmens. Die Aktie verlor auf Wochensicht überraschenderweise 1,7 Prozent.

Transgaz (TGN, 281 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) verzeichnete einen starken Gewinnanstieg, der hauptsächlich auf höhere Einnahmen zurückzuführen ist. Der jährliche Nettogewinn stieg um 97,2 Prozent von 198,53 Millionen Lei im Jahr 2023 auf 391,42 Millionen Lei im Jahr 2024. Dies ist der höchste Gewinn der letzten sechs Jahre, auch wenn er weit von den Werten der Jahre 2016 und 2017 entfernt ist. Für die Anleger reichte das nicht, die Aktie verlor auf Wochensicht 1,9 Prozent.

Devisen

Wieder liefen die Entwicklungen der beiden Leitwährungen Euro und US-Dollar zum Leu auseinander. Die europäische Gemeinschaftswährung legte zum Leu mit 0,0012 Lei leicht zu, während der US-Dollar seine in der Vorwoche begonnene Talfahrt fortsetzte, wenngleich mit deutlich gezogener Handbremse. Auf einen Verlust von 4,3 Prozent in der ersten Märzwoche folgte ein Rückgang um nur noch 0,4 Prozent in der vergangenen Woche. Am Freitagmittag wurde der offizielle Tauschkurs für Montag für den Euro bei 4,9768 Lei und für den US-Dollar bei 4,5625 Lei festgelegt.


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