Rumänische Börse leicht verschnupft, Anleihen gehen an den Start

Der rumänische Aktienmarkt erlebte in der vorletzten Handelswoche im Februar eine leichte Kurskorrektur. Die Indizes in Bukarest verloren im Durchschnitt 0,8 Prozent, wobei der Hauptindex BET mit minus 0,89 Prozent diesen Durchschnitt etwas stärker, der ROTX mit einem Wochenverlust von 0,83 nur leicht übertrafen. Der BETPlus folgte dem Hauptindex mit einem Wochenverlust von 0,81 Prozent und auch der sich sonst immer gegensätzlich verhaltende Finanzwerte-Index BET-FI hielt es mit den übrigen Indizes und schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent. Die beste Wochenperformance wies der Energiewerte-Index BET-NG auf mit einem Minus von nur 0,6 Prozent, einer deutlichen Unterschreitung des Durchschnittes.

Rekord-Anleihen-Emission ging an den Start

Umsatzmäßig war die vergangene Handelswoche eine besondere Woche. Die in der Vorwoche gezeichneten Staatsanleihen im Gesamtwert von 4,3 Milliarden Lei wurden in Umlauf gebracht. Es ist ein Rekordergebnis gewesen, nachdem Ende vergangenen Jahres 2,6 Milliarden Lei und im vergangenen Herbst 3,5 Milliarden Lei gezeichnet worden waren. Der Renner waren einjährige Lei-Anleihen mit einem Zinssatz von 6,95 Prozent p. a. Die mit 7,95 Prozent p. a. für Blutspender zogen nur 537,7 Millionen Lei an. Die dreijährigen Lei-Anleihen (Zinssatz 7,65 Prozent p. a.) und die fünfjährigen Lei-Anleihen (Verzinsung von 7,95 Prozent p. a.) riefen nicht so viel Vertrauen hervor: Es wurden 319,6 Millionen Lei in Erstere und 336,1 Millionen Lei in Letztere investiert. Deutlich besser verkauften sich hingegen zweijährige Euro-Anleihen mit einem Zinssatz von 4 Prozent p. a. (umgerechnet etwa 814 Milliarden Lei) sowie siebenjährige Euro-Anleihen mit einer Verzinsung von 6,25 Prozent p. a. (umgerechnet etwa 1,13 Milliarden Lei).

Aktienumsatz leicht rückläufig

Davon abgesehen ging der Aktienumsatz im Vergleich zur Vorwoche um 10 Prozent leicht zurück auf 238,15 Millionen Lei. Knapp 40 Millionen Lei (16,6 Prozent) steuerte die Bank Transilvania (TLV, 28,2 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) bei, deren Aktien auf Wochensicht 1,7 Prozent an Wert verloren. Mit 31,2 Millionen Lei (13,1 Prozent) war der Treibstoffkonzern OMV Petrom (SNP, 0,7525 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) dabei, die Aktien verloren auf Wochensicht 0,33 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 8 Prozent weniger Verkaufserlöse, konnte aber dennoch den Reingewinn um 4 Prozent steigern. Die für 2024 vorgeschlagene Dividende ergibt eine Rendite von 6 Prozent auf den Aktienwert. Dritter in der Umsatzrangliste war der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 5,81 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3), dessen Aktien 2,5 Prozent an Wert verloren. Das Unternehmen trug mit knapp 13 Prozent vom Gesamtumsatz bei: 30,8 Millionen Lei.

Mehr Verlierer, niedrigere Verluste

Von den 84 am Hauptmarkt gelisteten Emittenten verzeichneten 42 Kursverluste in der vergangenen Woche. Das ist viel, doch war das Bauunternehmen Condmag (COMI, 0,0075 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3) der einzige Emittent, dessen Aktienwert zweistellig zurückging (minus 11,8 Prozent). Für 36 andere Emittenten verlief die vergangene Handelswoche nicht so schlecht. Auch hier gab es nur einen Emittenten, dessen Aktien zweistellig zulegten. Es war, etwas überraschend, der Kabelhersteller Romcab (MCAB, 0,05 Lei, ISIN ROMCABACNOR7), der 20,8 Prozent an Wert zulegte. Das Unternehmen ist wohl vor einigen Wochen einem drohenden Bankrott entkommen, die Aktien legten kräftig zu und erlebten in der Vorwoche eine harte Kurskorrektur. Nun scheint es ein Comeback für sie zu geben. Unverändert auf Wochensicht schlossen sieben Emittenten. Der Hotelbetreiber Casa de Bucovina (BCM, 0,17 Lei, ISIN ROBUCMACNOR5) legte auf Wochensicht nur 3 Prozent zu, doch das reichte, um bei 0,174 Lei ein neues 52-Wochen-Hoch zu feiern.

Devisen

Am rumänischen Devisenmarkt ging es deutlich ruhiger zu als am Aktienmarkt. Euro und US-Dollar machten auf Wochensicht eher Seitwärtsbewegungen im Kontext des Wahlkampf-Endspurts in Deutschland und der Wirren in den USA. Der Euro legte nur 0,0002 Lei zu (0,004 Prozent) im Vergleich zum Freitagswert der Vorwoche. Der US-Dollar verlor nur 0,0007 Lei oder 0,015 Prozent. Gestern startete der Euro bei 4,9773 Lei in die letzte Handelswoche im Februar, der US-Dollar ging bei 4,7543 in den Handel.


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