Berlin - Chancen und Herausforderungen der deutschen Minderheitenarbeit in Mittel- und Osteuropa: Das war das Thema eines Zukunftsgesprächs, das das Alumni-Netzwerk YOU.NG Ende März im Deutschen Bundestag veranstaltete.
YOU.NG besteht aus Absolventen des Qualifizierungsprogramms Young Potentials Academy (YOU.PA) der Otto Benecke Stiftung e.V. Dieses bietet jungen Menschen, die sich für Minderheitenfragen engagieren, umfangreiche Fortbildung in...
„Mehlspeise, Zuckerl, Paradeiser, Erdäpfel” und sogar „fesche Buben” kannte sie schon aus ihrer Kronstädter Kindheit, gesteht Mariana Lăzărescu lächelnd. Denn ihre Nachbarn, mit denen die zweisprachig aufgewachsene Gymnasiastin des deutschen Honterus Lyzeums häufig zusammen war, waren Siebenbürger Sachsen. Diese Volksgruppe hatte sich im Laufe historischer Begegnungen auch österreichischen Wortschatz angeeignet, fügt sie erklärend an. So stand...
1979 verkündete Griechenlands Präsident Konstantinos Tsatsos (1899-1987) in seiner Neujahrsansprache, Europa kehre nach Griechenland zurück. Er meinte den 1981 erfolgten EU-Beitritt seines Landes, eine politische Aufnahmeoption. Ähnlich jener, derzufolge auch Rumänien in die EU aufgenommen wurde. Nur hatte sich inzwischen mit der Aufnahme ehemals kommunistischer Länder die Formel umgekehrt: Man sei nach Europa zurückgekehrt, hieß es im eilends...
Prof. Dr. Rudolf Gräf (62) ist Vizerektor der Babeş-Bolyai-Universität (BBU) in Klausenburg/Cluj-Napoca und verantwortlich für die deutschsprachigen Studienrichtungen an Siebenbürgens Eliteuniversität. Gleichzeitig ist der aus Reschitza stammende Universitätsprofessor für die Beziehungen zu den Universitäten aus dem deutschsprachigen Raum zuständig. In einem Gespräch mit ADZ-Redakteurin Raluca Nelepcu spricht Prof. Dr. Rudolf Gräf über die...
Gabriela Firea reagierte im September 2016 prompt und ungehalten: „Offensichtlich will die Europäische Union benachteiligte Regionen fördern, damit sie ihren Weg in den europäischen Kulturkreis finden. Bewerbungen kleinerer Städte, die nicht über Infrastrukturvorteile wie Bukarest verfügen, werden also klar bevorzugt.“ Doch was hatte die Oberbürgermeisterin der Hauptstadt derart verärgert? Zuvor war Temeswar/Timişoara zur Europäischen...
Dem Ruf von Bürgermeister Ioan Popa (PNL), ihre Meinung zum Bau einer „kleinen Mall“ vor der Straßenüberführung aus der Alt- in die Neustadt zu äußern, sind überraschend viele Bürger gefolgt, so dass der Tagungssaal des Stadtrats im Parterre des Rathauses übervoll war. Popa sprach von einer „Rekordbeteiligung“ und das stimmte: nur kurz nach der Revolution von 1989 waren so viele Bürger gewillt und entschlossen,mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg...
Im Johannesevangelium spricht Christus ein folgenträchtiges Wort (Joh.5,21): „Wie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, die er will!“ Dass dieses Christuswort keine leere Behauptung war, bezeugen uns die Berichte des Evangeliums. Markus berichtet, dass Jesus die zwölfjährige Tochter des Synagogenvorstehers Jairus mit den Worten: „Talita kum (Mädchen, steh auf)“ wieder zum Leben erweckt hat. Lukas...
Die Gastronomie eines Volkes prägt nicht unwesentlich auch seine Kultur und Zivilisation, nicht umsonst heißt es auch „Du bist was du isst“. Egal ob als Bewohner einer Stadt oder als Tourist stößt man regelmäßig auf Restaurants, Bistros, Cafes und nimmt die eine oder andere Mahlzeit in der Stadt zu sich. Wie das betreffende Erlebnis sich dann herausstellt, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Was den Kontakt eines Touristen mit der...
Vieles hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán seit seinem erdrutschartigen Wahlsieg im Frühjahr 2010 angerichtet – für einiges ist er getadelt worden, für vieles aber, vor allem in seinem Lande, wurde er gelobt. „Der nationale Freiheitskampf“, den er damals vom Zaun gebrochen hat und seit sieben Jahren ununterbrochen führt, hat aus Ungarn jedoch ein autoritär geführtes Land gemacht, eine Scheindemokratie, in der Orbán als Alleinherrscher,...
Der Zug kommt rechtzeitig in Klausenburg an. Im Volksmund wird er „Hungerzug“ genannt, weil er aus der Moldau ins Banat fährt und einst die ärmsten Bewohner Rumäniens in die wohlhabendere Westregion beförderte. Vier Waggons hat der Zug. Platz 56, Waggon Nr. 1, steht auf der Fahrkarte geschrieben. „Ihr Platz ist im letzten Eisenbahnwagen“, erklärt die Schaffnerin. In dem Abteil stinkt es stechend nach abgestandenem Bier. Eine leere...