London ist tatsächlich eine Stadt für alle. Schon seit ich dort angekommen bin, habe ich bemerkt, dass sie für viele verschiedene Arten von Menschen gedacht ist. Jeder kann sich dort wohlfühlen, ob groß oder klein, Museumsfan oder Filmfreak. Auch Behinderte finden überall passende Systeme eingebaut: spezielle Plätze für Rollstühle, Warnsysteme mit lauten Geräuschen und sogar Anschriften in Braille-Schrift. Generell können sich in London Menschen aus der ganzen Welt auf Basis einer der international gängigen Sprachen zurechtfinden – und das ist nur der Anfang der Wunder dieser Stadt...
Historisch und futuristisch zugleich
Ich würde sagen, dass ich relativ viel in meinem kurzen Leben gereist bin, aber ich sage aus meinem ganzen Herzen, dass London mein Lieblingsort ist. Auch wenn es fast immer bewölkt ist, scheint mir die Stadt freundlich und sehr interessant zu sein. Ich habe das zum ersten Mal bemerkt, als ich mit dem Hop-on-Hop-off-Bus gefahren bin. Diese Art von Busse sind den normalen Londoner Doppeldecker-Bussen sehr ähnlich, haben also zwei Stockwerke und sind rot, aber sie haben kein Dach und bieten einen tollen Blick auf die Stadt, die man über die kostenlosen Kopfhörer in einer der sieben angebotenen Sprachen noch besser mitbekommen kann. Während mir Ortschaften in Italien einfach nur touristisch schienen, habe ich das tägliche Leben in London irgendwie tatsächlich gefühlt. Die Menschen sind freundlich und haben einen speziellen Charme. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, waren die Häuser, eine ganz tolle Mischung zwischen Alt und Neu, zwischen historisch und futuristisch.
Wenn man aber wirklich alles auf einmal sehen möchte, muss man höher gehen, zum Beispiel in „The Shard“, ein Wolkenkratzer mit einer tollen Aussichtsterrasse auf der 72. Etage, oder vielleicht mit dem berühmten Riesenrad „London Eye“ fahren. Von dort kann man bemerken, wie vielfältig die Stadt ist: moderne Gebäude, zusammen mit alten, großen und kleineren Kirchen und grünen Parks, alle nebeneinander, auf beiden Seiten der Themse, der Fluss der durch London fließt und auf dem man auch mit dem Boot fahren kann. Eine der erste Attraktionen, die man von oben bemerkt, ist der sogenannte Big Ben, also der Uhrturm von Queen Elisabeths II., der jede vierte Stunde ein Lied anschlägt.
Harry Potter und Sherlock Holmes
Für Film-Enthusiasten ist London ein Paradies. Viele der englischen Filme wurden in London gedreht, wie zum Beispiel die berühmte romantische Komödie „Notting Hill“, ihre Geschichte verläuft in dieser Stadt. Für mich war die Gelegenheit, das Haus von Sherlock Holmes zu besichtigen, fast wie ein Wunder. Dort konnte ich mir tatsächlich vorstellen, wie Sherlock Holmes jeden Tag mit Doktor Watson gearbeitet hat und wie er sein Leben verbrachte. Das Dekor war überaus detailliert und ich konnte viele der Gegenstände wieder erkennen, die ich in den Filmen gesehen und über die ich in Büchern gelesen hatte. Dass ich in seinen Schuhen ein bisschen gehen konnte, ist etwas, an das ich mich für immer erinnern werde.
Wir hatten danach die Gelegenheit, auch selbst ein bisschen Detektiv zu spielen, denn es gibt einen Escape-Room mit dem Thema der BBC-Adaption des Detektivfilms, wo dich die Schauspieler direkt ansprechen. Im Spiel hatte der Bösewicht Moriarty den Bruder von Sherlock Holmes, Mycroft, entführt und wir mussten Rätsel lösen, um ihn befreien zu können. Es war der beste Escape-Room in dem ich jemals war: über drei Zimmer hinweg organisiert, war alles automatisiert und mit zahlreichen Details super toll geplant.
Einer meiner größten Wünsche, seit ich das erste Mal die Filme mit Harry Potters Magierschule Hogwards gesehen habe, war, die Filmstudios kennenzulernen, um vielleicht zu verstehen, wie die tollen Spezialeffekte gemacht werden. Ich hatte Videos darüber gesehen, aber nichts konnte mich vorbereiten darauf, wie beeindruckend alles sein sollte! Das Studio ist eine sehr große Anlage, wo man allerhand Sets und Kostüme sehen kann. Wir haben dort vier Stunden verbracht und mussten uns trotzdem ein bisschen beeilen. Man kann dort tatsächlich durch die Orte im Film gehen und du kannst auch das Essen verkosten, das sie im Film serviert haben (das Butterbeer hat keinen Alkohol und schmeckt eigentlich überhaupt nicht). Für einen Harry Potter Fan ist es ein wirklich unglaublicher Platz, aber auch ein gefährlicher Ort für die eigenen Finanzen, denn am Ausgang gibt es ein sehr großes Geschäft, wo du allerhand Harry-Potter-Sachen finden kannst, die du dir wünschen könntest. Ich bin sehr aufmerksam mit meinen Ausgaben, aber ich bin wenigstens mit drei-vier Kleinigkeiten weggegangen.
Der Nullmeridian
Greenwitch ist eine Stadt in der Nähe von London. Die wollte ich auch unbeding sehen, denn dort verläuft der Nullmeridian. Es ist also der Ort, wo die Zeit beginnt. Eine einfache Linie zeigt an, von wo aus die Uhrzeit in der ganzen Welt berechnet wird. Es gibt dort auch ein astronomisches Observatorium und ein Museum, aber man muss sich auf etwas Schwitzen vorbereiten, denn das alles liegt in einem großen Park, auf einem Hügel. Auf dem Weg dahin muss man die Themse überqueren oder, in diesem Fall, unter dem Fluss durchgehen, durch einen langen Tunnel.
Einkaufsmöglichkeiten
Wer einkaufen möchte, aber kein Geld für Oxford Street hat, kann sich im Camden-Market daheim fühlen. Dieser überdachte Street-Market-Komplex hat allerhand Sachen zu bieten, von Kleidern und Schmuck bis zu Essen und Souvenirs. Die Atmosphäre ist irgendwie vintage. Du kannst Schallplatten und viele alte Objekte kaufen, alte Fotoapparate, komische Kleider.
Mir schien es aber toll, die Menschen dort anzuschauen und anzuhören, wie sie miteinander sprechen, wie sie verhandeln. Käufer und Verkäufer handeln, Kinder spielen, Freunde unterhalten sich – eine eigene kleine Welt für jeden.
„Madame Tussauds“ und interaktive Museen
Museen in London haben normalerweise freien Eintritt, wie die National Gallery oder das British Art Museum, aber es gibt auch private Museen, die sehr toll sind und wo es sich lohnt, Eintritt zu bezahlen. Am liebsten mag ich „The Golden Hinde“ und „Madame Tussauds“. „The Golden Hinde“ ist ein nachgebautes Boot, nach dem Modell von Sir Francis Drake, ein Pirat, der später für die Königin gearbeitet hat. Das Boot ist nicht sehr groß, du musst dich eine bisschen bücken drinnen, aber es ist sehr schön gebaut. Das Beste ist aber die Tour: der Reiseleiter hat uns alles so interaktiv präsentiert, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder überaus interessiert zugehört haben. Er hat uns vom täglichen Leben auf dem Meer erzählt und die Geschichte vom alten Piraten. Normalerweise finde ich derartige Touren nicht sehr interessant und ich schalte oftmals ab, aber diese Tour war echt einzigartig. „Madame Tussauds“ ist das berühmte Museum der Wachsfiguren, das den Namen seiner Gründerin trägt. Was einmal nur die Sammlung einer Frau mit einer Vorliebe für die Erstellung von Wachsfiguren war, ist jetzt ein großes Museum mit berühmten Persönlichkeiten: Schauspieler wie Brad Pitt oder Zendaya, Sänger wie Harry Styles und Ariana Grande, die königliche Familie, ältere Bands wie „The Beatles“ oder „Queen“, berühmte Filmcharaktere wie E.T., aber auch die berühmten Londoner Mörder vom Ende des 19. Jahrhunderts (die sind echt interessant!) – alle sind dort als hyperrealistische Wachsfiguren in echter Größe dargestellt. Toll ist dabei auch die Fahrt in einem traditionellen kleinen schwarzen Taxi durch das „alte London“, wo sich die Wachsfiguren auch bewegen. Wir habe eine gute Zeit da verbracht und konnten ganz am Ende sogar auch Madame Tussauds Wachsfigur sehen.
Schlussfolgerung
Ich würde London all meinen Freunden empfehlen – wenigsten für einen Besuch. Und ich hoffe, sie werden sich auch in diese Stadt verlieben, genau so wie ich. Und vielleich… fahre ich sogar mit.