Ein Leben im Dienst der Kirche und der Donauschwaben

Zum Ableben des banat-donauschwäbischen Seelsorgers und Heimatpriesters Msgr. Andreas Straub

Der gütige Blick des Visitators der Donauschwaben bleibt nicht nur den Banatern in guter Erinnerung. Foto: Landsmannschaft Banater Schwaben

Andreas Straub feierte am 3. Dezember 2016 im Beisein von 24 Geistlichen im Rahmen eines Fest- und Dankgottesdienstes in Konzelebration seinen 80. Geburtstag sowie das 55. Priesterjubiläum in der vollbesetzten Pfarrkirche Thomas von Aquin zu Trockau. Foto: Richard Reinl / ADZ Archiv

Am 9. März 2025 verstarb Monsignore Andreas Straub, Erzbischöflicher Geistlicher Rat, emeritierter Visitator für die Seelsorge der Donauschwaben und der Deutschen aus Südosteuropa, im Alter von 88 Jahren. In einer banatschwäbischen Familie am 3. August 1936 in Neuarad, Rumänien geboren, widmete er sein Leben dem priesterlichen Dienst und der Seelsorge, insbesondere für die Donauschwaben und die Deutschen aus Südosteuropa.

Das Pressebüro der Diözese Temeswar vermerkt: „Von Kindheit an war seine religiöse Erziehung von Frömmigkeit geprägt, die ihm u.a. auch von den Notre-Dame-Schwestern von Neuarad vermittelt wurde, die damals nur inoffiziell, ‚in den Katakomben‘, tätig waren. Sein älterer Bruder Franz Straub, der vor ihm Priester wurde, war ein gutes Beispiel und eine Inspiration für sein priesterliches Leben.“

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie am römisch-katholischen Theologischen Institut in Karlsburg/Alba Iulia wurde er 1961 mit zwölf anderen Kollegen am 8. Dezember  in der Kathedrale zum Hl. Erzengel Michael in Karlsburg durch den Diener Gottes, den damaligen Bischof Márton Áaron, zum Priester geweiht. Seine erste hl. Messe, die Primiz, feierte er am 10. Dezember 1961 in der Pfarrkirche seiner Heimatgemeinde Neuarad.
Seine ersten Stationen führten ihn als Kaplan nach Sanktanna/Sântana und später als Pfarrer nach Steierdorf und zurück nach Sanktanna. „Pfr. Andreas Straub arbeitete mit großem Eifer in der Seelsorge dieser großen deutschsprachigen katholischen Gemeinde, reparierte die St.-Anna-Kirche, katechisierte Kinder und Jugendliche in der kommunistischen Diktatur, und unter seiner Leitung begannen oder beendeten einige Priesteramtskandidaten ihr Theologiestudium,“ berichten Diözesanvertreter.

1981 entschied er sich, in die Bundesrepublik Deutschland überzusiedeln (im Kontext der damaligen politischen Situation, in der die Kirche und ihre Amtsträger den Schikanen und Verfolgungen des Regimes ausgesetzt waren, beantragte Pfr. Andreas Straub Ende 1981 die Ausreise mit einem Touristenvisum nach Westdeutschland, von wo er nicht mehr zurückkehrte), wo er in der Erzdiözese Bamberg als Pfarrer in Lichtenfels, Neunkirchen am Brand, Münchberg und Sparneck tätig war. Hier war er nicht weniger als 21 Jahre tätig, u.a. als Präses des Kolpingverbandes, Schuldekan, Geistlicher Beirat im St. Gerhards-Werkes in Stuttgart, Sprecher der donauschwäbischen Priester und Gläubigen und seit 1996 Geistlicher Rat der Erzdiözese Bamberg. 1999 wurde er zum Visitator für die Seelsorge an den Donauschwaben und Deutschen aus Südosteuropa ernannt, ein Amt mit starker pastoraler Prägung innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz.

Auch im Ruhestand blieb Msgr. Straub seelsorgerisch aktiv und pflegte stets eine enge Verbindung zu seiner Heimatdiözese Temeswar. Im März 2007 verlieh ihm der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI. die Würde eines Kaplans Seiner Heiligkeit, d.h. eines Monsignore. „Bis ins hohe Alter blieb er seinen Landsleuten, unserer Gemeinschaft, seiner Heimat und seinen Mitmenschen eng verbunden, blieb, wie er es selbst gerne formulierte, als Pfarrer i.R. stets der ‚Pfarrer in Reichweite‘,“ schreibt Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber im Namen des Vorstands der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland zum Ableben des Heimatpriesters, der auch Geistlicher Beirat des St.-Gerhards-Werkes war, und fügt hinzu: „Als Pfarrer von Münchberg wirkte er in der Diözese Bamberg, blieb jedoch seiner Banater schwäbischen Gemeinschaft wie dem Banat eng verbunden – ein Begleiter, Mahner und Wegweisender. Immer in Reichweite – bei den Heimattagen in Ulm, den Landestreffen, den Wallfahrten, HOG-Treffen, Kirchweihfesten unserer Landsmannschaft, genau wie in seiner Pfarrei in Münchberg.  Die Landsmannschaft der Banater Schwaben hat Pfarrer Andreas Straub für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Verdienste um unsere Gemeinschaft mit der Verdienstmedaille in Gold und 2001 mit der Prinz-Eugen-Nadel, der höchsten Auszeichnung unserer Landsmannschaft geehrt.“
Mit großer Würde feierte Msgr. Straub im Kreise der Gläubigen aus dem Banat, Deutschland und aus anderen Gegenden zwei seiner Jubiläen: sein 50-jähriges Priesterjubiläum im Jahr 2011 und sein 55-jähriges im Jahr 2016, wobei letzteres zusammen mit seinem 80. Geburtstag in der Pfarrei Trockau, in der Kirche St. Thomas von Aquin, markiert wurde, wo der aus Sanktanna stammende Pfr. Josef Hell tätig ist.

Msgr. Andreas Straub ist der Diözese Temeswar stets verbunden geblieben und hat Neuarad, Sanktanna, Temeswar und vor allem Maria Radna öfter besucht. Am 2. August 2015, während der Feierlichkeiten zur Segnung der Renovierungsarbeiten der Basilika und des Klosters Maria Radna, war er einer der Gastprediger, die vor der Basilika von der Kanzel der Lourdes-Grotte sich an die versammelten Gläubigen wandte (Erzbischof Bábel Balázs von Kalócsa, auf Ungarisch, Erzbischof Ioan Robu von Bukarest, auf Rumänisch, Msgr. Andreas Straub, in deutscher Sprache).

Die Diözese Temeswar, vertreten durch Bischof Josef Csaba-Pál, das Domkapitel, der Klerus und die Gläubigen, trauern um einen treuen Diener Gottes. Das Requiem für Msgr. Straub wird am 17. März um 11:00 Uhr in der Kirche St. Hedwig in Bayreuth zelebriert, gefolgt von der Beisetzung auf dem Stadtfriedhof. Im Namen der Diözese Temeswar hat bereits Bischof Josef Csaba-Pál den Angehörigen, den Mitbrüdern im Priesteramt, Verwandten und Gläubigen aus dem Banat und anderen Orten, die bei der Beerdigung anwesend sein werden, eine Beileidsbekundung übermittelt. Die Botschaft des Heimatbischofs wird von Domherr emeritus Andreas Reinholz, Pfarrer von Maria Radna, verlesen, der an den Beerdigungsfeierlichkeiten in Bayreuth teilnehmen wird.

Möge Gott ihm seinen himmlischen Lohn schenken und er in Frieden ruhen!