Anfang des Sommers 2025 feierte der Dokumentarfilm „Pro Musica – Vreme trece, vreme vine“ seine Premiere – ein beeindruckendes filmisches Porträt über die legendäre rumänische Rockband Pro Musica und ihre über 50-jährige Geschichte (die ADZ berichtete). Im Zentrum steht Gründungsmitglied und Gitarrist Ilie Stepan, der nicht nur die musikalische DNA der Band maßgeblich geprägt hat, sondern auch als Zeitzeuge durch ein halbes Jahrhundert...
Füßetrappeln, Bänkeknarren, verhaltenes Wispern, dann erwartungsvolle Stille. „So voll war die Kirche noch nie“, flüstert es hinter meinem Rücken. Eine Kamera surrt, Handys leuchten und klicken. Neugierige, aber auch wehmütige Blicke schweifen über die Reihe der bestickten ledernen Kirchenmäntel an der Wand, über die Bänke hinauf zur Empore, zum Altar und der Orgel, die darüber thront, in ihrem bunten Prospekt, geziert von exotischen Vögelchen....
Schon als Schüler schrieb der spätere Chefredakteur für die slowenischsprachige Tageszeitung „Primorski Dnevnik“, die in seiner Heimatstadt Trst/Triest/Trieste herausgegeben wird. Brezigar war Rom-Korrespondent seiner Zeitung, ab 1992 bis zu seiner Pensionierung Chefredakteur. Er bekleidete zahlreiche politische Ämter als Gemeinderat und Bürgermeister von Devin-Nabrežina/Duino-Aurisina, als Abgeordneter im Provinzialrat von Triest und im...
Die Zahlen der heißen Tage sowie die der tropischen Nächte in Bukarest befinden sich im Steigen. Eine aktuelle Studie der Weltbank sagt für Bukarest einen massiven Anstieg der mit Extremtemperaturen verbundenen Todesfälle voraus. Doch genau wie die Hitze nicht überall in der Stadt gleich stark auftritt – dort, wo Grünflächen oder Gewässer sind, ist sie deutlich schwächer – betrifft sie manche Menschen mehr als andere. Die einen stöhnen unter der...
„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Joh. 6,35) Wenn Jesus solches Brot verspricht, von dem wir nie wieder den Hunger spüren, oder solches Wasser, von dem es uns nie wieder dürstet, will er die physische Beschaffung des Menschen weder ignorieren, noch sie auf eine wundersame Art und Weise aussetzten. Wer mit fünf Gerstenbroten und fünf Fischen fünftausend...
Bukarest ist keine Stadt, die man auf den ersten Blick ins Herz schließen kann. Sie ist launisch, überfüllt, hektisch, manchmal zu grau, manchmal zu gelb. Aber wenn man ihr Zeit gibt, wenn man sie buchstäblich kostet, beginnt sie, Geschichten zu erzählen. Und eine der köstlichsten davon wird auf Tellern und in Gläsern geschrieben, im Klirren der Bierkrüge und in den beschatteten Gärten der historischen Gebäude oder am Rande eines der Bukarester...
Nach kurzem und schweren Leiden ist Univ.- Prof. Dr. Rainer Schubert, Wien, der Übersetzer von Blagas philosophischen Werken von uns gegangen. Der Heimgegangene, selbst Philosoph und ausgezeichneter Kenner der rumänischen Kultur und der Philosophie Blagas, agierte 1994-99 als Lektor an der Temeswarer West-Universität und im Anschluss, 1999-2007, als Kulturattachée der Österreichischen Botschaft in Bukarest sowie Direktor des Österreich-Forums in...
Devote Haltung beim Spielen und Singen von Musik aus frühbarocker Epoche muss nicht zwingend eine auf das Mindeste zurückgefahrene Körpersprache bedeuten, nein, ganz im Gegenteil. Szabó Szolt aus Budapest, der Senior im projektmäßigen Quartett der Tournee durch Siebenbürgen und Temeswar mit einer Auswahl Tänze und Lieder aus der Sammlung von Pädagoge Hans Judenkünig, lebte es Freitagabend, am 25. Juli, in der evangelischen Stadtpfarrkirche...
Der am Dienstag mit 95 Jahren verstorbene Ion Iliescu war einer der letzten Politiker Europas, des sen Karriere in einem stalinistischen System begann und in einer Demokratie endete – und genau das macht seine Biografie so außergewöhnlich wie ambivalent. Geboren 1930 in Oltenița in einer kommunistischen Familie, wurde er früh in das System der Partei integriert: Moskauer Studium an der Energetischen Hochschule, dann Rückkehr in den Aufbauapparat...
Das doppelte Maß, mit dem die PSD (man muss es wohl so sagen: gewohnheitsgemäß) das Umkippen des als Hauptreformator des Bolojan-Regierungsvorhabens angeheuerten Vizepremiers Anastasiu beurteilt, wirkt abstoßend, wenn man weiß, dass sie selber – mindestens – einen Minister nominierte, der genau das Gleiche auf dem Kerbholz hat. Die tragi-komische Rechtfertigungsrede, mit der Anastasiu sein Austreten aus der Regierung ankündigte, hätte er sich...