Die Erde ist ein Wesen. Für Naturvölker eine Mutter, oft sogar Göttin. An ihrem felsigen Busen – in Aber-millionen Jahren aufgetürmten Bergen, in ihrem fruchtbaren Schoß – den Ozeanen, Ursuppe der Schöpfung, gebiert und nährt sie fortwährend Flora und Fauna. Ihre Muttermilch ist für uns Menschen zerfallenes Gestein, vermengt mit den Spuren vergangener Leben und Tode. Denen der Dinosaurier, der Ammoniten, der Urwälder, der Urtiere und Urmenschen,...
Goethe legt in seinem Werk „Faust“ dessen Famulus Wagner das Wort in den Mund: „Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen!“ Wer wollte das nicht? Unser Wissen von Gott und der Welt ist sehr begrenzt. Der deutsche Philosoph Kant (1724-1804) setzt unserer Erkenntnisfähigkeit äußerst enge Grenzen. Er behauptet: Die Entstehung eines harmonischen Weltganzen aus dem Chaos bedarf keiner übernatürlichen Kräfte. Es genügen zur Erklärung die Gesetze...
Wir erleben in diesen Tagen eine einzigartige politische Krise: die Mehrheitskoalition versucht, durch Misstrauensantrag die Regierung zu stürzen, die sie vor knapp sechs Monaten eingesetzt hat. Obwohl sie wirtschaftlich erfolgreich ist (höchste Zuwachsrate der Wirtschaft eines EU-Mitglieds) und die Bevölkerung mit ihr ausgesöhnt schien. Der Premier dieser Regierung, bislang ein nationaler Nobody, weigert sich, zurückzutreten. Er „muss“ gestürzt...
Von dem 1885 im heute serbischen Plankenburg/Baka Palanka geborenen und 1969 in Temeswar/Timişoara gestorbenen Alfred Abelsberg bis hin zu dem 1879 in Ungarn geborenen und hauptsächlich im Banater Bergland tätigen Miksa Zoltán reicht die mehrere hundert Einträge zählende Liste der Banater, insbesondere der Temescher Anwaltschaft, die der sich heute in Ruhestand befindende Temeswarer Anwalt Lazăr Gruneanţu zusammengetragen hat. Sein vor Kurzem im...
Die gelegentlich vorgenommen Aktionen zur Beseitigung des Mülls von der Zinne, dem Berg, der in der Mitte von Kronstadt/Braşov die Stadt um 400 Meter überragt, werden zu zwecklosen Einsätzen, könnte man sagen, wenn man den Zustand nach verlängerten Wochenenden zu Gesicht bekommt. So schätzte die Sachlage auch Viorel Mihai, Ranger des Zinnen-Berges, nach den von der Regierung landesweit gewährten freien Tagen vom 1. bis 6. Juni, die auch das...
Die asphaltierte Straße schlängelt sich durch Laubwälder empor, rechts fließt der Nădrăgel-Bach. Der Weg führt durch die Ortschaften Criciova und Crivina und man kommt schließlich in Nadrag/Nădrag an, einem ehemals deutschen Dorf am Fuße des Poiana-Ruscăi-Gebirges. In einer nahezu idyllischen Gegend gelegen, ist die Gemeinde Nadrag heute dem Verfall ausgesetzt. Nachdem das Hüttenwerk „Ciocanul“, vor der Wende der größte Arbeitgeber in der...
Vergangenen Freitag wurde Staatspräsident Klaus Werner Johannis vom US-Präsidenten Donald Trump empfangen. Außer Allgemeinheiten wurde zum Inhalt der Gespräche kaum etwas bekannt, aber dass der erste EU-osteuropäische Spitzenpolitiker, der bis Trump vorgelassen wurde, Johannis ist, war eine Chance. Die Unterredung mit dem Herrn der mächtigsten Streitmacht der Welt sowie der stärksten Nationalökonomie ist an sich schon symbolträchtig (und kann...
Zu den wesentlichen Vorteilen meines Rumänienaufenthalts zählt für mich, dass man auch damit beginnt, über seine eigene Heimat nachzudenken. Dinge, die normalerweise alltäglich und selbstverständlich sind, erscheinen aus der Ferne in einem ganz neuen Licht. Ein Beispiel dafür ist natürlich die deutsche Bürokratie, auf die so gerne geschimpft wird. Die starren Regeln würden keinen Raum für Flexibilität und Spontanität lassen, lautet der Vorwurf....
Seit Anfang Januar ist Dr. Martin Sieg der neue Leiter der Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Rumänien und der Republik Moldau. Mit dem studierten Geschichts- und Politikwissenschaftler, der über die Jahre auch als Berater für deutsche und internationale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie als außenpolitischer Mitarbeiter im Deutschen Bundestag tätig war, sprach ADZ-Redakteurin Lilo Millitz-Stoica über die...
Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) organisierte in Bukarest in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Bukarest eine Filmvorführung und eine Debatte mit dem Titel „Schaufenster Enkelgeneration“ über Sprache und Identität junger deutscher Menschen in Rumänien. An der Podiumsdiskussion nach der Projektion haben auch die Hauptgestalten der Filmporträts, Magdalena Binder (Hermannstadt/Sibiu), Ursula Radu-Fernolend...