Innerhalb von nicht einmal einem Jahr verschwand zwischen Ostseeküste und Erzgebirge ein Staat. Am Abend des 9. November 1989 öffnete die Deutsche Demokratische Republik ihre Grenzübergänge zur ständigen Ausreise ihrer Staatsbürger. Keine 11 Monate später war der „erste antifaschistische Staat auf deutschem Boden“ – wie der Gründungsmythos der Sozialistischen Einheitspartei das Land darstellte – verschwunden. Verschwunden von den Landkarten, aber...
Buchstaben lösen sich wie Herbstblätter aus dem Baum auf dem Hügel, dessen schwungvolle Silhouette aus einem Bogen Papier gerissen wurde. „Zarte Worte gleiten durch eine Welt, wie Blätter, von einer Brise verweht“, lautet die Botschaft darunter auf Polnisch. Dann ein Krokus mit Knolle, dessen längliche Blätter sich mit altgriechischen Lettern zur Schrift verschlingen… Von derselben Künstlerin ein buntes Insekt, gerahmt mit einem Gedicht von...
Angenommen, die von Präsident Johannis mit der Regierungsbildung betraute PNL stolpert zweimal über das Investiturvotum des Parlaments. Oder der Boykott der PSD funktioniert, die durch Fernbleiben von der Parlamentstagung ein fehlendes Quorum provozieren kann. Dann bestünde praktisch die Möglichkeit, dass der neue Präsident Rumäniens (egal, wer es wird), der am 21. Dezember den Amtseid ablegt, am 22. Dezember das Parlament auflösen kann, weil es...
Anlässlich einer Schulleitertagung hielten sich auf Einladung der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) rund 50 Schulleiter von Schulen mit Unterricht in deutscher Sprache aus dem ganzen Land sowie der Republik Moldau, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) anbieten, kürzlich in Hermannstadt/Sibiu auf. Die viertägige Zusammenkunft sollte den Austausch zwischen den Schuldirektoren anregen und ihnen anhand der Vorträge und Werkstätten...
In diesem Herbst wurde in Berlin das Projekt „Vielfalt erleben“ abgeschlossen, im Rahmen dessen 19 Jugendliche aus Deutschland und Rumänien (bei den rumänischen Jugendlichen handelt es sich um Schüler der Nationalkollegs „Johannes Honterus“ und „Dr. Ioan Meșotă“ aus Kronstadt/Brașov) sich für je 10 Tage in beiden Ländern getroffen und ausgetauscht haben. Zusammen haben sie unter professioneller Anleitung die Theaterperformance „Irgendwie anders“...
Was haben Bauhaus, Bukarest und Erdbeben miteinander zu tun? Der Bauhaus-Stil ist omnipräsent in rumänischen Städten. Vor allem Bukarest verfügt über ein außergewöhnlich reiches Kulturerbe an modernistischen Gebäuden aus der Zwischenkriegszeit. Nur dass dieses von fortgeschrittenem Verfall bedroht ist. Zum einen wird es vernachlässigt, weil der Wert „moderner“ Bauwerke als Kulturerbe gering geschätzt wird. Zum anderen gefährden zerstörerische...
In den vergangenen Jahren sind die Umsätze bei Anbietern von Sportwetten und Online-Casinos kontinuierlich gewachsen. 2018 betrug der weltweite Umsatz von Glücksspielen rund 449 Milliarden Euro, von denen etwa 44,8 Milliarden im Internet erzielt wurden. Allerdings wuchs der Online-Glücksspielmarkt in der letzten Dekade drei Mal so schnell wie das stationäre Glücksspiel. Rund 50 Prozent der Bruttospielerträge wurden dabei in der Europäischen Union...
Wochenspruch für das Erntedankfest: „Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit“ Psalm 145,15
Liebe Leserinnen und Leser, am kommenden Sonntag, dem letzten Sonntag im Oktober, wird in vielen Gemeinden traditionsgemäß das Erntedankfest gefeiert. Das Erntedankfest bietet uns die Gelegenheit, innezuhalten, zurückzuschauen und anzuschauen, was wir im und zum Leben haben und immer wieder neu geschenkt bekommen. Dazu...
Der Schlechtwettereinbruch, von dem wir nicht so recht glauben wollten, dass er wirklich kommt, kündigte sich frühmor-gens mit Nebelschwaden über dem Eingang von den Kleinen zu den Großen Kesseln her an. Im Golf von Dubova war es noch klar an diesem Morgen gegen Ende September, aber relativ kühl. Nur der stromaufwärts auf uns zu kriechende Nebel gab uns keine Chance, die aufgehende Sonne zu sehen, die eigentlich zwischen den Felswänden des Tors...
Im Jahr 1977 fand ein Archäologe des Karansebescher Museums des Grenzregiments und für Ethnografie im Innenhof des damaligen „Hauses der Armee“ (so die Bezeichnung des Offiziersclubs des damaligen Standortes eines motorisierten Infanterieregiments) bei Sicherungsgrabungen des weitläufigen Geländes, auf dem zwei Wohnblocks für Garnisonsoffiziere gebaut werden sollten, mehrere menschliche Skelette. Auf den ersten Blick datierte der erfahrene...