MEINUNG UND BERICHT: Nachrichtenarchiv

Erinnerungskultur zwischen Kerker und Gedächtnisschwund

Viele Jahre hat sich Rumänien mit der Vergangenheitsbewältigung schwer getan. Zu tief saßen die Wunden der kommunistischen Diktatur zwischen 1944 und 1989. Zu viele Akteure blieben mangels personeller Alternativen nach der Wende in Politik, Justiz, Wissenschaft und Medien in Amt und Würden. Die Erinnerungskultur zum Kommunismus ist bis heute noch nicht wirklich entwickelt. Eine nationale Gedenkstätte wie etwa das „Haus des Terrors“ in Budapest...

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Politisch korrekt

In meiner Kindheit gab’s noch „Negerküsse” und „Mohrenköpfe” - doch das darf man schon lange nicht mehr sagen. Statt dessen hat sich - politisch korrekt - der Begriff „Schoko-Schaumkuss” eingebürgert. Nicht etwa, dass sich ein Afrikaner oder Afro-Amerikaner beleidigt fühlt – obwohl „Negerkuss” doch ganz sympathisch klingt. Auch „Zigeuner” gehört längst zu den Tabu-Begriffen, was in der Gastronomie allerdings noch nicht umgesetzt wurde....

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Dem Senator folgte das Feuer

Mihai Goţiu (Jahrgang 1973), Journalist, Schriftsteller, seit 2016 für die USR Vizepräsident des Senats Rumäniens, hat unlängst getan, was jeder engagierte und wirklich am Schicksal dieses Landes interessierte Politiker regelmäßig tun müsste: Er mobilisierte Berater, Experten für Forstwirtschaft und Biodiversität und fuhr unangekündigt in zwei unlängst zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärte Forste, in den Nationalpark Semenik – Karasch-Schluchten...

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Ein kubanisch-amerikanisch-sowjetisch-rumänisch-schweizer Zufall (Internationale Zufälle)

1954 wurde in den USA ein Automodell namens Ford Fairlane Crown Victoria produziert. Dieser Name sollte ein Hinweis auf das Anwesen Fair Lane des Ford-Gründers Henry Ford sein. Im letzten Juli war ich mal wieder in Kuba, wo ich das Vergnügen hatte, mit einem solchen Auto im östlichen Teil der Insel, zwischen Guardalavaca und Banes, gefahren zu werden. Man setzte es dort, auf dieser Insel, die teils immer noch im Zeitloch der Fünfziger  des...

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Zu viele Bären

Rumänien ist ein an Bären sehr reiches Land. Zwischen 5600 und 6000 Bären sollen dort leben, was rund 40 Prozent der Bären Europas (ohne Russland) ausmacht. Diese Zahlen sind umstritten, inoffiziell sollen es noch mehr (und zwar 7500) sein. Unumstritten ist, dass der Braunbär in manchen Landesteilen nun zum Problem geworden ist. 

Kein natürliches Gleichgewicht Kronstadt/Braşov war noch vor rund zehn Jahren international immer wieder in den...

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Krieg ums Zurück

Er gehört zur Gruppe, der als Folge der Mineriaden, der Einfälle der Bergarbeiter und angeblichen Bergarbeiter in die Hauptstadt, Verbrechen gegen die Menschheit vorgeworfen werden (Hauptgestalten: Ion Iliescu und Petre Roman), doch Miron Cozma, dem Ex-Vorsitzenden der Bergarbeitergewerkschaft des Schiltals, kann auch Sturm auf europäische Werte und der Versuch des Zurückdrehens des Rads der Geschichte vorgeworfen werden. Sein Marsch 1990 auf...

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Jugend in Bewegung

Unter dem Titel „Jugend in Bewegung“ beschäftigte sich die diesjährige 32. Siebenbürgische Akademiewoche von Studium Transylvanicum mit einem breiten Themenbereich und dabei auch implizit mit sich selbst. Initiiert vom Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, zielt diese Veranstaltung – inzwischen mit aktiver Unterstützung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) – seit 1986 darauf ab, an Siebenbürgen...

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„Wir machen Mut für einen Neubeginn in Siebenbürgen“

Rumänien steckt voller Chancen für Menschen, die einen Neubeginn wagen wollen, davon ist Unternehmer Michael Schmidt überzeugt. Der Leiter der MHS Truck & Bus Group und Automobile Bavaria Group muss es wissen: Kurz nach der Wende kehrte der Siebenbürger Sachse selbst in die alte Heimat zurück. Was damals noch ein Abenteuer war, könnte heute für viele eine reelle Chance auf eine Karriere sein, ob als Angestellter oder als Selbstständiger, meint...

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Weltbank nimmt Stadtentwicklungspolitik unter die Lupe

Leben Sie in Hermannstadt/Sibiu? Nein? Dann vielleicht in Arad? Oder in Großwardein/Oradea? Auch nicht? In Reschitza/Reţiţa? Oder in Jassy/Iaşi? Im Grunde egal, denn wenn Sie nicht in Klausenburg/Cluj-Napoca, Bukarest oder Temeswar/Timişoara leben, dann werden sie mit ziemlicher Sicherheit dem-nächst Ihre Wohnung verkaufen, Ihre Sachen packen und nach Klausenburg (15,32 Prozent), Bukarest (14,46) oder Temeswar (11,88) ziehen. Es sei denn, Sie...

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Erst der Beruf, dann das Studium

Sie sind jung, intelligent und haben für ihre Zukunft vorgesorgt: Drei motivierte Jungs schließen in diesem Jahr die dreijährige duale Berufsausbildung nach deutschem Muster in Temeswar/Timişoara ab. Drei Vertreter der jungen Generation, die kapiert haben, dass es keine Schande ist, eine Berufsschule zu absolvieren, sondern ein erheblicher Vorteil jenen Schülerinnen und Schülern gegenüber, die lediglich ein theoretisches Lyzeum abschließen. Für...

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