Meinung und Bericht

Zugebissen: Qualität vs. Glanz

Wie in jedem Jahr entzündete sich die Kerze in der Grabeskirche am orthodoxen Karsamstag. Traditionsgemäß bleibt dieses Wunder an den katholisch-evangelischen Terminen aus, denn es folgt ausschließlich der östlichen Kalenderzählung. Und wie in jedem Jahr wurde das Patriarchat des Landes an der Donaumündung zum Logistikdienstleister, der das Licht per Privatjet in die Heimat brachte. Man möchte sich die Piloten vorstellen, wie sie mit...

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Freiwilligendienst als „riesiges Abenteuer“ – aber nicht für kommende Generationen

„Gerade in Zeiten internationaler Spannungen“ brauche es junge Menschen, die „Brücken schlagen“, meint die deutsche UNESCO-Kommission. Trotzdem muss sie ihren internationalen Freiwilligendienst „Kulturweit“ zum nächsten Jahr einstellen. Der deutsche Staat streicht das Fördergeld. Damit endet eine 17-jährige Geschichte, in der unter anderem etwa 290 Menschen aus Deutschland Freiwilligendienst in Rumänien geleistet haben. Einer von ihnen erzählt...

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Und plötzlich wächst ein Baum aus dem Parkett

Im Sturm erobert und angesteckt habe Dana Grigorcea das Literaturfest-Team mit ihrem Schreiben und ihrer ganzen Persönlichkeit, aber auch mit dem Thema, das sich auch sofort für das noch anstehende Literaturfest in München am 21. April festgesetzt habe: „Freiheit“ durchdringe das gesamte Werk Grigorceas, so Literaturhaus-Vertreterin Marion Bösker zu Beginn der Lesung am 26. März in München. Die Veranstaltung im Literaturhaus konnte auch online...

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Wie man den finanziellen Winter überwindet

Obwohl wir bereits kalendarisch im Frühling sind, haben viele Rumänen wirtschaftlich das Gefühl, sich immer noch in einem „finanziellen Winter“ zu befinden. Dies ist eine Metapher, die von Experten immer häufiger verwendet wird, um eine Phase der wirtschaftlichen Abkühlung, des Drucks auf die Einkommen und einer erhöhten Vorsicht bei den Ausgaben zu beschreiben. Ein „finanzieller Winter“ bedeutet nicht zwangsläufig eine Krise, sondern vielmehr...

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„Retracing Bartók“ – ein Projekt der kulturellen Archäologie

Ein Jahrhundert nach den Aufnahmen auf Wachswalzen verbreitet sich die Musik des rumänischen Dorfes weiterhin in der Welt. Diesmal trägt sie die Handschrift eines in Temeswar/Timișoara geborenen Projekts, das sich auf den anspruchsvollsten internationalen Bühnen behauptet hat. Von der Stadt an der Bega bis hin zu internationalen Bühnen wie dem National Sawdust in Brooklyn oder großen europäischen Jazzfestivals ist „Retracing Bartók“ eines der...

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Randbemerkungen: Stolpert ein Autokrat über einen Journalisten?

Orbán Viktor (eigentlich „Gyözö“), Ungarns Autokrat, liefert sich durch unterstellte Institutionen und Personen, auch vollmundig, eine Schlammschlacht versus den Herausforderer, den seiner FIDÈSZ entsprungenen Péter Magyar. Die ursprünglich liberale FIDÈSZ – Magyar Polgári Szövetség/Ungarischer Bürgerbund wurde im März 1988 von 37 jungen Intellektuellen gegründet als „Bund junger Demokraten“, liberal, und redete am Ungarischen Runden Tisch ein...

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Keine Langeweile: Aus dem Leben einer ZfA-Fachberaterin für Deutsch in Rumänien

Vor vier Jahren trat Sabine Maya Schlattner ihren neuen Job als Fachberaterin für Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) für Süd-Ost-Rumänien und der Republik Moldau an. Etwas ungewöhnlich: mitten im Schuljahr. Und gleich ab in die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz, Stufe I. Im Gespräch mit ADZ-Redakteur Șerban Căpățână spricht sie heute über ihre Tätigkeit, deren Fokus das DSD-Programm...

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Bukarest und seine einbetonierte Dâmbovița

„Paris hat die Seine, Berlin die Spree, Wien die Donau. Wasser durchfließt sie nicht nur als Linie auf der Landkarte, sondern als roter Faden in der Geschichte jeder Stadt. Bukarest hat die Dâmbovița – einen fast vergessenen Fluss, der nur noch als Trennlinie zwischen Stadtteilen dient“, so berichtet das Projekt „Dâmbovița Apă Dulce“. Dieses hat sich das Ziel gesetzt, dies zu ändern und den Fluss den Menschen näherzubringen. Dafür sollen am Fluss...

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