„Für mich sind die Kontraste wichtig“

Ausstellung „PANORAMA-Transilvania“ von Fotograf Stefan Jammer im Teutsch-Haus eröffnet

Gerhild Rudolf (l.), Stefan Jammer und Heidrun König eröffnen die neue Ausstellung „PANORAMA-Transilvania“ | Foto: Aurelia Brecht

Hermannstadt – Eine Ausstellungseröffnung im kleinen Rahmen fand am Dienstag, den 26. August, im Terrassensaal des Teutsch-Hauses statt. Insgesamt sind etwa 600 Fotos in der neuen Ausstellung „PANORAMA-Transilvania 2005-2025“ zu sehen, die sich als Fortsetzung zahlreicher durch Stefan Jammer gestalteter Ausstellungen versteht: Eine davon stand im Jahr 2020 unter dem Titel „PANORAMA Hermannstadt“. Stefan Jammer hat zwischen 2005 und 2025 Fotos gemacht, die diesmal nach Regionen präsentiert werden.

Gerhild Rudolf, Leiterin des Begegnungs- und Kulturzentrums Friedrich Teutsch der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, begrüßte Bischof Reinhart Guib und Hauptanwalt Friedrich Gunesch, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teutsch-Hauses und die Presse: „Wenn ich das Wort Transilvania – also Siebenbürgen höre, denke ich an das Siebenbürgenlied ’Siebenbürgen, Land des Segens’. Denn wir sind wirklich gesegnet mit dieser Region, in der wir leben dürfen, wo die Luft sauber ist, das Wasser klar, die Leute freundlich und man auf Schritt und Tritt interessanten architektonischen Gebäuden begegnet.“

Heidrun König, Kuratorin der Ausstellung und Museumsdirektorin, ging auf die Entstehung der Ausstellung ein, die auf Deutsch und Rumänisch präsentiert wird: Ausstellungsstruktur und Konzeption folgten der Komitatseinteilung Siebenbürgens von 1876 bis 1920, weil sie näher an den ethnografischen Regionen sei und damit auch näher an der architektonischen Entwicklung, so König. Die Fotos legten Zeugnis davon ab, wie die verschiedenen Epochen die jeweils unterschiedlichen Ethnien Siebenbürgens begünstigt hätten: „Ich freue mich über die objektive Perspektive von Stefan Jammer, die eine von ’außen’ ist und in der keine der hier lebenden Ethnien bevorzugt wird.“

Fotograf Stefan Jammer führte im Anschluss an die Begrüßung durch die Ausstellung: Er lebt seit 2005 in Siebenbürgen und hat über die Jahre ein umfangreiches Archiv angelegt, das auf Recherche- und Privatreisen entstanden ist. Im letzten halben Jahr sind besonders viele Bilder entstanden – auch um alle Haupt- und Verwaltungsstädte der Komitatsregionen mit einzubeziehen. Von 2007 bis 2009 war Jammer im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Land unterwegs, um die siebenbürgisch-sächsischen Dörfer zu dokumentieren.

Auch diese Arbeit findet sich in der aktuellen Ausstellung wieder: Das Archiv sei wie ein lebender Körper, erzählt er. Fast fünf Jahre Arbeit stecke in der aktuellen Ausstellung, in der zuweilen auch viel Satire enthalten sei. „Für mich sind die Kontraste wichtig“, so Stefan Jammer: Manchmal stehe dann plötzlich eine orthodoxe Kirche mitten in einer ungarischen Wehrkirche. Eine Aufnahme zeigt ein Neubauviertel, neben dem ein verfallendes Barockschloss zu sehen ist.

Die Motive ergäben sich aus sehr viel Vorrecherche, so Jammer. Kontraste entstünden auch im Zusammenspiel der Zeit des Kommunismus mit dem Heute. Überraschend sei auch immer wieder die Schönheit des Landes: „Wenn man hört, dass das Land nicht funktioniert und alles schlecht ist, entspricht das nicht dem, was man sieht, wenn man herumfährt: „Im Jahr 2005 hatte man hier natürlich ein komplett anderes Bild als heute – da waren noch die Reste des Kommunismus zu sehen“, so Stefan Jammer. In zwei Jahrzehnten habe sich viel verändert. Auch über diese Veränderungen legt die Ausstellung Zeugnis ab.

Ein Bildband zur Ausstellung soll in den kommenden Monaten erscheinen. Die Inhalte werden außerdem auch online zugänglich sein. Unterstützt wurde die Entstehung der Ausstellung durch das Landesamt Kärnten, durch den Unternehmer Martin Müller und durch das Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Die Ausstellung ist zu sehen von Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, ab Anfang November von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr. Sie wird bis Ende November zu besichtigen sein.