Der Anspruch, von seinem Wahlrecht im Ausland Gebrauch zu machen, kann einem unter Umständen große Entschlossenheit und viel Beharrlichkeit abverlangen. Am 4. Mai dieses Jahres, dem Tag des ersten Wahlgangs für die Präsidentschaftswahl in Rumänien, hielt ich mich gerade in Hamburg auf. Schon Monate davor hatte ich mir die beiden Wahllokale in dieser Stadt von der offiziellen Internetseite des Außenministeriums herausgeschrieben, drei Tage vor...
Wie lernt man eine andere Kultur wirklich kennen? Indem man den Bildschirm verlässt, einen Koffer packt – und sich auf das echte Leben einlässt. Genau das tun jeweils 30 Schülerinnen und Schüler aus Sathmar/Satu Mare und Abtsgmünd (Ostalbkreis) im Rahmen eines ambitionierten Austauschprojekts, das nicht nur die Klassenzimmer, sondern auch Horizonte öffnet. Das St. Jakobus-Gymnasium Abtsgmünd und das Deutsche Theoretische Lyzeum „Johann Ettinger“...
„Der Ur-Faschismus spicht die ‘neue Sprache‘.“ So Umberto Eco („Il fascismo eterno“, 1995), als die Keime des heutigen Rechtsextremismus die Öffentlichkeit noch tunlichst mieden. Im Essay „14 Sichtweisen, ein Schwarzhemd zu betrachten“ hebt Eco die Armut des Wortschatzes aller Grundtexte des Faschismus, die Rudimentarität ihrer Syntax hervor – also die spröde Einfachheit des Denkens, das faktisch kritisches Denken und logische Argumentation...
150 Teilnehmende und ein Abschlusskonzert mit 350 Besuche- rinnen und Besuchern: Ein Jahr vor ihrem 40. Jubiläum hat die Musikwoche Löwenstein vom 21. bis 27. April wieder mit riesigem Erfolg stattgefunden. Dennoch und trotz erheblicher Unterstützung durch Förderer steht die nächste Auflage vor gewaltigen finanziellen He-rausforderungen, die erst noch bewältigt werden müssen.
Höhepunkt der 1985 gegründeten Musikwoche war am 26. April wieder...
Im Klimawandel gibt es den Begriff der „Tipping Points“ – Kippschalter, sozusagen. Wenn ein solcher überschritten ist, dann geht’s in irgend einer Sache nicht mehr zurück, egal welche drastischen Korrekturmaßnahmen man trifft. Dann kippen auch die anderen Dominosteine einer nach dem anderen um. Werden die Tipping Points überschritten, schmilzt das restliche Polareis, der Meeresspiegel steigt, die Strömungen im Ozean stoppen und Europa erlebt...
Paul Sittner, ein gebürtiger Bukarester mit rumäniendeutscher Abstammung, ist Sporttherapeut, -wissenschaftler und Trainer, Mitglied im Lokalforum des DFDR und treuer Leser der ADZ. In der rumänischen Hauptstadt hat er vor acht Jahren das einzige Rehabilitationszentrum durch Sporttherapie landesweit gegründet, das nach einem deutschen Konzept funktioniert. ADZ-Redakteurin Cristiana Scărlătescu war auf Besuch bei „SportTherapie“ in der...
Die Landesphase der Schüler-Olympiade für Deutsch als Muttersprache hat vom 22. bis 25. April in Mühlbach/Sebe{ stattgefunden. An der Olympiade nahmen 131 Schüler teil, die von Schulen aus Bukarest, sowie aus den Kreisen Alba, Arad, Bihor, Bistritz-Nassod/Bistri]a-N²s²ud, Kronstadt/Bra{ov, Klausenburg/Cluj, Karasch-Severin, Hunedoara, Ilfov, Maramuresch, Muresch, Hermannstadt/Sibiu, Sathmar/Satu Mare, S²laj und Temesch/Timiș kamen. Die Bewertung...
Es klingt idyllisch: Ein Hirte mit seiner Schafherde auf einer saftigen, grünen Weide. Der Hirte schaut auf seine Herde, damit ihr nichts passiert, und freut sich an seinen Schafen. Die Schafe weiden friedlich vor sich hin und können sorglos und angstfrei sein, denn sie haben ja den Hirten. Dieses Bild strahlt viel Ruhe und Harmonie aus. Das tut gut in einer unruhigen Zeit wie der aktuellen mit ihren vielfältigen Bedrohungen. Jesus benützt...
„Also ist die Frage, die ich mir selber stelle: Warum bin ich hier? Und ich beabsichtige nicht, ihnen diese Frage zu beantworten.“ Wer diese Worte in einem absurden Theaterstück sucht, wird nicht fündig werden, denn die Aussage stammt von John Ion Banu. In der zweiten Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten sollte jeder den anderen eine Frage stellen. Besagter Kandidat aber stellte eine Frage an sich selbst, formulierte ein paar Sätze über...
Ein Foto, ein Buch mit einer Unterschrift, ein Korb aus Holz. Es gibt so Dinge, die Entfernungen von Zehntausenden von Kilometern im Nu schrumpfen lassen. Es reicht, sie anzuschauen, und schon ist man woanders, im „alten Land“, im „old country“, zum Beispiel, wie Elizabeth immer zu sagen pflegte. Sie meinte damit Rumänien, genauer: das Banat. Elizabeth war 16, als sie das Banat verließ, um 1929 in die USA zu ziehen, ihrer Mutter Anna folgend, die...