Es gibt Jubiläen, die vor allem einen Blick zurück bedeuten. Und es gibt Jubiläen, die zugleich eine Standortbestimmung und ein Versprechen für die Zukunft sind. Die Temeswarer Gemeinschaftsstiftung (Fundația Comunitară Timișoara) hat am 3. August, dem Festtag der Stadt Temeswar/Timișoara, eine Dekade ihres Bestehens gefeiert. Zehn Jahre, indem sich die Gemeinschaftsstiftung von einer lokalen Initiative zu einer regionalen Kraft entwickelt hat. …
Vor ein paar Tagen hielt ich ein Neugeborenes in den Armen, das eine Woche vorher das Licht der Welt erblickt hatte. Und mein Eindruck war, das Kleine sehnt sich zurück in den Mutterbauch – dort gab es Verköstigung rund um die Uhr, die Temperatur war gleichbleibend angenehm, es wurde weder kühler noch wärmer und auch das lästige Anziehen, Ausziehen und Umziehen hat es nicht gegeben. Und dann wiederum hat dieses Baby auch außerhalb des Bauches…
Von der Geige auf dem Dachboden der Großmutter über Schuberts „Winterreise“ und große Kirchenmusik bis zu einem Musical über Temeswar und Liedern in banatschwäbischer Mundart reicht das musikalische Leben von Wilfried Michl. Der 1953 in Orzydorf/Orțișoara geborene Bariton lebt seit Jahrzehnten in Deutschland. Doch gerade die Musik hat ihn immer wieder ins Banat zurückgeführt. Seit rund 15 Jahren gehört er zu den regelmäßigen Mitwirkenden der von…
Alle drei Jahre hält die OECD der Weltschulpolitik einen Spiegel vor: PISA, das „Programme for International Student Assessment“, testet 15-Jährige in rund 80 Ländern in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften – aber nicht auf auswendig gelerntes Schulwissen, sondern auf die Fähigkeit, dieses Wissen auf reale Situationen anzuwenden: Eine Preisrechnung im Supermarkt, ein Zeitungstext, eine einfache naturwissenschaftliche Schlussfolgerung. Die…
10.000 Kilometer, 14 Länder und mehr als 40.000 Höhenmeter: Das Crataegutt Seniors Racing Team aus Österreich hat sich für diesen Sommer eine außergewöhnliche Herausforderung vorgenommen. Seit dem 15. August fährt die Gruppe entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Nordspitze Norwegens bei Kirkenes bis ans Schwarze Meer. Inzwischen ist das Team in Nordmazedonien angekommen. Am 8. September standen dort rund 4000 Höhenmeter auf dem…
Für die Minderheit kritisch denkender Bürger Rumäniens – 37 Jahre nach dem Umsturz vom Dezember 1989 kann man von keinem Bewusstseins- und Bildungsumbruch der Bevölkerungsmehrheit Rumäniens sprechen! – ist und bleibt die Reform der Sicherheitsdienste dieses Landes (d.i. die „Transformation“ von Ceaușescus Securitate und deren Spitzelnetzwerke) DER nichtbestandene Demokratietest. Der Beweis, dass der Bruch mit dem Nationalkommunismus nicht…
Oft stehe ich vor den Regalen im Supermarkt und weiß nicht, was ich will. Einen Softdrink, Wasser, einen Energydrink oder vielleicht einen Ayran? Minutenlang stehe ich vor dem Kühlregal und muss nachdenken, während zahlreiche gehetzte Menschen an mir vorbeirennen. Nun, irgendwann nehme ich halt irgendwas. Kein großes Problem. Manche Entscheidungen sind weniger wichtig als andere. Doch gerade in der Jugend stehen viele wichtige Entscheidungen an,…
Während im ganzen Land Schuldirektoren, Pfarrer, Politiker und Polizisten mit inhaltslosen, aber als mitreißend gedachten Reden das Schuljahr eröffnet haben, reiste Nicușor Dan in den ländlichen Raum. Trocken, aber wissend, legte der sich im Kreis Călărași bei der Eröffnung des Schuljahres in einer Dorfschule befindende erste Mathematiker Rumäniens den Finger in die Wunde: Die Rumänen haben keine Ahnung von Teamarbeit. „Auch an der Schule, die…
„Jede Melone nur zehn Lei, zehn Lei pro Stück!“ Der junge Verkäufer steht auf der Ladefläche eines Lasters vor dem Eingang zum Tartlauer Jahrmarkt und schreit sich die Seele aus dem Leib. Hie und da bleibt einer unter den vielen Tausend Besuchern stehen und lässt eine Melone mitgehen. Wir anderen drängen zum eigentlichen Markt, zahlen brav zwei Lei Eintritt, den das Bürgermeisteramt unseres Dorfes erhebt und lassen uns treiben. Auf einen Blick:…
Thomas Erös, 1976 in Großwardein/Oradea geboren, entstammt einer sathmarschwäbischen Familie aus Beschened/Dindeștiu Mic im Kreis Sathmar/Satu Mare. Am 2. Januar 1990 floh er nach Ungarn und kam von dort nach Deutschland. In seiner neuen Heimat baute er sich beruflich als Bankkaufmann und Dipl. Bankbetriebswirt (BA) eine erfolgreiche Zukunft auf. Er spricht zudem vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Rumänisch und Ungarisch). Sprachen sind für ihn…
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